Murray Perahia und Simon Rattle mit Schumanns Klavierkonzert

Sa, 14. April 2012

Berliner Philharmoniker
Sir Simon Rattle

Murray Perahia, Kate Royal, Christian Gerhaher, Rundfunkchor Berlin

  • Luciano Berio
    E vó für Sopran und Instrumente (00:06:30)

    Barbara Kind Sopran

  • Robert Schumann
    Nachtlied op. 108 (00:09:28)

    Rundfunkchor Berlin, Simon Halsey Einstudierung

  • Robert Schumann
    Konzert für Klavier und Orchester a-Moll op. 54 (00:35:41)

    Murray Perahia Klavier

  • Luciano Berio
    O King für Mezzosopran und fünf Spieler (00:06:18)

    Kate Royal Sopran

  • Gabriel Fauré
    Requiem d-Moll op. 48 (Fassung von 1900) (00:41:38)

    Christian Gerhaher Bariton, Rundfunkchor Berlin, Simon Halsey Einstudierung, Kate Royal Sopran

  • kostenlos

    Murray Perahia über sein Denken und Fühlen von Musik (17:55)

»Die Seele eines Dichters, der Geist eines Denkers, die Hände eines Virtuosen«: So skizzierte ein amerikanischer Kritiker knapp und korrekt die Qualitäten von Murray Perahia. In der Saison 2011/2012 ist er als Pianist in Residence der Berliner Philharmoniker regelmäßig in Solo- und Kammerkonzerten in Berlin zu hören. Ein herausragendes Ereignis dieser Partnerschaft ist Perahias Gastspiel bei diesem philharmonischen Konzert, in dem er gemeinsam mit Simon Rattle das Klavierkonzert von Robert Schumann interpretiert.

Perahias Rang als einer der großen Poeten unter den Pianisten unserer Zeit offenbart sich in diesem Werk besonders eindrucksvoll. Nicht die traditionelle Gegenüberstellung klar konturierter Themen steht hier im Vordergrund, sondern freies Singen, raunendes Erzählen, romantisches Schwärmen. In einer ähnlichen Ausdruckswelt bewegt sich Schumanns Nachtlied für Chor und Orchester - im Gegensatz zum populären Klavierkonzert eine echte Entdeckung voller Drama und Transzendenz.

Nächtlich-gedeckt geben sich auch die neueren Werke dieses Abends. E vó und O King von Luciano Berio sind verhaltene Totenklagen; im ersteren Stück wird einem getöteten Kind ein Wiegenlied gesungen, im letzteren betrauert Berio die Ermordung Martin Luther Kings. Am Schluss des Konzerts steht Gabriel Faurés Requiem. Von delikater Melancholie durchzogen, mündet es in einer sonnigen Vision des Paradises - und damit der Verheißung, dass auf jede Nacht ein Tag folgt.

»Es ist eine Art von Composition, wie wohl noch nicht existiert.«

Werke von Berio, Schumann und Fauré

Schlaf und Tod, die düstern Adler / Umrauschen nachtlang dieses Haupt:

Das 1914 entstandene Gedicht Klage von Georg Trakl könnte wie ein Motto über dem Programm dieses Konzerts stehen: Vom Schlaf, den Berio in seinem Wiegenlied E vó besingt, durch die »Quellende, schwellende Nacht« in Schumanns Nachtlied op. 108, hinab in die finstere Tiefe des Todes – Berios O King, komponiert zum Andenken an den ermordeten amerikanischen Bürgerrechtler Martin Luther King –, und schließlich hinauf in das lichte Paradies der Auferstehung, mit dem Faurés Requiem endet. Und für alle Werke des heutigen Abends gilt, was Schumann über sein Nachtlied geschrieben hat: »Es ist eine Art von Composition, wie wohl noch nicht existiert.«

Des Menschen goldnes Bildnis / Verschlänge die eisige Woge / Der Ewigkeit.

