»Carmen« mit Simon Rattle, Magdalena Kožená und Jonas Kaufmann

Sa, 21. April 2012

Berliner Philharmoniker
Sir Simon Rattle

Magdalena Kožená, Jonas Kaufmann

  • Georges Bizet
    Carmen (Rekonstruktion der ursprünglichen Fassung durch Fritz Oeser) konzertante Aufführung (02:44:27)

    Magdalena Kožená Mezzosopran (Carmen), Jonas Kaufmann Tenor (Don José), Kostas Smoriginas Bariton (Escamillo), Genia Kühmeier Sopran (Micaëla), Christian van Horn Bassbariton (Zuniga), Andrè Schuen Bassbariton (Moralès), Christina Landshammer Sopran (Frasquita), Rachel Frenkel Mezzosopran (Mercédès), Simone del Salvio Bariton (Dancaïro), Jean-Paul Fouchécourt Tenor (Remendado), Chor und Kinderchor der Staatsoper Unter den Linden, Eberhard Friedrich Einstudierung, Vinzenz Weissenburger Einstudierung

  • Carmen: Video mit englischen und deutschen Untertiteln (2:44:28)

  • kostenlos

    »Carmen« in der Berliner Philharmonie (17:34)

Für viele ist es das Opernereignis der Saison: Bizets Carmen bei den Osterfestspielen Salzburg mit den Berliner Philharmonikern und Sir Simon Rattle. In einem mit Spannung erwarteten Debüt sang Magdalena Kožená die Carmen-Partie erstmals in einer szenischen Aufführung. Mit Jonas Kaufmann als Don José stand ihr der herausragende Tenor der jungen Generation zur Seite. Nach Abschluss des Festivals präsentieren die Musiker ihre Interpretation in einer konzertanten Aufführung dem Publikum der Berliner Philharmonie und der Digital Concert Hall.

Die Titelheldin ist eine der faszinierendsten Gestalten der Opernliteratur: mal erotisch, mal cool; mal spontan, mal berechnend - eine Fabrikarbeiterin aus dem Schmuggler-Milieu, die aber durch ihre magische Ausstrahlung wie eine Königin über ihre Mitmenschen herrscht. Eine solche Figur war für das Publikum zu Bizets Zeiten kaum zu ertragen. Wie überhaupt die ganze Handlung zu direkt, zu drastisch und zu wenig opernhaft erschien. Eben diese Charakteristika sichern der Opern indessen ihre heutige - und vielleicht unsterbliche - Popularität.

So authentisch wie die Haltung der Akteure ist die Haltung der Musik. Auch wenn ihre hinreißenden Melodien und ihr farbiges Flair wohl niemanden kalt lassen, so versucht Bizet doch nie, sich beim Publikum einzuschmeicheln. Die beste Charakterisierung der Partitur stammt wohl von Friedrich Nietzsche: »Diese Musik scheint mir vollkommen. Sie ... ist böse, raffiniert, fatalistisch: sie bleibt dabei populär .... Hat man je schmerzlichere tragische Akzente auf der Bühne gehört? Und wie werden dieselben erreicht! Ohne Grimasse! Ohne Falschmünzerei! Ohne die Lüge des großen Stils!«

Obszön, vulgär und lasterhaft

Anmerkungen zu Georges Bizets Carmen

Georges Bizets Carmen ist heute die meistgespielte Oper der Welt, noch vor Mozarts Zauberflöte oder Puccinis La Bohème. Und das, nachdem die Uraufführung an der Pariser Opéra-Comique am 3. März 1875 ein so eklatanter Misserfolg gewesen war, dass viele Biografen den frühen Tod des Komponisten als mittelbare, wenn nicht unmittelbare Folge dieses Scheiterns gedeutet haben. Tatsächlich starb der 36-jährige Bizet am 3. Juni 1875 – auf den Tag genau drei Monate nach der Premiere von Carmen – wohl eher an den Folgen eines Abszesses und einer verschleppten Erkältung als an »gebrochenem Herzen«. Das Uraufführungs-Publikum war allerdings wirklich eiskalt geblieben, und die Kritiken waren vernichtend ausgefallen. Der Musik wurden bizarrerie und incohérence vorgeworfen, vor allem aber empörte man sich über die Vulgarität und Unmoral des Stücks. Bis zum 13. Juni 1875 wurde Carmen 37-mal gegeben – oft vor halb leerem Saal –, und auch 13 weitere Aufführungen in der nächsten Saison fanden kaum größeren Zuspruch.

