Mo, 28. März 2011

Berliner Philharmoniker
Sir Simon Rattle

Hanna Schwarz, Emily Magee, Iain Paterson

  • Richard Strauss
    Salome konzertante Aufführung (1:54:30)

    Stig Andersen Tenor (Herodes), Hanna Schwarz Mezzosopran (Herodias), Emily Magee Sopran (Salome), Iain Paterson Bassbariton (Jochanaan), Pavol Breslik Tenor (Narraboth), Rinat Shaham Mezzosopran (Page der Herodias), Burkhard Ulrich Tenor (Erster Jude), Bernhard Berchtold Tenor (Zweiter Jude), Timothy Robinson Tenor (Dritter Jude), Marcel Beekman Tenor (Vierter Jude), Richard Wiegold Bass (Fünfter Jude), Reinhard Hagen Bass (Erster Nazarener), Andrè Schuen Bassbariton (Zweiter Nazarener, Cappadocier), Gábor Bretz Bass (Erster Soldat), Wilhelm Schwinghammer Bass (Zweiter Soldat)

Ostern steht vor der Tür, und wie jedes Jahr werden die Berliner Philharmoniker bei den Salzburger Osterfestspielen in die Rolle eines Opernorchesters schlüpfen. Diesmal erkunden die Philharmoniker, Sir Simon Rattle und ein exklusives Sängerensemble die Salome-Partitur von Richard Strauss. Dem Publikum der Berliner Philharmonie und der Digital Concert Hall präsentieren die Musiker ihre Interpretation in einer konzertanten Vorpremiere.

»Es tut mir leid, dass Strauss diese Salome komponiert hat, ich habe ihn sonst sehr gern, aber er wird sich damit furchtbar schaden« - so befand Wilhelm II., der wie viele Zeitgenossen nichts mit der düsteren Erotik des Werks anfangen konnte. Ihm entgegen stand das Publikum der Uraufführung, dessen Jubel nicht weniger als 36 Vorhänge provozierte. Das hysterisch diskutierte Für und Wider hat lange den Nuancenreichtum der Oper überdeckt: die fein austarierte Orchestrierung oder den facettenreichen Charakter der Titelheldin.

In der Berliner Aufführung gibt die amerikanische Sopranistin Emily Magee als Salome ihr Rollendebüt. Besonders als Wagner- und Strauss-Sängerin ist sie an den großen Opernhäusern der Welt zu Hause - vom Royal Opera House in London bis zu den Bayreuther Festspielen. Neben den männlichen Hauptrollen - Stig Andersen als Herodes und Iain Paterson als Jochanaan - wird auch die Interpretin der Herodias im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit stehen: Hanna Schwarz, eine herausragende Mezzosopranistin der letzten Jahrzehnte, deren Zusammenarbeit mit den Berliner Philharmonikern bis in das Jahr 1973 zurückreicht.

„… ein Meteor, dessen Kraft und Glanz alle in seinen Bann zieht …”

Richard Strauss’ Salome

»Ich kann nicht umhin Ihnen von dem hinreißenden Eindruck zu sprechen, den mir Ihr Werk bei der neuerlichen Lesung macht«, schreibt Gustav Mahler am 11. Oktober 1905 an Richard Strauss: »Das ist Ihr Höhepunkt bis jetzt! Ja, ich behaupte, daß sich nichts damit vergleichen [lässt], was sogar Sie bis jetzt gemacht haben. […] Da sitzt jede Note! Was ich schon lange gewußt habe: Sie sind der berufene Dramatiker! […] Mein Wort darauf, daß ich kein Mittel unversucht laßen und nie erlahmen werde, mich für dieses unvergleichliche, durchaus originale Meisterwerk einzusetzen.« Dass der sonst in seinen Einschätzungen eher zurückhaltende Wiener Hofoperndirektor mit diesem enthusiastischen Urteil Recht haben sollte, zeigte sich zwei Monate später. Als Salome am 9. Dezember in der überfüllten Dresdner Hofoper uraufgeführt wurde, konnte sich kaum ein Zuschauer der gewaltigen Wirkung des Werks entziehen. Am Ende der Vorstellung wurden der aus Berlin angereiste 41-jährige Komponist und das Ensemble unter der Leitung von Ernst von Schuch begeistert gefeiert und mit 38 Vorhängen bedacht.