Eine solche »Art von Composition« ist auch Robert Schumanns Opus 54, das sich zwar in die existierende Gattung des romantischen Klavierkonzerts einfügt, in seiner Konzeption jedoch ganz anderen Formen und Ideen verpflichtet ist. Im November 1840 – kurz nach Schumanns Eheschließung mit Clara Wieck – ist im Ehetagebuch des Paares erstmals die Rede von einem Klavierkonzert; doch dann war es zunächst eine »Klavierphantasie mit Orchester«, die Schumann im Mai 1841 zu Papier brachte, die aber nie öffentlich gespielt wurde. Erst vier Jahre später, so schrieb Clara in ihrem Tagebuch, fügte Schumann das Intermezzo hinzu und »hat […] zu seiner Phantasie […] einen letzten schönen Satz gemacht, so daß es nun ein Konzert geworden ist«, dessen Uraufführung sie am 4. Dezember 1845 in Dresden spielte.

»Das Klavier ist auf das Feinste mit dem Orchester verwebt«, berichtete Clara über eine Durchspielprobe der Urfassung, und nach der Erstaufführung am Leipziger Gewandhaus beschrieb die Allgemeine Musikalische Zeitung das Konzert als ein Werk, das »in symphonischer Weise ein Tongemälde entwirft, in welchem das Pianoforte die Hauptrolle spielt«. Worum es in diesem geht, zeigen die ersten vier Noten des Kopfsatzes c – h – a – a: eine als soggetto cavato verschlüsselte Liebeserklärung an »Ch[i]a[r]a« alias Clara, der diese Musik in die Seele und in die Finger komponiert wurde – gefühlvoll und anmutig, wie auch die Tempoanweisungen »affettuoso« und »grazioso« verraten.

An schaurigen Riffen / Zerschellt der purpurne Leib / Und es klagt die dunkle Stimme / Über dem Meer.

Wo das Klavierkonzert dem Glücksgefühl erfüllter Liebe entsprang, da spiegelt das im November 1849 komponierte Nachtlied op. 108 für achtstimmigen gemischten Chor und Orchester eine tiefe Lebens- und Schaffenskrise wider. Die intensive Auseinandersetzung mit dem Werk Friedrich Hebbels, der auch zu Schumanns einziger Oper Genoveva und zu den beiden Melodramen Schön Hedwig op. 106 und Ballade vom Haideknaben op. 122 Nr. 1 die Textvorlagen geliefert hatte, fällt in jene Zeit einer – trügerischen und nur vorübergehenden – Rekonvaleszenz, in der sich der Komponist bemühte, für die Umsetzung literarischer Vorlagen neue Formen zu finden.

Die Uraufführung des Nachtlieds am 13. Mai 1851 in Düsseldorf war nur mäßig erfolgreich. Das romantische Bild des Schlafes, der »um die dürftige Flamme« des Lebens »den schützenden Kreis« zieht, versinkt in nacht-dunklem Wahn, aus dem es kein Erwachen gibt. Zieht man die Linie von hier aus weiter, so scheint Luciano Berios sizilianisches Wiegenlied E vó für Sopran und 14 Instrumente dieses Wahnbild fortzuspinnen. Das kleine, nach einem eigenen Text komponierte Stück, das Berio später in die revidierte Fassung seines Musiktheater-Werkes Opera integrierte, zerlegt die kaum mehr erkennbare Idylle einer volkstümlichen Vorlage in ein Gespinst aus fahlen, fast bedrohlichen Klängen, die die Stimme immer enger umweben. Ein Wiegenlied? Eher ein Klagegesang.