Einen Tag vor seinem Tod hatte Bizet einen Vertrag mit der Wiener Hofoper unterzeichnet, wo Carmen am 23. Oktober 1875 herauskam, allerdings mit nachhaltigen Änderungen: Bizets Studienfreund Ernest Guiraud hatte die (nach Maßgaben der Opéra-Comique gesprochenen) Dialoge durch Rezitative ersetzt und eine Ballettmusik aus anderen Werken Bizets arrangiert und hinzugefügt. Diese Fassung lag bis weit ins 20. Jahrhundert hinein den meisten Aufführungen zugrunde; erst 1964 rekonstruierte der Musikforscher Fritz Oeser eine »nach den Quellen kritisch revidierte« Originalfassung, in der Carmen auch heute Abend gespielt wird. Nach Wien (wo Eduard Hanslicks abschätziges Urteil, das Werk sei »Halbkunst«, nichts am Erfolg der Oper änderte) folgten unter anderem Brüssel, Marseille, Lyon, St. Petersburg, London, Dublin, New York und Neapel; bei mehreren dieser Produktionen verkörperte die Uraufführungs-Carmen Célestine Galli-Marié die Titelpartie. Im April 1883 – acht Jahre nach ihrer Uraufführung – kehrte Carmen dann schließlich nach Paris und an die Opéra-Comique zurück; zunächst sang Adèle Isaac die Titelrolle, kam allerdings beim Publikum so schlecht an, dass der Direktor Léon Carvalho die Wiederaufnahme am 27. Oktober wieder mit Célestine Galli-Marié besetzte, deren knisternde Bühnenpräsenz dem verkannten Werk nun zum Triumph verhalf: Am 22. Dezember feierte man die 100. Aufführung, am 21. Oktober 1891 die 500., am 23. Dezember 1904 die 1000.

Wenn man alle Pläne, Fragmente und später vernichtete Arbeiten zusammen nimmt, war Carmen Georges Bizets 30. Bühnenwerk! Am 22. Mai 1872 war sein Einakter Djamileh an der Opéra-Comique uraufgeführt worden; das Werk hatte nur mäßigen Erfolg und war nach elf Vorstellungen wieder vom Spielplan verschwunden, aber »was mir mehr Genugtuung verschafft als die Ansicht all dieser Leute, ist die völlige Gewissheit, meinen Weg gefunden zu haben«, wie Bizet am 17. Juni 1872 an Edmond Galabert schreibt. »Ich weiß, was ich tue. Gerade habe ich den Auftrag bekommen, einen Dreiakter für die Opéra-Comique zu schreiben. Meilhac und Halévy machen mein Stück. Es wird fröhlich sein, aber von einer Fröhlichkeit, die stilvoll ist.« Henri Meilhac und Ludovic Halévy, die vor allem für ihre Zusammenarbeit mit Jacques Offenbach berühmt wurden, waren eines der erfolgreichsten Librettisten-Gespanne der Pariser Bühnen und ließen sich bereitwillig auf Bizets Vorschlag ein, die 1845 in der Revue des deux mondes erschienene Novelle Carmen von Prosper Mérimée zu adaptieren. Dabei dürfte die Faszination der Titelheldin – eine der ersten femmes fatales der Weltliteratur – den Komponisten ebenso gereizt haben wie der exotische Schauplatz Sevilla.