Viele Zeitgenossen stürzte Salome in ein Meer widersprüchlicher Gefühle. Gefesselt von einer hochexpressiven Musik, erlebten sie ein »aus Wollust und Grauen bereitetes« Schauspiel (Karl Kraus), das in seiner Dekadenz und wilden Sinnlichkeit als irritierend, abstoßend oder gar gefährdend empfunden wurde. Während Mahler in seinem bereits zitierten Brief noch diplomatisch bemerkte: »Ich gestehe, daß Sie mir durch Ihre Musik das Wilde’sche Werk erst verständlich gemacht haben«, machte Romain Rolland (»Ihr Werk ist ein Meteor, dessen Kraft und Glanz alle in seinen Bann zieht, selbst diejenigen, die es nicht lieben.«) aus seiner Abneigung gegen die Stoffwahl keinen Hehl: »Oscar Wildes Salome ist Ihrer nicht würdig«, schrieb er nach der Pariser Erstaufführung an Strauss.

Tatsächlich verströmt Wildes Fassung der Salome-Tragödie den dekadenten Duft des Fin de Siècle. Angeregt von literarischen Verarbeitungen des Stoffs durch Gustave Flaubert, Stéphane Mallarmé und Joris-Karl Huysmans sowie Bildern Gustave Moreaus schuf er das einaktige Schauspiel 1891 während eines Paris-Aufenthalts in französischer Sprache. Dabei konzentrierte er das Geschehen auf die spannungsgeladene Beziehung zwischen Salome und Jochanaan, die im perversen Liebesspiel der schönen Prinzessin mit dem abgetrennten Kopf des Propheten ihren gewaltsamen Höhepunkt findet. Zugleich machte er das Motiv erotischen Begehrens zur zentralen Triebfeder der gesamten Handlung. Nach dem Verbot der geplanten Londoner Uraufführung im Jahr 1892 aus religiösen und sittlichen Gründen vergingen vier Jahre, bis das Werk in Paris zum ersten Mal öffentlich gespielt wurde. Wenige Monate vor dem Tod des skandalumwitterten Dichters erschien dann im Juni 1900 die erste deutsche Übersetzung von Hedwig Lachmann.

Dem Wiener Lyriker Anton Lindner ist es wohl zu verdanken, dass Strauss auf diese Übertragung aufmerksam wurde und schon bald mit dem Gedanken einer Vertonung der wildeschen Tragödie spielte. In die Tat umgesetzt wurde der Plan allerdings erst, nachdem der Komponist sich mit eigenen Augen von der Bühnenwirksamkeit des Schauspiels überzeugt hatte. Im November 1902 besuchte er in Max Reinhardts »Kleinem Theater« in Berlin eine Voraufführung von Salome. Vermutlich ist es diesem Theatererlebnis zuzuschreiben, dass Strauss bei der Bearbeitung der wildeschen Tragödie einen neuen Weg einschlug und die erste deutschsprachige Literaturoper schuf.

Anstatt die Zusammenarbeit mit Lindner fortzusetzen, der bereits mit der Ausarbeitung eines traditionellen Opernlibrettos begonnen hatte, beschloss er, die Einrichtung des literarischen Textes selbst vorzunehmen. Während er den Wortlaut der deutschen Übersetzung nur an wenigen Stellen veränderte, strich er fast die Hälfte des Dramentexts und eliminierte dabei neben illustrativen Passagen und einigen Nebenfiguren vor allem jene Dialoge, in denen die Vorgeschichte der Handlung und ihre historische Situierung zur Sprache kommen. Der Effekt dieser Eingriffe ist ein gestrafftes Handlungsgeschehen, das die zeitlosen Aspekte der Tragödie betont und die Konzentration der Zuschauer auf die Entwicklung der Hauptfiguren richtet.

Zu den faszinierendsten Aspekten von Salome gehört die atemlose Entwicklung des Handlungsgeschehens. Bereits die Dichtung »verläuft in einem einzigartigen, dramatischen crescendo von Anfang bis Ende. Und die Musik besitzt dieselben Eigenschaften. Nicht nur, daß sie immer lebendig und überströmend dahinfließt, sie ist ganz auf ihr Ziel gerichtet und wirft sich in die Schlussapotheose wie ein Fluss ins Meer« (Rolland an Strauss, 5. November 1905). Für die Entfaltung dieses ununterbrochenen Spannungsbogens bildet die Form des modernen Einakters eine ideale Voraussetzung. Durch die spezifische Raum- und Zeitgestaltung des musikalischen Dramas wird die Wirkung dabei noch gesteigert: Die gesamte Handlung ereignet sich an einem einzigen Ort – einer großen Terrasse im Palast des Herodes – während eines Festbanketts, wobei die dargestellte Zeit mehr oder weniger der Erzähldauer entspricht.