Auch O King existiert in zwei unterschiedlichen Kontexten: Als Einzelstück für Mezzosopran und fünf Instrumente entstand es zum Andenken an Martin Luther King und wurde am 4. Mai 1968 – genau einen Monat nach dessen Ermordung – am Bowdoin College Maine uraufgeführt; in einer erweiterten Fassung für acht Stimmen bildet es den zweiten Satz der Sinfonia. Der Vokalpart »artikuliert lediglich die Laute, die den Namen des schwarzen Märtyrers bilden, bis zur vollständigen und verständlichen Formung seines Namens«, so Berio. Ein Lamento und Memento, das sich über einer Ganzton-Klangfläche entfaltet, aus der immer wieder einzelne Akzente hervorstechen. Und doch schwingt darin nicht nur Schmerz mit, sondern auch eine Art von gleichmütiger Ruhe – getragen vielleicht von einer ähnlichen Hoffnung auf das Paradies, wie sie Gabriel Fauré in seinem Requiem op. 48 in Musik gesetzt hat.

Schwester stürmischer Schwermut / Sieh ein ängstlicher Kahn versinkt / Unter Sternen, / Dem schweigenden Antlitz der Nacht.

»Cher Monsieur und lieber Freund, mein Requiem wurde aus keinem besonderen Anlass komponiert ... zum Vergnügen, wenn ich so sagen darf!« Hintergrund dieses Briefs an Maurice Emmanuel (im März 1910) war dessen Vermutung, das Werk könnte mit dem Tod von Faurés Eltern zu tun haben: Sein Vater war am 25. Juli 1885 gestorben, seine Mutter am 31. Dezember 1887. Das Requiem fällt in die Zeit Faurés als »maître de chapelle« der Pariser Église de la Madeleine, wobei sich die über mehr als zehn Jahre erstreckende Genese der einzelnen Teile und der verschiedenen Fassungen nur annähernd rekonstruieren lässt.

Ein Requiem »zum Vergnügen« also, und daher ohne Dies irae, ohne die Schrecken des Jüngsten Gerichts. Eine »durchweg sanfte Stimmung« scheint für Fauré über allem zu stehen – das ganze Werk ist voll von Spielanweisungen wie »dolce« oder »dolce espressivo«. Wie schwebend muss sich also im Introït et Kyrie der zunächst sanfte Chorklang über den Streicherakkorden ausbreiten, unterbrochen von Energieausbrüchen, die sorgsam in eine Art Ruhezustand zurückgeführt werden müssen, in eine Art paradiesisches Minimum. Auch im Offertoire, das in seiner Struktur an Kreuzgang-Gesänge erinnert, lösen sich die rhythmischen und harmonischen Reibungen zwischen Singstimmen und Streichern wieder in einem sanften »Amen« auf. Die sanfte Wellenbewegung der Bratschen im Sanctus steht quer zu den zweitaktigen Phrasen der Frauen- und Männerstimmen, bis die hohen Sopranstimmen zum »Hosanna in excelsis« überleiten. Das Pie Jesu schließlich scheint wie die Urahnung einer himmlischen Vollkommenheit: konzentrierter Ausdruck einer Hoffnung auf Unbeschwertheit, Reinheit und ewige Ruhe.

Beim Agnus Dei – dem schnellsten und strukturell kompliziertesten der sieben Sätze – scheint Faurés Klangvorstellung am wenigsten deutlich gewesen zu sein; allein die Phrasierung der Streicher ist in fünf unterschiedlichen Lesarten überliefert. Der strenge rhythmische Puls des Libera me leitet wieder in scheinbar sanftere Bahnen, die im »dies illa« zu großen Wogen werden. Das Paradies schließlich malt Fauré in schillernder Leichtigkeit – allein getragen von den Sopranstimmen gleich einem »chorus angelorum«.

»Es geht nicht mehr um das furchtbare Drama mit seinem Grauen und seinen Schrecknissen« – so der Musik-Feuilletonist Hugues Imbert in einem Artikel für Le Guide musical: »Vielmehr haben wir es mit einem Werk im quasi antiken Geist zu tun, das von einem romantischen Frühlingshauch durchweht ist. Neben manchen Wendungen tiefer, wenn auch durchaus reizvoller Trauer entfalten sich Hymnen der Hoffnung und des Überlebens.« Das Requiem bleibt das Werk, in dem Fauré seinem künstlerischen Credo vielleicht am nächsten gekommen ist. An seinen Sohn Philippe schrieb er jedenfalls am 31. August 1908: »Die Kunst, und vor allem die Musik, hat für mich vor allem die Aufgabe, uns so weit wie möglich über die Wirklichkeit hinauszuheben.«

