Jubiläumskonzert der Jungen Deutschen Philharmonie

Jubiläumskonzert der Jungen Deutschen Philharmonie
Das gewählte Konzert wird bearbeitet und steht in Kürze zur Verfügung.

Sa, 27. September 2014

Junge Deutsche Philharmonie
Lothar Zagrosek

Truls Mørk

  • Claude Debussy
    La Mer

  • Witold Lutosławski
    Konzert für Violoncello und Orchester

    Truls Mørk Violoncello

  • José María Sánchez-Verdú
    Alqibla für Orchester

  • Richard Strauss
    Don Juan op. 20

Happy Birthday, Junge Deutsche Philharmonie! 1974 gründeten junge ambitionierte Musikerinnen und Musiker einen Klangkörper, der sich heute selbstbewusst als »das Zukunftsorchester« bezeichnet. Von Anfang an wurde nur die Crème de la crème des bundesdeutschen Orchesternachwuchses in die Reihen der Jungen Deutschen Philharmonie aufgenommen. Und daran hat sich nichts geändert! Frische und engagierte Interpretationen auf höchstem musikalischem Niveau sowie innovative Konzertprogramme waren und sind Markenzeichen der Jungen Deutschen Philharmonie.

Seinen 40. Geburtstag feiert das Orchester beim diesjährigen Konzert in der Berliner Philharmonie unter der Leitung des scheidenden Ersten Gastdirigenten und künstlerischen Beraters Lothar Zagrosek mit einem Programm, das es in sich hat. Die schillernden Impressionismen von Claude Debussys symphonischem Triptychon La Mer bilden den Auftakt. Weiter geht es dann mit Witold Lutosławskis atemberaubendem Violoncellokonzert, dessen Soloparts sich der norwegische Cellist Truls Mørk annimmt. Musik unserer Zeit ist mit dem Orchesterstück Alqibla des 1968 geborenen spanischen Komponisten José María Sánchez-Verdú vertreten – eine Komposition übrigens, die 2000 von der Jungen Deutschen Philharmonie unter Zagroseks Leitung in der Berliner Philharmonie uraufgeführt wurde. Einen Prüfstein für jedes Orchester, aber auch einen spannenden Kontrast zu Debussys musikalischem Seestück stellt der letzte Programmpunkt dar: Richard Strauss’ Symphonische Dichtung Don Juan.

Lothar Zagrosek erhielt seine erste musikalische Ausbildung bei den Regensburger Domspatzen; Dirigieren studierte er zwischen 1962 und 1967 bei Hans Swarowsky, István Kertész, Bruno Maderna und Herbert von Karajan. Nach Stationen als Generalmusikdirektor in Solingen und in Krefeld/Mönchengladbach, Chefdirigent des Österreichischen Radiosinfonieorchesters in Wien, Musikdirektor der Grand Operá de Paris sowie als Erster Gastdirigent des BBC Symphony Orchestra, London, war Lothar Zagrosek in den Jahren 1990 bis 1992 Generalmusikdirektor der Oper Leipzig. Seit 1995 ist er der Jungen Deutschen Philharmonie als Erster Gastdirigent und Künstlerischer Berater verbunden. Als Generalmusikdirektor der Württembergischen Staatsoper Stuttgart (1997 – 2006) wurde Lothar Zagrosekvon den Kritikern der Zeitschrift Opernwelt zweimal als »Dirigent des Jahres« ausgezeichnet; von 2006 bis 2011 war er Chefdirigent des Konzerthausorchesters Berlin. Seine Tätigkeit im Opernbereich führte ihn u. a. an die Staatsopern in Wien und Hamburg sowie an die Bayerische Staatsoper München, die Semperoper Dresden, das Théâtre de la Monnaie Brüssel, das Royal Opera House Covent Garden in London und an das Teatro La Fenice in Venedig. Im Jahr 2012 dirigierte Lothar Zagrosek, dessen besonderes Engagement der zeitgenössischen Musik gilt, an der Oper Frankfurt Luigi Dallapiccolas Opereinakter Volo di Notte und Il Prigioniero. Zudemübernahm er an der Deutschen Oper Berlin mit großem Erfolg die musikalische Leitung einer Neuinszenierung von Helmut Lachenmanns Musiktheaterwerk Das Mädchen mit den Schwefelhölzern. Als Gastdirigent stand er am Pult zahlreicher bedeutender Orchester des In- und Auslands und war bei den Wiener und Berliner Festwochen, bei den London Proms, den Münchner Opernfestspielen und bei den Salzburger Festspielen zu erleben; in den Konzerten der Berliner Philharmoniker gastierte der Künstler zuletzt Ende Februar 2008 gemeinsam mit der Jungen Deutschen Philharmonie. Lothar Zagrosek ist Schirmherr der Offensive Kulturelle Bildung in Berlin, Ehrenvorsitzender der Jury des Hochschulwettbewerbs Dirigieren 2008 und Vorsitzender des künstlerischen Beirats des Dirigentenforums des Deutschen Musikrats; im März 2006 wurde er mit dem Hessischen Kulturpreis ausgezeichnet.