Bereits die berühmte Anfangspassage des Werks ist von außergewöhnlicher dramatischer Kraft. Statt mit einer Ouvertüre oder einem Vorspiel beginnt Strauss mitten im Geschehen. Ein tonal schillernder Klarinettenlauf versetzt uns unmittelbar in jene mondhelle Nacht, in der die Tragödie ihren Lauf nehmen wird. Über changierende Akkorde gleitet die Musik in den folgenden Takten durch verschiedene Klang- und Ausdruckswelten. Eine chromatisch gesteuerte Harmonik, die unterschiedliche Tonalitäten auf engstem Raum zusammenzwingt, entzieht dem Hörer dabei jeden sicheren Boden.

Die unerhörte Klangwelt, die schon in den ersten Takten des Musikdramas aufscheint, beruht in wesentlichem Maße aber auch auf Strauss’ virtuosem Umgang mit dem Orchester. Beeindruckend ist bereits die Besetzungsstärke des verwendeten Klangapparats mit weit über 100 Musikern. Holz- und Blechbläser sind mindestens vierfach besetzt, wobei der Komponist die Oboenfamilie um das damals gerade neu entwickelte Heckelfon erweiterte (heute wird diese Partie meistens von einer Bariton- bzw. Bassoboe gespielt) und die Gruppe der Klarinetten sogar auf sechs Spieler aufstockte. Um diesen umfangreichen Bläserapparat klanglich auszubalancieren, schreibt die Partitur eine vergrößerte Streicherbesetzung von mindestens 60 Spielern vor. Außerdem kommen zahlreiche Schlaginstrumente, zwei Harfen, eine Celesta sowie Harmonium und Orgel als Bühnenmusik zum Einsatz.

In enger Bezugnahme auf die Bühnenhandlung entwickelte Strauss in der Salome-Partitur einen unverwechselbaren Orchesterklang. Zu den dramatisch motivierten Innovationen gehört dabei neben zahlreichen neuen Mischklängen auch die Verwendung ungewöhnlicher instrumentaler Spieltechniken. Ein eindrucksvolles Beispiel hierfür findet sich in den Takten, die der gewaltsamen Tötung des Jochanaan vorausgehen: Über einem spannungsvollen Tremolo in den tiefen Kontrabässen und einem dumpfen Wirbel in der großen Trommel erklingt in unregelmäßigen Abständen ein grauenvoller Ton von unglaublicher Kraft. Beim Blick ins Orchester wird deutlich, dass dieser »eigentümlich hohe Ton« von einem Kontrabass erzeugt wird.

Schließlich spielt das Orchester auch bei der Entfaltung des dramatischen Geschehens eine zentrale Rolle. Besonders deutlich wird dies in den ausgedehnten Zwischenspielen, die das große Duett von Salome und Jochanaan umrahmen, sowie im »Tanz der sieben Schleier«. In diesen rein instrumentalen Passagen des Musikdramas tritt das komplexe Spiel der Leitmotive, die Figuren, Affekte und Situation charakterisieren und das Handlungsgeschehen kommentieren, in gesteigerter Form in Erscheinung.

Tobias Bleek

Stig Andersen, in Kopenhagen geboren, studierte an der Musikakademie Aarhus und an der Königlichen Musikakademie seiner Heimatstadt. Er ist Ensemblemitglied der Königlichen Oper Kopenhagen, wo er zahlreiche Rollen des lyrischen und des jugendlichen Faches sang, bevor er ein international gefragter Heldentenor wurde. Mit Wagner-Partien wie Lohengrin, Erik, Tannhäuser, Siegmund, Siegfried, Stolzing, Parsifal und Tristan, aber auch als Florestan, Otello, Hermann (Pique Dame), Herodes (Salome), Albrecht (Mathis der Maler) und Peter Grimes gastiert der Tenor weltweit auf führenden Bühnen wie denjenigen in München, Berlin, Dresden, Zürich, London, New York, Chicago, Tokio und Buenos Aires. Dabei arbeitet er z. B. mit den Dirigenten Daniel Barenboim, Bernard Haitink, Nikolaus Harnoncourt, Neeme Järvi, Marek Janowski, Zubin Mehta, Sir Simon Rattle, Esa-Pekka Salonen und Franz Welser-Möst zusammen. Im Konzertbereich umfasst Stig Andersens Repertoire u. a. Werke von Haydn, Beethoven, Brahms, Mahler, Szymanowski und Schönberg. Der Königlich Dänische Kammersänger, der seit 2006 auch als Regisseur tätig ist, gibt in diesen Konzerten sein Debüt bei den Berliner Philharmonikern.