Christina M. Stahl / Michael Stegemann

Christian Gerhaher studied not only singing but also philosophy and medicine. His lieder teachers include Helmut Deutsch, Dietrich Fischer-Dieskau and Elisabeth Schwarzkopf. He has appeared both at home and abroad both as a lieder recitalist and as a concert soloist with such leading orchestras as the Vienna, Munich and Berlin Philharmonics, the Royal Concertgebouw Orchestra, the NHK Symphony Orchestra and the Cleveland Orchestra. In addition to his busy schedule in the world’s recital rooms and concert halls, he has also taken part in a carefully selected number of opera productions that have included the title role in Monteverdi’s L’Orfeo and Wolfram in Wagner’s Tannhäuser. The magazine Opernwelt voted him “Singer of the year” in 2010 for his performance of the title role in Henze’s Prinz von Homburg. Among the conductors with whom he has worked are Pierre Boulez, Nikolaus Harnoncourt, Riccardo Muti, Mariss Jansons and Sir Simon Rattle. Christian Gerhaher first appeared with the Berliner Philharmoniker in December 2003, when he took the part of the baritone soloist in performances of Britten’s War Requiem under the direction of Donald Runnicles. Since then he has returned on frequent occasions, most recently in April 2010 for performances of Bach’s St. Matthew Passion. Christian Gerhaher holds an honorary professorship in lieder interpretation at the Academy of Music and Theatre in Munich and has also given masterclasses at Yale University, the Amsterdam Concertgebouw and elsewhere. His lieder recordings with Gerold Huber as his accompanist have won many prizes, including a Gramophone Award in 2006.

Christian Gerhaher studierte Gesang sowie Philosophie und Medizin. Im Fach Liedgesang waren u. a. Helmut Deutsch, Dietrich Fischer-Dieskau und Elisabeth Schwarzkopf seine Lehrer. Mit Liedrecitals und als Solist bei führenden Orchestern (z. B. Wiener, Münchner und Berliner Philharmoniker, Koninklijk Concertgebouworkest Amsterdam, NHK Symphony Orchestra, Cleveland Orchestra, Boston Symphony Orchestra) gastierte Christian Gerhaher auf zahlreichen bedeutenden Podien im In- und Ausland. Neben seiner umfangreichen Arbeit im Lied- und Konzertbereich ist er bei ausgewählten Opernproduktionen tätig, so z. B. in der Titelrolle von Monteverdis Orfeo und als Wolfram im Tannhäuser. Für seine Interpretationen des Wolfram und der Titelpartie in Henzes Prinz von Homburg kürte ihn die Zeitschrift Opernwelt 2010 zum »Sänger des Jahres«. Pierre Boulez, Riccardo Chailly, Nikolaus Harnoncourt, Mariss Jansons und Sir Simon Rattle zählen zu den Dirigenten, mit denen der Sänger bislang zusammengearbeitet hat. Bei den Berliner Philharmonikern war er seit seinem Debüt im Dezember 2003 mit der Bariton-Partie in Brittens War Requiem (Dirigent: Donald Runnicles) mehrfach zu hören; zuletzt trat er in Berliner Konzerten des Orchesters im April 2010 unter der Leitung von Sir Simon Rattle als Solist in Bachs Matthäus-Passion auf. Christian Gerhaher hat an der Hochschule für Musik und Theater in München eine Honorarprofessur für Liedgesang inne und betreut Meisterklassen beispielsweise an der Yale University und im Amsterdamer Concertgebouw. Die Lied-Einspielungen des Baritons mit seinem festen Klavierpartner Gerold Huber wurden mehrfach ausgezeichnet; u. a. mit einem »Gramophone Award« (2006) und mit dem Jahrespreis der Deutschen Schallplattenkritik (2010).

