Herbert Blomstedt dirigiert Bruckners Achte Symphonie

Herbert Blomstedt dirigiert Bruckners Achte Symphonie

Berliner Philharmoniker
Herbert Blomstedt

  • Anton Bruckner
    Symphonie Nr. 8 c-Moll (Fassung von Robert Haas)

Die Bruckner-Deutungen von Herbert Blomstedt sind ungemein transparent und detailreich. Zudem wirkt die Lesart des schwedischen Maestros sehr direkt, wenn er nach langen Bögen die Musik mit gezielter Wucht zu ihren Höhepunkten führt. »Bruckner«, so Blomstedt, »hat wie kein anderer Komponist die Unendlichkeit von Zeit und Raum in der Musik darstellen können« – mit monumentalen Symphonien, die von Orchester und Dirigenten viel fordern: »Bruckners Crescendi«, so der Dirigent weiter, »sind berühmt. Die langen Steigerungen gehen manchmal über mehrere Minuten. Schon am Anfang muss man wissen, wo das Ziel ist. Beim Durchlaufen dieser Strecke darf die Spannung nie nachlassen, man darf aber auch nicht zu früh Emotion, Klangstärke und Intensität steigern. Bei der Gestaltung von Bruckners Musik ist es nötig, immer Reserven zu haben. Hierfür braucht man Geduld; in unserer Zeit keine sehr verbreitete Eigenschaft ...«

Kein Zweifel: Gerade bei Bruckner liegt die Kraft im ökonomischen Aufbau von Spannungsbögen und einem gezielten Einsatz der vorhandenen Mittel; wenn die aufgestauten Energien dann mit all ihrer Kraft losbrechen, hat seine Musik eine schier überwältigende Wirkung. Mit der Achten, die mit dem dämmerigen Klang leiser Hornrufe und Streichertremoli beginnt, hat Blomstedt die gewaltigste Bruckner-Symphonie aufs philharmonische Programm gesetzt – ein Werk, das innerhalb der Musiklandschaft des 19. Jahrhunderts wie ein erratischer Block herausragt: »Die Symphonie ist die Schöpfung eines Giganten und überragt an geistiger Dimension, an Fruchtbarkeit und Größe alle anderen Symphonien des Meisters« (Hugo Wolf).

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