Marcel Beekman, ein gebürtiger Niederländer, ist ein begehrter Interpret für die Opern- und Konzertliteratur von der Barockzeit bis heute; sein Repertoire beinhaltet Kompositionen von Claudio Monteverdi ebenso wie Bühnenwerke von Isidora Zebeljan und Peter-Jan Wagemans. Der Auftritt des Tenors bei der Uraufführung der Lukaspassion von Calliope Tsoupaki gehörte zu den Höhepunkten des Holland Festivals 2008. Marcel Beekman gastierte u. a. an der Nederlandse Opera, am Theater an der Wien, beim Koninklijk Concertgebouworkest Amsterdam, beim Gulbenkian Orchester Lissabon, beim ASKO|Schönberg Ensemble und bei Les Arts Florissants; er hat mit Dirigenten wie William Christie, Reinbert de Leeuw, Iván Fischer und Yakov Kreizberg zusammengearbeitet. Zu den Festivals, in deren Rahmen er als Solist zu hören ist, zählen die Nederlandse Muziekdagen, das Festival Oude Muziek Utrecht, das Festival de la Chaise-Dieu, das Festival d’Art Sacré in Paris, die Bregenzer Festspiele, das Fadjr Music Festival in Teheran und das Saito Kinen Festival in Japan. Bei den Berliner Philharmonikern gibt Marcel Beekman in diesen Konzerten sein Debüt.

Bernhard Berchtold studierte an der Universität »Mozarteum« Salzburg bei Horiana Branisteanu und Hartmut Höll. Ausgezeichnet bei mehreren internationalen Wettbewerben, erhielt er eines seiner ersten Engagements im Rahmen der Händel-Festspiele in Karlsruhe. Seit der Saison 2003/2004 ist das dortige Badische Staatstheater Bernhard Berchtolds Stammbühne, von wo aus er unter anderem an der Mailänder Scala, an der Bayerischen Staatsoper München und am Theater an der Wien gastierte. Vor allem Mozart-Partien, aber auch das Oratorienfach und der Liedgesang prägen Bernhard Berchtolds künstlerisches Schaffen, das ihn bereits an viele andere europäische Opern- und Konzerthäuser sowie zu den bedeutendsten Festivals geführt hat. So war er beispielsweise am Mozart-Zyklus der Salzburger Festspiele 2006 und 2007 beteiligt. Seine dreijährige residency beim Klavierfestival Ruhr krönten die CD-Veröffentlichungen von drei Schubert-Liedzyklen, die er auch im Rahmen der Schubertiade Schwarzenberg sang. Bernhard Berchtold, der als Konzertsolist mit Dirigenten wie Semyon Bychkov, Marcus Creed, Nikolaus Harnoncourt und Sebastian Weigle zusammengearbeitet hat, tritt nun sein Debüt bei den Berliner Philharmonikern an.

