Andris Nelsons und Emanuel Ax interpretieren Mozart und Strauss

Sa, 18. Oktober 2014

Berliner Philharmoniker
Andris Nelsons

Emanuel Ax

  • Wolfgang Amadeus Mozart
    Konzert für Klavier und Orchester Es-Dur KV 449 (26:58)

    Emanuel Ax Klavier

  • Richard Strauss
    Burleske d-Moll für Klavier und Orchester (25:17)

    Emanuel Ax Klavier

  • Frédéric Chopin
    Walzer in a-Moll, Op. 34 Nr. 2 (6:19)

    Emanuel Ax Klavier

  • Richard Strauss
    Also sprach Zarathustra op. 30 (42:02)

  • kostenlos

    Emanuel Ax im Gespräch mit Matthew Hunter (16:50)

Eine ungewöhnliche Kombination: Mozarts Klavierkonzert Es-Dur KV 449 und Richard Strauss’ Burleske für Klavier und Orchester in einem Konzert. Doch mit dieser Programmzusammenstellung gastierte der Pianist Emanuel Ax schon einmal bei den Berliner Philharmonikern: Im Juni 2001 spielte er die beiden Werke unter Leitung von Bernard Haitink. Er sei kein Tastenlöwe, eher eine Tastentaube, die mit den Fingern intelligent zu gurren versteht, lobte der Rezensent der Berliner Morgenpost daraufhin Ax’ Mozart-Interpretation. Richard Strauss, dessen Geburtstag sich in diesem Jahr zum 150. Mal jährt, bewunderte Mozart Zeit seines Lebens. Der Wiener Klassiker war für ihn das »Inkarnat des reinen Künstlers« und vor allem auf dem Gebiet der Oper ein großes Vorbild.

Die Burleske steht jedoch in der Tradition von Johannes Brahms. Das Werk des 21-jährigen Strauss vereint verschiedene Elemente: symphonische Dichtung, Klavierkonzert, Posse. Witzig, ironisch, hochvirtuos gilt es als Herausforderung für jeden Pianisten. Als Richard Strauss zehn Jahre später sein Orchesterwerk Also sprach Zarathustra, frei nach der gleichnamigen philosophischen Abhandlung Friedrich Nietzsches, komponierte, war er längst kein kompositorischer »Youngster« mehr. Vielmehr hatte er sich bereits mit einer Reihe von Tondichtungen als Meister des Genres erwiesen. Der charakteristische Anfang mit dem aufsteigenden Trompetenmotiv besitzt seit der Verwendung in Stanley Kubricks Film 2001: Odyssee im Weltraum Kultstatus. Andris Nelsons, der das Programm dirigiert, hat sich bei den Berliner Philharmonikern mit Aufführungen der Rosenkavalier-Suite und Ein Heldenleben bereits als versierter Strauss-Interpret erwiesen.

Andris Nelsons wurde 1978 in Riga als Kind einer Musikerfamilie geboren. Er begann seine Laufbahn als Trompeter im Orchester der Lettischen Nationaloper sowie als Sänger, der diverse renommierte Preis errang, beispielsweise den Großen Lettischen Musikpreis für herausragende Leistungen. Nach Abschluss seines Dirigierstudiums in Riga wurde er Schüler von Alexander Titov in St. Petersburg; er absolvierte Meisterkurse bei Neeme Järvi und Jorma Panula, überdies wurde Mariss Jansons zu seinem wichtigsten Mentor. Von 2003 bis 2007 war Andris Nelsons Musikdirektor der Lettischen Nationaloper; von 2006 bis 2009 auch Chefdirigent der Nordwestdeutschen Philharmonie in Herford. Seit 2008 ist er Leiter des City of Birmingham Symphony Orchestra, eine Position, die er bis Sommer 2015 inne hat. Mit Beginn der Spielzeit 2014/2015 ist Andris Nelsons neuer Music Director des Boston Symphony Orchestra. Regelmäßig ist er am Royal Opera House, Covent Garden, in London, an der Metropolitan Opera New York sowie an den Staatsopern in Wien und Berlin zu Gast. Bei den Bayreuther Festspielen debütierte der Künstler 2010 als Dirigent einer Neuproduktion des Lohengrin in der Regie von Hans Neuenfels, deren Aufführungen er auch in den folgenden Jahren leitete. Zu den internationalen Spitzenorchestern, bei denen Andris Nelsons in der Vergangenheit gastierte, zählen die Wiener Philharmoniker, das Koninklijk Concertgebouworkest Amsterdam, das Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks, die Staatskapelle Berlin, das Tonhalle-Orchester Zürich, das Philharmonia Orchestra London und das New York Philharmonic Orchestra. Bei den Berliner Philharmonikern gab Andris Nelsons sein Debüt Mitte Oktober 2010. Zuletzt dirigierte er das Orchester im Dezember 2013, auf dem Programm standen Werke von Pēteris Vasks, Hans Abrahamsen und Johannes Brahms.

Emanuel Ax, 1949 in der heutigen Ukraine geboren und schon als Kind in Warschau musikalisch ausgebildet, studierte nach der Übersiedlung seiner Familie in die Vereinigten Staaten bei Mieczyław Munz an der Juilliard School. Im Alter von 25 Jahren gewann er den Arthur-Rubinstein-Klavierwettbewerb (Tel Aviv), fünf Jahre später den begehrten Avery-Fisher-Preis (New York). Emanuel Ax ist in den internationalen Musikmetropolen und Festivalorten regelmäßig als Konzertsolist der Spitzenorchester, mit Klavierabenden und als ambitionierter Kammermusiker zu erleben: Er war langjähriger Duopartner von Isaac Stern und musiziert mit dem Cellisten Yo-Yo Ma sowie den Geigern Jaime Laredo und Itzhak Perlman; mit Yefim Bronfman bildet er ein Klavierduo. Das Repertoire von Emanuel Ax umfasst nicht nur die bedeutenden Werke der Klassik und Romantik. In den letzten Jahren hat sich der Pianist auch der Gegenwartsmusik zugewandt und Kompositionen von John Adams, Christopher Rouse, Krzysztof Penderecki, Bright Sheng und Melinda Wagner uraufgeführt. Seine CD-Einspielungen wurden mehrfach mit dem Grammy Award ausgezeichnet. Bei den Berliner Philharmonikern hat Emanuel Ax seit 1988 wiederholt gastiert; in der Saison 2005/2006 war er dem Orchester als Pianist in Residence verbunden. Zuletzt war der Künstler in drei philharmonischen Konzerten Mitte März 2014 als Solist in Mozarts Klavierkonzert Es-Dur KV 271 »Jenamy« zu hören; Dirigent war Bernard Haitink.

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