Barbara Kind studierte an der Universität der Künste Berlin bei Julie Kaufmann und schloss ihre Ausbildung in den Fächern Oper, Konzert und Oratorium ab. Außerdem belegte sie Meisterkurse bei René Jacobs, Kristina Laki, Sylvia Geszty und Axel Bauni. Anschließend zwei Jahre als freischaffende Sängerin tätig, erarbeitete sie sich ein großes Konzertrepertoire und wirkte in diversen Opernproduktionen mit, beispielsweise an der Deutschen Oper Berlin in Das Traumfresserchen von Wilfried Hiller, beim Richard-Strauss-Festival in Garmisch-Partenkirchen als Ilia (Idomeneo) und am Opernhaus Poznań als Zerlina (Don Giovanni). Regelmäßig gastiert sie bei den Festtagen Alter Musik in Bamberg. Seit April 2008 ist Barbara Kind festes Mitglied im Rundfunkchor Berlin, bei dessen Konzerten sie auch solistisch hervortritt, u. a. in Angst von Christian Jost an der Komischen Oper Berlin und in den durch Peter Sellars szenisch ritualisierten Aufführungen von Bachs Matthäus-Passion mit den Berliner Philharmonikern unter der Leitung von Sir Simon Rattle im April 2010. Neben ihren Verpflichtungen beim Rundfunkchor Berlin kommt Barbara Kind zahlreichen Einladungen zu solistischen Auftritten nach: So sang sie im Sommer 2010 in Caracas die Frasquita (Carmen) in einer – ebenfalls von Sir Simon dirigierten – konzertanten Aufführung des Simón Bolívar Youth Orchestra.

Murray Perahia, den Berliner Philharmonikern in dieser Saison als Pianist in Residence verbunden, wurde 1947 in New York geboren. Sein Klavierstudium absolvierte er am Mannes-College, wo er auch in den Fächern Dirigieren und Komposition seinen Abschluss machte. Die Sommer verbrachte er in Marlboro (Vermont) und arbeitete dort mit Musikern wie Rudolf Serkin, Pablo Casals und den Mitgliedern des Budapest String Quartet zusammen; außerdem war er in dieser Zeit Schüler von Mieczysław Horszowski. Mit Vladimir Horowitz verband ihn in dessen letzten Lebensjahren eine enge Freundschaft, die für ihn eine Quelle bleibender Inspiration bildete. 1972 gewann Murray Perahia den renommierten Klavierwettbewerb in Leeds und machte damit erstmals international auf sich aufmerksam. Seitdem konzertiert er mit Solo-Auftritten, als Gast der Spitzenorchester, als Kammermusiker und Liedbegleiter weltweit in den wichtigsten Musikmetropolen. Darüber hinaus ist er Erster Gastdirigent der Academy of St. Martin in the Fields, mit der er weltweit Konzertreisen unternimmt. Für den Henle-Verlag arbeitet Murray Perahia derzeit an der Kritischen Neuausgabe der Beethoven-Sonaten als Herausgeber. Zu seinen Auszeichnungen zählen der »Instrumentalist Award« der Royal Philharmonic Society (1997) und die Ehrenmitgliedschaft in der Royal Academy of Music in London; 2005 wurde er von Königin Elizabeth II. zum »Knight Commander of the Order of the British Empire« (KBE) ernannt. In Konzerten der Berliner Philharmoniker war Murray Perahia seit seinem Debüt 1977 wiederholt zu hören; zum Abschluss seines Wirkens als Pianist in Residence des Orchesters wird Murray Perahia am 25. Mai 2012 einen Klavierabend mit Werken von Ludwig van Beethoven, Robert Schumann, Franz Schubert und Frédéric Chopin geben.