Einen der wichtigsten Impulse der Spanien-Mode im Frankreich jener Tage hatte Sebastián de Iradier y Salaverri mit seinen Liedersammlungen L’Echo d’Espagne (1858/59) und Fleurs d’Espagne (1864) gegeben, in denen sich nicht nur ein »Klassiker« wie La paloma findet, sondern auch die Habanera El arreglito, die Bizet zu Carmens berühmter Habanera »L’amour est un oiseau rebelle« inspirierte. Überhaupt sind die spanischen Elemente, die er in seiner Partitur vorstellt, sorgfältig recherchiert und stilisiert, ohne je in einen platten Folklorismus zu verfallen: die Seguidilla »Près des remparts de Séville«, die fandango-artige Chanson bohème »Les tringles des sistres tintaient«, die Malagueña vor dem vierten Akt. Durch übermäßige Intervalle, chromatische Trübungen der Dur/Moll-Tonalität und poly-melodische Schichtungen gelingt es Bizet beispielhaft, ein spanisch-exotisches Kolorit zu suggerieren, das eigentlich genau den Pariser Musik- und Zeitgeschmack hätte treffen sollen. Andererseits bot die Partitur auch genug Modernismen, um das konservative Publikum zu irritieren; die kaum mehr funktionale Hyper-Chromatik des Schmugglerchores »Prends garde de faire un faux pas!« zu Beginn des dritten Aktes etwa dürfte wohl ausgereicht haben, um den Komponisten als Parteigänger der »Zukunftsmusik« darzustellen, wie es der wagnérien Adolphe Jullien getan hat.

»Ich weiß, was ich tue«, hatte Bizet geschrieben; und wirklich gibt es kaum eine andere Oper, die so perfekt »funktioniert« wie Carmen. Zum einen gibt es die »stilvolle Fröhlichkeit«, die dem Komponisten vorschwebte; die »leichte, biegsame« Schönheit, die Friedrich Nietzsche erlebte; die »operettenhafte Klarheit«, die Attila Csampai und andere Autoren dem Werk attestiert haben. »Dieses Werk, in dem sich Popularität mit Raffinement, spanische Leidenschaft mit französischer Grazie, elementare Vitalität mit spielender Heiterkeit vermählt, ist eigentlich die ideale Operette«, hat schon Egon Friedell 1931 in seiner Kulturgeschichte der Neuzeit festgestellt. Zum anderen nimmt das Drama in beispielloser Geradlinigkeit und Stringenz seinen Lauf – ohne Schnörkel, ohne pathetische Überhöhung, ohne Psychologisieren. Wäre das Prädikat »die Oper aller Opern« nicht schon für Mozarts Don Giovanni vergeben – man könnte es durchaus auf Bizets Carmen münzen.

Es war denn auch kaum die Musik, an der Carmen scheiterte, sondern die Titelfigur selbst, über die sich das moralinsaure, prüde Publikum empörte: »Sehen Sie nicht, dass alle diese Bourgeois nicht ein einziges Wort von dem Werk verstanden haben, das ich für sie geschrieben habe?«, äußerte Bizet verzweifelt, als ihm ein junger Kollege zum »Erfolg« seiner Oper gratulierte. Und in der Presse wurden nicht nur die »Obszönität« und »Vulgarität« der Carmen kritisiert, sondern auch die Intensität, mit der Célestine Galli-Marié sie auf die Bühne gebracht hatte: »Sie ist die Inkarnation des Lasters, und selbst im Klang ihrer Stimme schwingt etwas Unzüchtiges mit«, schrieb Léon Escudier in L’Art musical, und François Oswald erklärte in Le Gaulois, ihre Darstellung sei »kurz davor, ein polizeiliches Verbot herauszufordern«. Dabei haben Meilhac, Halévy und Bizet diese Charakterzüge der Carmen sogar noch unterstrichen, indem sie ihr als Gegenentwurf eines reinen und unschuldigen Frauentypus Micaëla gegenüberstellten – eine Figur, die bei Mérimée fehlt.