Pavol Breslik studierte zunächst an der Universität für Musik in seiner Heimatstadt Bratislava, gewann 2000 den Antonín-Dvořák-Wettbewerb in Tschechien und setzte 2002 seine Ausbildung am Opernstudio CNIPAL in Marseille fort. Außerdem besuchte er Meisterkurse bei Yvonne Minton, Mady Mesplé, Mirella Freni und William Matteuzzi. Von 2003 bis 2006 gehörte Pavol Breslik zum Ensemble der Staatsoper Unter den Linden in Berlin an, wo er u. a. Rollen von Mozart, Donizetti, Mussorgsky und Janáček sang und wo er nach wie vor gastiert. Inzwischen freischaffend tätig, ist er mit seinen zahlreichen Mozart-Partien, aber auch in Bühnenwerken von Beethoven, Donizetti, Strauß und Tschaikowsky an renommierten Häusern in aller Welt (Brüssel, Paris, London, München, New York) sowie bei den Festivals in Glyndebourne, Wien, Salzburg und Aix-en-Provence zu erleben. Als Konzertsolist bedeutender europäischer Symphonieorchester und Spezialensembles (beispielsweise des Concert d’Astrée) hat der Tenor unter der Leitung von Dirigenten wie Sir Colin Davis, Emmanuelle Haïm, Kurt Masur und Riccardo Muti ein breit gefächertes Repertoire mit Kompositionen von Händel bis Matthus aufgeführt. Bei den Berliner Philharmonikern tritt Pavol Breslik nun zum ersten Mal auf.

Reinhard Hagen studierte an der Staatlichen Hochschule für Musik in Karlsruhe. Seine Bühnenlaufbahn begann der Preisträger zahlreicher internationaler Wettbewerbe am Theater der Stadt Dortmund. Zur Spielzeit 1994/95 wurde er von Götz Friedrich an die Deutsche Oper Berlin verpflichtet, wo er seither die großen Partien des seriösen Bassfachs interpretiert. Von Berlin aus entfaltet Reinhard Hagen eine weltweite intensive Tätigkeit als Gast führender Opernhäuser (z. B. in München, Hamburg, Brüssel, Paris, London, New York, Los Angeles) und Festivals (Bayreuth, Salzburg, Glyndebourne, Tanglewood) sowie der renommiertesten Orchester. Bei den Berliner Philharmonikern gab er sein Debüt Mitte Februar 1998 in Konzerten mit Beethovens Missa solemnis (Dirigent: James Levine). Nach mehreren weiteren gemeinsamen Auftritten war er hier zuletzt Anfang Juni 2007 in konzertanten Aufführungen des Brecht-Weill-Balletts Die sieben Todsünden unter der Leitung von Sir Simon Rattle zu erleben.

Emily Magee studierte an der Indiana University bei Margaret Harshaw und gewann mehrere Wettbewerbe. Ihr Bühnendebüt gab sie als Fiordiligi (Così fan tutte) an der Lyric Opera of Chicago. Internationales Aufsehen erregte sie, als sie in einer Lohengrin-Neuproduktion der Berliner Staatsoper Unter den Linden erstmals auf einer deutschen Bühne gastierte. Daraufhin wurde sie eingeladen, bei den Bayreuther Festspielen 1997 die Rolle der Eva in den Meistersingern zu übernehmen. Mit einem Repertoire, das neben Werken von Mozart und Wagner ein breites Spektrun von Rollen in Opern von Verdi, Tschaikowsky, Dvořák, Gounod, Puccini, Strauss, Janáček, Korngold, Martinů und Britten umfasst, war Emily Magee seither an weiteren traditionsreichen Häusern wie denen in Hamburg, München, Zürich, Mailand, Paris (Théâtre du Châtelet), London (Covent Garden), San Francisco und Tokio sowie im Rahmen der Salzburger Festspiele zu erleben. Zu den bedeutenden Dirigenten, mit denen die Sopranistin bislang zusammengearbeitet hat, zählen Daniel Barenboim, Riccardo Chailly, Riccardo Muti, Antonio Pappano, Jeffrey Tate und Zubin Mehta. Als Solistin der Berliner Philharmoniker tritt Emily Magee in diesen Konzerten zum ersten Mal auf.

Iain Paterson studierte an der Royal Scottish Academy of Music and Drama und debütierte als Biterolf in Tannhäuser an der Opera North in Leeds. Im Verlauf seiner Karriere, die ihn weltweit auf renommierte Bühnen führte, u. a. zum Londoner Royal Opera House Covent Garden, ans Teatro Real Madrid und an die Opéra de Paris, sowie zu Festivals wie denen in Glyndebourne, Edinburgh und Bregenz, bildeten die Basspartien in den Werken Richard Wagners einen wesentlichen Teil seines Opernrepertoires. 2007 gestaltete er bei den Salzburger Osterfestspielen den Fasolt in der Produktion von Wagners Rheingold mit den Berliner Philharmonikern unter der Leitung von Sir Simon Rattle. Erst kürzlich trat er erstmals an der New Yorker Metropolitan Opera als Gunther (Götterdämmerung) unter James Levine auf. Des Weiteren war er in letzter Zeit als Don Giovanni am Chicago Opera Theatre, als Amonasro in Aida und als Figaro an der English National Opera zu erleben. Im Konzertsaal gab Iain Paterson unlängst sein Debüt beim Melbourne Symphony Orchestra unter Oleg Caetani mit der Basspartie in Schostakowitschs 13. Symphonie. Außerdem war er als Solist des BBC Symphony Orchestra bei der englischen Erstaufführung der durch Luciano Berio vervollständigten Partitur von Puccinis Turandot in der Partie des Timur zu hören. In Berliner Konzerten der Philharmoniker singt Iain Paterson nun zum ersten Mal.


