Konzert-Archiv
04.09.2010
Aus der Royal Albert Hall
Berliner Philharmoniker
Sir Simon Rattle
Karita Mattila
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Richard Wagner
Parsifal: Vorspiel zum 1. Aufzug (19:22)Arnold Schönberg
Fünf Orchesterstücke op. 16 (Originalfassung für großes Orchester von 1909) (25:43)Anton Webern
Sechs Stücke für Orchester op. 6b (Fassung von 1928) (12:53)Alban Berg
Drei Orchesterstücke op. 6 (Fassung von 1929) (23:38)
»Britanniens musikalischer Lieblingssohn ist zurück - dort, wo er hingehört.« So urteilte The Independent über die drei Konzerte, die Sir Simon Rattle im September 2010 an der Spitze der Berliner Philharmoniker bei den »Proms« in der Londoner Royal Albert Hall gab. Und der brausende Applaus ließ keinen Zweifel, dass das Publikum diese Einschätzung voll und ganz teilte. Einer dieser Abende mit Werken von Wagner, Richard Strauss, Schönberg, Webern und Berg liegt nun als Aufzeichnung in der Digital Concert Hall vor.
Es war eine besondere Reise, auf die die Berliner Philharmoniker und Simon Rattle die Londoner Musikfreunde mitnahmen. In den Werken der ersten Konzerthälfte - Wagners Parsifal-Vorspiel und Richard Strauss' Vier letzten Lieder - kulminiert der Klangrausch der Spätromantik und weist zugleich voraus auf die expressiven und harmonischen Visionen des frühen 20. Jahrhunderts. Diese werden greifbar in den Werken der zweiten Konzerthälfte. Ausgangspunkt waren hier die Fünf Orchesterstücke op. 16 von Arnold Schönberg (der die Werke übrigens 1914 selbst bei den »Proms« dirigiert hatte), gefolgt von Werken zweier Schönberg-Schüler: Anton Weberns Sechs Stücken für Orchester op. 6 und Alban Bergs Drei Orchesterstücken op. 6. Dass alle diese Kompositionen als eine Einheit verstanden werden können, hat Simon Rattle selbst bei diesem Konzert erklärt, als er das Publikum darum bat, nicht zwischen den Werken zu klatschen und sie vielmehr als eine Art »Elfte Symphonie Gustav Mahlers« auf sich wirken zu lassen. Als besonderes Glanzlicht des Abends sei schließlich die Gesangssolistin Karita Mattila erwähnt, über die der Evening Standard schrieb, niemand könne die vier Strauss-Lieder »mit einem goldeneren Klang oder mit größerer musikalischer Intelligenz« interpretieren.
Eine Koproduktion der BBC und der Berliner Philharmoniker © BBC 2010