Carmen ist ein Archetyp – in gewisser Weise das weibliche Pendant zu Mozarts Don Giovanni: »der Sexus selber«, wie Theodor W. Adorno in seiner Fantasia sopra Carmen schreibt, »vorweltlich und vorgeistig«; eine Projektionsfläche für alle erotischen Männerfantasien: leidenschaftlich, triebhaft, geheimnisvoll, hemmungslos; die andere, wenn man so will »moderne« Seite der Figur sind die Freiheit und Selbstverantwortlichkeit, mit der sie – emanzipiert und ohne Kompromisse – für ihre Taten einsteht. In der Operngeschichte steht sie irgendwo zwischen Giuseppe Verdis La traviata und Alban Bergs Lulu: Täterin und Opfer in einem. Dabei halten Abscheu und Faszination des Publikums einander die Waage, da Carmen gegen jene »Opernkonvention« verstößt – noch einmal Adorno –, die »sich nicht genug tun kann im Neid auf das farbige Leben derer, welche in der bürgerlichen Welt der Arbeit geächtet, zu Hunger und Lumpen verdammt sind, und bei denen jene doch das Glück vermutet, das sie sich mit der Unvernunft ihrer Vernunft abschneiden muß.«

Michael Stegemann

Der Chor der Staatsoper Unter den Linden zählt zu den führenden Opernchören in Deutschland und der Welt. Bereits 1742 mit der Eröffnung des Opernhauses gegründet, ist er mit seinen heute knapp 90 fest engagierten Mitgliedern seit dieser Zeit aus Oper und Konzert nicht mehr wegzudenken. Seine internationale Beachtung fand er als Partner der Staatskapelle bei zahlreichen Tourneen der Staatsoper unter der Leitung von Daniel Barenboim und auch bei den alljährlich in Berlin stattfindenden Festtagen der Staatsoper. Seit 1998 steht Chordirektor Eberhard Friedrich an der Spitze des Staatsopernchors. Unter seiner Leitung konnte das Ensemble an seine große Tradition anknüpfen, sowohl in der Pflege des großen Opernrepertoires, als auch im Konzert und im Umgang mit seltener gespielten, anspruchsvollen Werken. Für seine Leistung in dieser Produktion erhielt der Staatsopernchor die von Kritikern der Zeitschrift Opernwelt verliehene Auszeichnung »Chor des Jahres« 2004. Zahlreiche Aufnahmen unter Daniel Barenboim dokumentieren den hohen Rang des Staatsopernchors. Mit besonderer internationaler Aufmerksamkeit ist hierbei Barenboims Einspielung des Tannhäuser bedacht worden, für die neben allen anderen Mitwirkenden auch der Staatsopernchor einen Grammy verliehen bekam. In der Berliner Philharmonie trat der Chor der Staatsoper Unter den Linden zuletzt im August 2006 gemeinsam mit dem West-Eastern Divan Orchestra unter Daniel Barenboims Leitung auf.


Simone del Savio wurde im italienischen Susa geboren. Der Schüler von Valter Carignano und Susy Dardo erhielt 2004 sein Diplom am Turiner Konservatorium »Giuseppe Verdi«. Zwischen 1996 und 1998 nahm er an den internationalen Meisterklassen »Polifophonie vocale en Cevènne« bei Maurice Bourbon teil. Nach seinem Debüt 1998 in Prima la Musica e poi le Parole von Antonio Salieri folgten Engagements auf verschiedenen Opernbühnen Italiens sowie unter der Leitung von Roberto Abbado als Guglielmo in Così Fan Tutte in Saint Paul in den USA, als Schaunard in La Boheme am Royal Opera House, Covent Garden in London, unter Riccardo Mutis Dirigat als Montano in Otello bei den Salzburger Festspielen und als Don Alvaro in Il Viaggio a Reims der Mailänder Scala. 2005 gewann er die internationalen Wettbewerbe »Toti Dal Monte« und »Riccardo Zandonai«. Weiterhin wurde er beim »Concorso Internazionale di Canto Lirico e da Camera Città di Vercelli«, sowie beim »Roero in Musica« und beim Johannes-Brahms-Wettbewerb mit Preisen ausgezeichnet. 2007 wurde ihm in Österreich die Eberhard-Wächter-Medaille als bester junger Sänger der Saison 2006/2007 verliehen. In Berliner Konzerten der Berliner Philharmoniker ist Simone del Savio nun erstmals zu erleben.