Timothy Robinson studierte am New College in Oxford und an der Londoner Guildhall School of Music and Drama. Vor allem in den Bereichen Konzert und Oper hat er sich seither europaweit mit einem Repertoire Anerkennung erworben, das die Alte Musik ebenso einschließt wie Werke des 20. Jahrhunderts. Mit führenden britischen Orchestern und an den wichtigsten Opernhäusern des Landes (zeitweise auch im Ensemble des Royal Opera House, Covent Garden) trat Timothy Robinson unter der Leitung von Dirigenten wie Bernard Haitink, William Christie, Sir Charles Mackerras und Sir Colin Davis auf. Er gastierte u. a. an den Opernhäusern in Paris und München, im Concertgebouw Amsterdam, beim Orchestre de Lyon, bei den Symphonieorchestern des Finnischen und des Bayerischen Rundfunks und beim Mahler Chamber Orchestra. Sein Debüt bei den Wiener Philharmonikern gab Timothy Robinson unter Sir Simon Rattle, der ihn auch zur Mitwirkung in den Konzerten der Berliner Philharmoniker zum Jahresende 2002 einlud. Zuletzt war er bei ihnen Anfang Juni 2007– ebenfalls unter Sir Simons Leitung – in konzertanten Aufführungen der Sieben Todsünden von Brecht/Weill zu erleben.

Andrè Schuen stammt aus dem ladinischen La Val in Südtirol. Er studierte Gesang an der Universität »Mozarteum« Salzburg; außerdem besuchte er Meisterkurse u. a. bei Kurt Widmer, Sir Thomas Allen, Brigitte Fassbänder und Marjana Lipovšek. Der Bariton ist Solist der Salzburger Konzertgesellschaft, des Collegium Musicum Salzburg, der Bachgesellschaft, der Stiftsmusik St. Peter und der Salzburger Dommusik. Mit einem Repertoire, das sich von der Alten Musik über die großen Oratorien- und verschiedene Opernpartien bis zu zeitgenössischen Werken erstreckt und auch den Bereich Kunstlied einschließt, war Andrè Schuen bei den Salzburger Festspielen (2006 und 2009), am Salzburger Landestheater (2008 und 2010), sowie mit Konzertauftritten im gesamten deutschsprachigen Raum, in Japan, Mexiko und Argentinien zu erleben. Als Solist renommierter Orchester (z. B. Wiener Philharmoniker, Camerata Salzburg) hat Andrè Schuen mit Dirigenten wie Sir Roger Norrington, Ivor Bolton und Ingo Metzmacher zusammengearbeitet. Im Sommer 2010 nahm er am »Young Singers Project« der Salzburger Festspiele teil und seit September 2010 arbeitet er im Studio der Oper Graz. Bei den Berliner Philharmonikern gibt Andrè Schuen in diesen Konzerten sein Debüt.

Hanna Schwarz begann nach einem Psychologiestudium ihre Gesangsausbildung an der Musikhochschule in Hannover. Auf ihr Debüt am dortigen Opernhaus als Sigrune in Wagners Walküre folgte eine Verpflichtung an die Hamburgische Staatsoper. 1975 war sie als Fricka erstmals bei den Festspielen in Bayreuth zu erleben, wo sie später auch die Partien Erda, Brangäne und Waltraute sang. Vor allem als Wagner-Interpretin, aber auch in Werken von Mozart, Berg, Strauss, Bizet u. a. gastierte Hanna Schwarz im Verlauf ihrer Weltkarriere an führenden Bühnen wie denen in Berlin, München, Salzburg, London und New York. Für ihre Gestaltung der Klytämnestra in der Strauss-Oper Elektra wurde sie 1997 zur »Sängerin des Jahres« gewählt. Die Mezzosopranistin ist der zeitgenössischer Musik besonders zugewandt und führte bislang z. B. Werke von Maurizio Kagel, Bernd Alois Zimmermann, Hans Werner Henze, Alfred Schnittke und Leonard Bernstein auf. Sie hat mit Dirigenten wie Pierre Boulez, Bernard Haitink, Herbert von Karajan, James Levine und Wolfgang Sawallisch zusammengearbeitet; viele internationale Spitzenorchester laden sie regelmäßig als Solistin ein. In Konzerten mit den Berliner Philharmonikern ist Hanna Schwarz seit 1973 wiederholt zu hören gewesen.