Murray Perahia, the Berliner Philharmoniker’s current Pianist in Residence, was born in New York in 1947, and has played the piano since he was three. He studied conducting and composition at the Mannes College of Music in New York and worked with musicians such as Rudolf Serkin and Pablo Casals. Pianistic inspiration came from study with Mieczysław Horszowski and his friendship with Vladimir Horowitz. In 1972 he won the Leeds International Piano Competition. That launched an international career in which the artist has triumphed not only as a pianist but also as a conductor and festival director. He is principal guest conductor of the Academy of St. Martin in the Fields. Murray Perahia made his debut with the Berliner Philharmoniker in 1977 and has returned many times since. Of the numerous recordings he has made over the years, one might mention the complete Chopin Etudes for which he won the 2003 Grammy Award. Henle Urtext Edition has entrusted him with the new critical edition of the complete Beethoven sonatas. Among his distinctions are the Royal Philharmonic Society’s Instrumentalist Award (1997) and honorary membership in the Royal Academy of Music in London; he holds honorary doctorates from Leeds University and Duke University. In 2004 he was made Knight Commander of the Order of the British Empire (KBE) by Queen Elizabeth II., in recognition of his outstanding service to music.

Kate Royal was born in London and studied at the Guildhall School of Music and Drama and the National Opera Studio. She won the Kathleen Ferrier Award in 2004 and the Royal Philharmonic Society’s Young Artist Award in 2007. She has performed on opera stages in London, Glyndebourne, Madrid, Paris and Aix-en-Provence, singing works by Monteverdi, Mozart, Bizet, Britten and Adès. Kate Royal has appeared as a concert soloist at the BBC Proms, the Baden-Baden and Edinburgh Festivals and with the Royal Liverpool Philharmonic Orchestra, the Orchestra of the Age of Enlightenment and the National Symphony Orchestra in Washington, DC, amongst others. She has collaborated with such conductors as Emmanuelle Haïm, Sir Charles Mackerras, Sir Simon Rattle, Vasily Petrenko and Helmuth Rilling and has appeared in recitals throughout Europe and North America. Kate Royal made her debut with the Berliner Philharmoniker in mid-December 2007, singing Handel’s Messiah under the baton of William Christie. She appeared with the orchestra most recently in October 2010, in performances of Gustav Mahler’s Second Symphony conducted by Sir Simon Rattle.

Kate Royal, in London geboren und an der Guildhall School of Music and Drama sowie am National Opera Studio ausgebildet, gewann 2004 den Kathleen-Ferrier-Preis und 2007 den Young Artist Award der Royal Philharmonic Society. Mit Partien in Werken von Monteverdi, Händel, Mozart, Bizet, Britten und Adès war sie bislang u. a. auf den Opernbühnen in London, Glyndebourne, Madrid, Paris, Aix-en-Provence und New York zu erleben. Als Konzertsolistin gastierte Kate Royal beispielsweise beim Royal Liverpool Philharmonic, beim Orchestra of the Age of Enlightenment, beim Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks, beim National Symphony Orchestra in Washington und beim Boston Symphony Orchestra. Festival-Auftritte führten sie u. a. nach London zu den BBC Proms, nach Baden-Baden und nach Edinburgh. Emmanuelle Haïm, Vasily Petrenko, Sir Simon Rattle und Helmuth Rilling zählen zu den Dirigenten, mit denen Kate Royal bislang zusammengearbeitet hat. Hinzu kamen Liederabende der Künstlerin in zahlreichen europäischen Ländern sowie in Nordamerika. Bei den Berliner Philharmonikern gab Kate Royal ihr Debüt Mitte Dezember 2007 in Konzerten mit Händels Messiah unter der Leitung von William Christie. In Berliner Konzerten des Orchesters war sie zuletzt Ende Oktober 2010 in drei Aufführungen von Gustav Mahlers Zweiter Symphonie zu hören, die Sir Simon Rattle dirigierte.