Jean-Paul Fouchécourt, ein vielseitig ausgebildeter und tätiger Musiker, konzentrierte sich nach seiner Entscheidung für eine Sängerlaufbahn zunächst auf die französische barocke Vokaltechnik der »Haute-contre«-Stimmlage und auf Komponisten wie Rameau, Lully und Campra. Deren Werke brachte er mit William Christie und Les Arts Florissants, später auch mit Marc Minkowsky und den Musiciens du Louvre weltweit zur Aufführung. Von den renommiertesten Opernhäusern, Festspielen, Orchestern sowie von bedeutenden Dirigenten – z. B. Seiji Ozawa, Nikolaus Harnoncourt, René Jacobs, Myung-Whun Chung und Sir Simon Rattle – immer wieder eingeladen, singt Jean-Paul Fouchécourt inzwischen nicht nur die gesamte Barock-Literatur, sondern als Tenor auch ein Repertoire, das Kompositionen von Britten und Ravel ebenso einschließt wie die Musik Mozarts, Tschaikowskys, Berlioz’, Verdis, Strauß’, Offenbachs und Poulencs. Unter der Leitung von Sir Simon Rattle sang er auch in dieser Spielzeit an der Staatsoper im Schillertheater die Partie des Königs Ouf I. in Emmanuel Chabriers L’Étoile. Den Bereich des Kunstlieds hat sich Jean-Paul Fouchécourt ebenfalls mit großem Erfolg zu eigen gemacht. In Berliner Konzerten der Berliner Philharmoniker gastierte er Ende September 2002 und Ende September 2008 in Aufführungen von Maurice Ravels L’Enfant et les sortilèges, die Sir Simon Rattle dirigierte.

Rachel Frenkel, in Israel geboren, studierte bei Mira Zakai an der Buchmann-Mehta School of Music in Tel Aviv. Als Sopran ausgebildet, wechselte sie 2005 das Stimmfach und singt seitdem hohe Mezzosopran-Partien. Beim Sommerprogramm des Israeli Vocal Arts Institute interpretierte sie die Rolle des Cherubino in Mozarts Le Nozze Di Figaro. Weitere Erfahrungen sammelte Rachel Frenkel während der Saison 2006/07 beim Young Artist Program der New Israeli Opera als Hänsel in Humperdincks Hänsel und Gretel, als Zweite Dame in Mozarts Zauberflöte und als Mercédès in Carmen. 2008 debütierte sie an La Monnaie in Brüssel in der Rolle der Néris in Cherubinis Médée. Vom Herbst 2009 an war Rachel Frenkel für zwei Spielzeiten Mitglied des Internationalen Opernstudios der Staatsoper Unter den Linden. In einer von Daniel Barenboim dirigierten Staatsopern-Produktion sang sie anschließend die Rosina (Il barbiere di Siviglia), eine von drei Partien, die sie auch an der Wiener Staatsoper interpretierte. Unter der Leitung von Christian Thielemann war sie 2011 bei den Salzburger Festspielen als Stimme des Falken (Die Frau ohne Schatten) und Mitte Februar dieses Jahres im Festspielhaus Baden-Baden als Dryade in (Ariadne auf Naxos) zu erleben. Das Konzertrepertoire der Sängerin umfasst Musik vom Barock bis zum 20. Jahrhundert. Sie arbeitete bereits mit den bekanntesten Orchestern Israels und war auf Konzertpodien in Belgien, Frankreich, Großbritannien, den Niederlanden und in Japan zu Gast. Bei den Berliner Philharmonikern gab Rachel Frenkel ihr Debüt Ende Januar 2010 unter der Leitung von Ton Koopman in drei Konzerten mit dem Magnificat D-Dur BWV 243 von Johann Sebastian Bach.