Wilhelm Schwinghammer wurde nach einer ersten Ausbildung in Chor und Musikgymnasium der Regensburger Domspatzen Schüler von Harald Stamm an der Universität der Künste Berlin; außerdem besuchte er Meisterkurse bei Kurt Moll und Marjana Lipovšek. Seine Mitwirkung in Philippe Herreweghes Collegium Vocale Gent und im Ensemble Sette Voci um den Bariton Peter Kooij beeinflusste seine künstlerische Entwicklung ebenfalls. Umfassende Bühnenerfahrung erwarb sich Wilhelm Schwinghammer an der Hamburgischen Staatsoper, die ihn 2003 zunächst ihr Internationales Opernstudio aufnahm und deren Ensemble er seit Herbst 2006 angehört. Der Bass, zu dessen Opern- und Konzertrepertoire inzwischen Partien in Werken von Händel, Bach, Haydn, Mozart, Beethoven, Weber, Wagner, Verdi, Tschaikowsky, Puccini und Britten zählen, gastierte u. a. bei den Salzburger Festpielen und im Rahmen der Schubertiade Schwarzenberg. 2009 wurde Wilhelm Schwinghammer beim Internationalen Musikwettbewerb der ARD mit dem Zweiten Preis und dem Publikumspreis ausgezeichnet. In Konzerten der Berliner Philharmoniker gibt er nun sein Debüt.

Rinat Shaham, im israelischen Haifa geboren, absolvierte ihr Gesangsstudium am Curtis Institute of Music in Philadelphia. Eine enge künstlerische Zusammenarbeit verbindet die Preisträgerin zahlreicher Gesangswettbewerbe mit Marilyn Horne an der Music Academy of the West in Santa Barbara. Schon während ihrer Ausbildung gab sie ihr Operndebüt als Zerlina (Don Giovanni) mit der Opera Company of Philadelphia. Es folgten Engagements an verschiedenen US-amerikanischen Bühnen. Auf internationaler Ebene erregte sie 2004 beim Glyndebourne Festival in der Rolle der Carmen die Aufmerksamkeit von Publikum und Kritikern. Rinat Shaham arbeitete bereits gemeinsam mit Dirigenten wie André Previn, Christoph Eschenbach, Leonard Slatkin und William Christie. Besondere Erfolge feierte sie mit ihren Interpretationen der Carmen, der Rosina im Barbier von Sevilla, Dorabella in Così fan tutte und Blanche in Dialogues des Carmélites u. a. auf den Bühnen der Berliner Staatsoper unter den Linden, dem Teatro La Fenice in Venedig, dem Palau de Reina Sofia in Valencia und der New York City Opera. Im Konzertfach gleichsam geschätzt, konzertierte die Mezzosopranistin u. a. mit Orchestern wie dem New York Philharmonic, dem London Symphony, dem Israel Philharmonic sowie mit Les Arts Florissants. Im Juni 2005 gab Rinat Shahan ihr Debüt bei den Berliner Philharmonikern, wo sie unter Sir Simon Rattles Leitung in Strawinskys Les Noces and Hadyns Harmoniemesse mitwirkte.