Der Rundfunkchor Berlin, 1925 gegründet, prägte unter Dirigenten wie George Szell, Hermann Scherchen, Otto Klemperer und Erich Kleiber musikalische Sternstunden der 1920er- und 1930er-Jahre. Nach dem Zweiten Weltkrieg machte er mit seinem Chefdirigenten Helmut Koch die Oratorien Händels erstmals in der Originalgestalt international bekannt. Dietrich Knothe (1982 – 1993) formte den Chor zu einem Präzisionsinstrument für schwierigste Literatur; Robin Gritton (1994 – 2001) bereicherte und verfeinerte die Farbpalette des Ensembles. Seit 2001 leitet Simon Halsey den Rundfunkchor Berlin. Er legt besonderes Gewicht auf die stilistisch und sprachlich perfekte, dabei lebendige und mitreißende Wiedergabe von Werken aller Epochen und Stile. Eine rege Aufnahmetätigkeit und viele Auszeichnungen dokumentieren den großen Erfolg dieser Arbeit: So erhielt die gemeinsam mit dem Deutschen Symphonie-Orchester Berlin unter der Leitung von Kent Nagano entstandene CD-Veröffentlichung von Kaija Saariahos Oper L’Amour de loin einen »Grammy Award« 2010 als beste Opernaufnahme. Simon Halsey, der im Januar 2011 mit dem Bundesverdienstkreuz geehrt wurde, initiierte außerdem zahlreiche Projekte des Chors im Bildungs- und Erziehungsbereich, die interdisziplinäre Veranstaltungsreihe Broadening the Scope of Choral Music sowie einmal im Jahr ein großes Mitsingkonzert. Im vergangenen Jahr startete der Rundfunkchor Berlin das Pilotprojekt SING!, mit dem in Berliner Grundschulen das Singen in allen Unterrichtsfächern etabliert werden soll. Das Vokalensemble ist Partner führender Orchester und Dirigenten in aller Welt; langjährige Kooperationen verbinden ihn mit dem Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin, dem Deutschen Symphonie-Orchester und den Berliner Philharmonikern. In Berlin gastierte er zuletzt Mitte Februar 2012 bei den Philharmonikern in einem von Sir Simon Rattle dirigierten Konzert mit chorsymphonischen Werken von Hugo Wolf und Gustav Mahlers Zweiter Symphonie

The Rundfunkchor Berlin, founded in 1925, produced great musical moments of the 1920s and 30s under the direction of conductors such as George Szell, Hermann Scherchen, Otto Klemperer and Erich Kleiber. After the Second World War, the choir and its principal conductor Helmut Koch made the oratorios of Handel internationally known in their original versions. Dietrich Knothe (1982 – 1993) formed the choir into a precision instrument for the most difficult of works; Robin Gritton (1994 – 2001) both enriched and refined the ensemble’s palette of colours. Since 2001, the Rundfunkchor Berlin has been led by Simon Halsey, who places particular emphasis on stylistic and linguistic perfection, resulting in lively and exciting performances of works from all periods and in all styles. Their work together is documented by a busy recording schedule; recently their CD of Kaija Saariaho’s opera L’Amour de loin with the Deutsches Symphonie-Orchester conducted by Kent Nagano won the 2010 Grammy Award for best opera recording. Simon Halsey, who was awarded the “Bundesverdienstkreuz” (Cross of the Order of Merit) in January 2011, has also initiated many of the choir’s education and outreach projects, the interdisciplinary event series Broadening the Scope of Choral Music as well as the annual Sing-along Concert. The choir has been a partner of leading orchestras and conductors all over the world, including long-standing partnerships with the Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin, the Deutsches Symphonie-Orchester and the Berliner Philharmoniker. The Rundfunkchor Berlin last appeared with the Berliner Philharmoniker in mid-February 2012 with works by Hugo Wolf and Mahler’s Second Symphony, conducted by Sir Simon Rattle.

Erfahren Sie mehr über Murray Perahia in unserer Dokumentation »Murray Perahia – Nicht von dieser Welt«

EMISir Simon Rattle tritt in der Digital Concert Hall mit freundlicher Genehmigung von EMI Classics auf.

Sony Classical Murray Perahia und Christian Gerhaher treten in der Digital Concert Hall mit freundlicher Genehmigung von Sony Classical auf.

 

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