Jonas Kaufmann studierte Gesang an der Musikhochschule seiner Heimatstadt München. Während der Ausbildung wirkte er in kleineren Partien an der Bayerischen Staatsoper und am Gärtnerplatztheater mit; außerdem besuchte er Meisterkurse u. a. bei Hans Hotter und Josef Metternich und perfektionierte seine Gesangstechnik bei Michael Rhodes. Der Preisträger beim Meistersingerwettbewerb in Nürnberg (1993) war von 1994 bis 1996 am Staatstheater Saarbrücken engagiert; seit 2001 ist er dem Ensemble des Opernhauses Zürich eng verbunden. Darüber hinaus gastiert er an den führenden europäischen und amerikanischen Bühnen, bei Festspielen (z. B. in Salzburg und Edinburgh) und auf bedeutenden Konzertpodien. Für seine Interpretation des Lohengrin in Wagners gleichnamiger Oper bei den Münchner Opernfestspielen 2009 wurde Jonas Kaufmann von der Zeitschrift Opernwelt zum Sänger des Jahres gekürt; mit dieser Partie trat er 2010 auch erstmals bei den Bayreuther Festspielen auf. Noch im Dezember des Vorjahres war er als Don José in Carmen an der Eröffnung der Mailänder Opernsaison beteiligt gewesen, wofür er von der italienischen Kritik mit dem Titel »Bester Sänger 2009« ausgezeichnet wurde. Zu den Dirigenten, mit denen Jonas Kaufmann bisher gearbeitet hat, zählen Claudio Abbado, Riccardo Muti, Michael Gielen, Nikolaus Harnoncourt und Sir Simon Rattle. Ein wichtiger Bestandteil seiner Arbeit sind zahlreiche Liederabende mit Helmut Deutsch als Klavierbegleiter, die den Tenor regelmäßig durch Europa und nach Japan führen. In Konzerten der Berliner Philharmoniker ist Jonas Kaufmann seit seinem Debüt Anfang Dezember 2003 unter der Leitung von Charles Dutoit in Berlioz’ Damnation de Faust wiederholt aufgetreten; Mitte Februar dieses Jahres war er in der Philharmonie auch mit einem Liederabend zu erleben, bei dem ihn der Pianist Helmut Deutsch in Kompositionen von Franz Liszt, Gustav Mahler, Henri Duparc und Richard Strauss begleitete.

Der Kinderchor der Staatsoper Unter den Linden hat sich als zuverlässiger musikalischer Partner sowohl des Opernhauses als auch anderer Institutionen in Berlin und außerhalb der Stadt etabliert. Mit einer über 60-jährigen Tradition bietet er eine fundierte musikalische Ausbildung für seine etwa 80 jungen Sängerinnen und Sänger im Alter zwischen 6 und 16 Jahren, die sich zweimal in der Woche treffen, um die Kinderchorpartien von Opernwerken wie La bohème, Carmen, Turandot, Tosca, Boris Godunow, Pique Dame, Der Rosenkavalier, Un ballo in maschera und Der gestiefelte Kater sowie das Ballett Der Nussknacker einzustudieren. Mit der Spielzeit 2007/2008 übernahm Vinzenz Weissenburger die Leitung des Kinderchors. Seitdem baut er die Arbeitsfelder sowie die öffentliche Präsenz des Chors aus. Bereits nach zwei Jahren gemeinsamer Arbeit wurde der Kinderchor beim Landes-Chorwettbewerb Berlin mit einem Preis ausgezeichnet. Neben regelmäßigen Auftritten auf der Opernbühne verleihen die Chorkonzerte in der Staatsoper und auf Gastspielreisen in das In- und Ausland (u. a. nach Dresden, Hamburg, Italien, Frankreich und in das Baltikum) sowie die Zusammenarbeit mit Orchestern wie z. B. dem Rundfunk-Sinfonieorchester dem Ensemble seine eigene künstlerische Identität. Mit den Berliner Philharmonikern arbeitete der Kinderchor der Staatsoper Unter den Linden erstmals im November 2006 im Rahmen von drei Aufführungen von Humperdincks Hänsel und Gretel zusammen.