Truls Mørkerhielt ersten Violoncellounterricht von seinem Vater John, später studierte er bei Frans Helmerson, Heinrich Schiff und Natalia Schakowskaya. Er gewann u. a. den Moskauer Tschaikowsky-Wettbewerb und den Internationalen Naumburg-Wettbewerb in New York, zudem wurde er mit dem Sibelius-Preis ausgezeichnet. Heute gastiert Truls Mørk weltweit bei den renommiertesten Orchestern (Koninklijk Concertgebouworkest Amsterdam, Wiener Philharmoniker, Gewandhausorchester Leipzig, Staatskapelle Dresden, New York Philharmonic, Boston Symphony, Chicago Symphony, Los Angeles Philharmonic). Hierbei arbeitet der norwegische Cellist mit Dirigenten wie Myung-Whun Chung, Mariss Jansons, Manfred Honeck, Esa-Pekka Salonen, Yannick Nézet-Séguin, Gustavo Dudamel, Sir Simon Rattle und Christoph Eschenbach. Auch als Kammermusiker ist Truls Mørk weltweit gefragt; 2011 stellte er beim Festival in Bergen an zwei Abenden sämtliche Cellosonaten Ludwig van Beethovens vor. Zudem ist der Künstler, der 2012 die britische Erstaufführung von Einojunahi Rautavaaras Towards the Horizon übernahm, ein engagierter Interpret zeitgenössischer Musik. So wirkte Truls Mørk u. a. bei der von Charles Dutoit dirigierten Uraufführung von Krzysztof Pendereckis Concerto grosso für drei Violoncelli und Orchester mit und übernahm das Solo in Haflidi Hallgrímssons Konzert für Violoncello und Orchester; im Februar 2006 war er zudem im Rahmen der Uraufführung von Matthias Pintschers Reflections on Narcissus mit dem von Christoph Eschenbach dirigierten Orchestre de Paris zu erleben. Sein Debüt bei den Berliner Philharmonikern gab Truls Mørk im Oktober 1992 als Solist in Dmitri Schostakowitschs Zweitem Cellokonzert (Dirigent: Neeme Järvi). Anfang Mai 2007 war er zuletzt in den Konzerten des Orchesters zu Gast, als einer der beiden Solisten in dem Doppelkonzert a-Moll op. 102 von Johannes Brahms; Dirigent war Sir Simon Rattle.

Die Junge Deutsche Philharmoniezählt zu den gefragtesten Nachwuchsorchestern Deutschlands. Die Mitglieder im Alter von 18 bis 28 Jahren, Studierende deutschsprachiger Musikhochschulen, kommen mehrmals jährlich zu konzentrierten Probenphasen mit anschließenden internationalen Konzerttourneen und Gastspielen zusammen. Neben dem großen symphonischen Repertoire bilden die zeitgenössische Musik und die historische Aufführungspraxis inhaltliche Schwerpunkte. Mit ihrem Festival FREISPIEL in Frankfurt am Main setzt die Junge Deutsche Philharmonie seit 2008 zudem auch als Veranstalter alle zwei Jahre einen Akzent mit genreübergreifenden und experimentellen Aufführungen. Das Orchester arbeitet regelmäßig mit international renommierten Dirigenten wie David Afkham, George Benjamin, Ivor Bolton, Andrey Boreyko, Paul Goodwin, Sir Roger Norrington, Jonathan Nott, Andrés Orozco-Estrada, Christophe Rousset und Lothar Zagrosek zusammen. Im Herbst 2014 wird Jonathan Nott Erster Dirigent und Künstlerischer Berater des Ensembles; sein Vorgänger Lothar Zagrosek hat seit 1995 das Amt des Ersten Gastdirigenten und Künstlerischer Beraters inne. Renaud Capuçon, Sol Gabetta, Martin Helmchen, Sergey Khachatryan, Sergei Narkariakov, Christiane Oelze, Christian Tetzlaff und Carolin Widmann bereichern die künstlerische Kompetenz der Orchestermitglieder ebenso wie die Zusammenarbeit mit Komponisten wie Beat Furrer, Heiner Goebbels, Enno Poppe, Wolfgang Rihm, José María Sánchez-Verdú, Jörg Widmann und Hans Zender. Besondere Partnerschaften verbindet die Junge Deutsche Philharmonie mit den Bamberger Symphonikern, den Berliner Philharmonikern und dem WDR Sinfonieorchester. Auf Einladung der Stiftung Berliner Philharmoniker war das Ensemble zuletzt im März 2013 mit Mahlers Neunter Symphonie in der Philharmonie zu hören; Dirigent war Jonathan Nott.