Burkhard Ulrich stammt aus Aachen. Er studierte Klavier, Orgel, Gesang und Instrumentalpädagogik an der Musikhochschule Köln sowie am Salzburger Mozarteum. Der Preisträger mehrerer Wettbewerbe gehört nach Engagements an den Theatern in Koblenz und Kiel seit 2001 zum Ensemble der Deutschen Oper Berlin. Sein Repertoire umfasst Partien wie Mime (Rheingold und Siegfried), Basilio (Le nozze di Figaro) und Monostatos (Die Zauberflöte), Schuiskij (Boris Godunow), Valzacchi (Der Rosenkavalier) und Goro (Madama Butterfly). Der Tenor hat mit Dirigenten wie Christian Thielemann, Lothar Zagrosek, Riccardo Muti und Marc Minkowski zusammengearbeitet. Gastspiele führten ihn u. a. an die Deutsche Oper am Rhein, die Oper Leipzig, die Opéra National de Paris, ans Theater Basel, zu den Festspielen in Salzburg und Bregenz, zur RuhrTriennale, zum Festival d’Art Lyrique in Aix-en-Provence und ans Arts Center in Seoul. Seit Ende 2005 bereits mehrfach Gast der Berliner Philharmoniker, wirkte Burkhard Ulrich hier zuletzt im September 2010 in konzertanten Aufführung von Igor Strawinskys Pulcinella mit (Dirigent: Sir Simon Rattle).

Richard Wiegold studierte von 1999 bis 2003 am Royal Northern College of Music in Manchester. Darüber hinaus lässt er sich bei Anthony Roden ausbilden. Zu seinem Repertoire gehören neben den klassischen Basspartien auch Rollen moderner und zeitgenössischer Opern. So war er u. a. an der Canadian Opera als Komtur in Don Giovanni, als Sarastro in Die Zauberflöte am Cork Opera House und als Söldner Pistola in Falstaff beim Lyrique-en-Mer-Festival in Frankreich zu sehen, wie auch als Dachs und als Pfarrer in Janáczeks Das schlaue Füchslein an der Wiener Kammeroper, als Der grüne Ritter in Lynne Plowmans Gwyneth and the Green Knight am Music Theatre Wales und in der Rolle des Alten Otto in Carlisle Floyds Susannah am Teatro Arriaga de Bilbao. Im Juni 2009 debütierte der Bassist als Dr. Grenvil (La Traviata) am Royal Opera House Covent Garden; diese Vorstellung wurde in ganz Europa ausgestrahlt. Im Konzert ist Richard Wiegold regelmäßig zu Gast bei Festivals in China, Irland, Frankreich und Großbritannien. Gemeinsam mit dem Royal Philharmonic Orchestra sang er 2009 in einer konzertanten Aufführung von Beethovens Fidelio und im August 2010 wirkte er unter Valery Gergievs Leitung in einer konzertanten Darbietung von Strauss’ Salome beim Festival in Verbier mit. In diesen Konzerten ist er erstmals gemeinsam mit den Berliner Philharmonikern zu erleben.


Oliver Zwarg studierte Geschichte und Schulmusik in Bremen; 1996 begann er ein Aufbaustudium an der Musikhochschule Stuttgart bei Julia Hamari und Carl Davis; inzwischen arbeitet er regelmäßig mit Rudolf Piernay zusammen. Auf sein Bühnendebüt 1997 bei den Ludwigsburger Schlossfestspielen als Nanni in Haydns L’infedeltà delusa folgten Festengagements an die Hamburgische Staatsoper (1999) und die Staatsoper Hannover (2001); Gastauftritte in dieser Zeit führten den Bass z. B. ans Gran Teatre del Liceu in Barcelona, an die Komische Oper Berlin, an die Bayerische Staatsoper München und ans Nationaltheater Mannheim. Mit einem Repertoire, das über die klassisch-romantische Literatur hinaus auch Werke von Debussy, Strauss, Schreker, Berg und Kagel umfasst, ist Oliver Zwarg seit dem Sommer 2006 im Konzert- und Opernfach sowie als Gesangspädagoge freischaffend tätig. Er war an Bühnenproduktionen renommierter Häuser wie denen in Stuttgart, Berlin (Lindenoper), Hamburg, Wiesbaden, Straßburg und Toulouse beteiligt; außerdem sang er u. a. bei den Wiener Festwochen, beim Edinburgh Festival und im Concertgebouw Amsterdam. In Konzerten der Berliner Philharmoniker ist er nun erstmals zu hören.

EMISir Simon Rattle tritt in der Digital Concert Hall mit freundlicher Genehmigung von EMI Classics auf.

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Sehen Sie ein Konzert mit Mahlers Symphonie Nr. 1 und Beethovens Symphonie Nr. 4, dirigiert von Sir Simon Rattle.

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