Magdalena Kožená, in Brno (Brünn) geboren, studierte am dortigen Konservatorium sowie bei Eva Blahová in Bratislava. Die Preisträgerin mehrerer Wettbewerbe (z. B. des Internationalen Mozartwettbewerbs in Salzburg 1995) erhielt erste Engagements an der Janáček-Oper Brno und beim Musikfestival Prager Frühling. Seither sang sie u. a. in Paris am Châtelet-Theater (die weibliche Titelrolle in Glucks Orphée et Eurydice), an der Opéra Comique und am Théâtre des Champs-Élysées (Mélisande), an der Metropolitan Opera in New York (Varvara in Kátja Kabanová) sowie an der Staatsoper Unter den Linden bzw. im Schillertheater in Inszenierungen von Der Rosenkavalier (Strauss) und L’Étoile (Chabrier). Nicht zuletzt als begehrte Mozart-Interpretin gastierte Magdalena Kožená bei renommierten Festivals wie in Edinburgh, Salzburg, Aldeburgh und an der Bayerischen Staatsoper München. Auch als Konzertsängerin und mit Liederabenden – begleitet von Pianisten wie Daniel Barenboim und Mitsuko Uchida sowie führenden Orchestern und Dirigenten – feiert sie weltweit Erfolge. Von der französischen Regierung wurde Magdalena Kožená im Jahr 2003 mit dem Titel »Chevalier de l’Ordre des Arts et des Lettres« geehrt, Gramophone wählte sie 2004 zur »Künstlerin des Jahres«. In Symphonie- und Kammerkonzerten der Berliner Philharmoniker ist sie seit September 2003 wiederholt aufgetreten; Ende Januar 2012 brachte sie gemeinsam mit den Berliner Philharmonikern unter der Leitung von Sir Simon Rattle Orchesterlieder von Antonín Dvořák, Gustav Mahler und Maurice Ravel zur Aufführung.

Genia Kühmeier studierte in ihrer Geburtsstadt Salzburg an der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst »Mozarteum« sowie an der Wiener Musikuniversität, u. a. bei Marjana Lipovšek. Nach ihrem Debüt an der Mailänder Scala 2002 als Diane in Glucks Iphigénie en Aulide sang sie 2003 die Partie der Inès in Donizettis La favorite an der Wiener Staatsoper, der sie bis 2006 als Ensemblemitglied angehörte. Mit einem Repertoire, für dessen Vielfalt Komponistennamen wie Haydn, Mozart, Salieri, Beethoven, Bizet, Wagner und Strauss stehen, ist Genia Kühmeier bislang z. B. auch an der Bayerischen Staatsoper München, am Londoner Royal Opera House Covent Garden, an der Metropolitan Opera New York, an der San Francisco und der Los Angeles Opera, an der Nederlandse Opera in Amsterdam, bei den Salzburger Festspielen und bei der Ruhrtriennale zu erleben gewesen. Als Konzertsolistin der Spitzenorchester und Partnerin bedeutender Dirigenten wie Sir John Eliot Gardiner, Nikolaus Harnoncourt, Mariss Jansons, Sir Roger Norrington und Seiji Ozawa, aber auch im Liedfach gastiert die Sopranistin weltweit in den Musikmetropolen und renommierten Festspielorten. Mit den Berliner Philharmonikern arbeitete Genia Kühmeier bereits 2008 und 2009 im Rahmen der Salzburger Osterfestspiele zusammen, wobei sie in Konzerten unter der Leitung von Sir Simon Rattle bzw. Franz Welser-Möst Partien in Werken von Haydn, Verdi und Mozart sang.


Christina Landshamer, eine gebürtige Münchnerin, studierte bei Angelica Vogel an der Hochschule für Musik und Theater München, später bei Konrad Richter und Dunja Vejzović an der Musikhochschule in Stuttgart. Zu ihren Auszeichnungen zählen ein Stipendium des Deutschen Musikrats (2003) sowie Preise beim Internationalen J. S. Bach-Wettbewerb 2004 und beim Kissinger Liedwettbewerb »La Voce«. 2002 war sie Mitglied der Académie européenne du Festival d’Aix-en-Provence. Einem ersten Gastengagement an der Staatsoper Unter den Linden folgten Auftritte an der Stuttgarter Staatsoper, an der Opéra du Rhin in Straßburg sowie als Susanna an der Komischen Oper in Berlin. 2009 gab die Sopranistin unter der Leitung von Nikolaus Harnoncourt ihr Debüt im Theater an der Wien in Haydns Il mondo della luna. 2011 trat sie in einer szenischen Produktion von Händels Messias erstmals am Pariser Théâtre du Châtelet auf sowie, unter Leitung von Christian Thielemann, bei den Salzburger Festspielen in Frau ohne Schatten. Mit ihren Klavierpartnern Gerold Huber, Jendrik Springer und Matthias Veit widmet sie sich leidenschaftlich dem Liedgesang. Im Konzert war sie u. a. mit den Münchner Philharmonikern, dem Collegium Vocale Gent, dem Orchestre des Champs Elysées sowie den Bamberger Symphonikern zu erleben. Sie sang zudem im Amsterdamer Concertgebouw, im Wiener Musikverein und bei den Berliner Festspielen unter der Leitung von Dirigenten wie Yakov Kreizberg, Philippe Herreweghe, und Riccardo Chailly. In der Berliner Philharmonie tritt sie heute zum ersten Mal auf.


Andrè Schuen stammt aus dem ladinischen La Val in Südtirol. Er studierte Gesang an der Universität »Mozarteum« Salzburg; außerdem besuchte er Meisterkurse u. a. bei Kurt Widmer, Sir Thomas Allen, Brigitte Fassbaender und Marjana Lipovšek. Der Bariton ist Solist der Salzburger Konzertgesellschaft, des Collegium Musicum Salzburg, der Bachgesellschaft, der Stiftsmusik St. Peter und der Salzburger Dommusik. Mit einem Repertoire, das sich von der Alten Musik über die großen Oratorien- und verschiedene Opernpartien bis zu zeitgenössischen Werken erstreckt und auch den Bereich Kunstlied einschließt, war Andrè Schuen bei den Salzburger Festspielen (2006 und 2009), am Salzburger Landestheater (2008 und 2010), sowie mit Konzertauftritten im gesamten deutschsprachigen Raum, in Japan, Mexiko und Argentinien zu erleben. Als Solist renommierter Orchester (z. B. Wiener Philharmoniker, Camerata Salzburg) hat Andrè Schuen mit Dirigenten wie Sir Roger Norrington, Ivor Bolton und Ingo Metzmacher zusammengearbeitet. Im Sommer 2010 nahm er am »Young Singers Project« der Salzburger Festspiele teil und seit September 2010 gehört er zum Ensemble der Oper Graz. Bei den Berliner Philharmonikern gab Andrè Schuen sein Debüt Ende März 2011 in zwei konzertanten Aufführungen der Oper Salome von Richard Strauss, die Sir Simon Rattle dirigierte.

Kostas Smoriginas begann bereits in jungen Jahren mit seinem Studium an der Litauischen Akademie für Musik und Theater. Nachdem er 2005 nach London übergesiedelt war, repräsentierte er sein Land beim BBC Cardiff Singer of the World Wettbewerb. Seine Ausbildung vervollkommnete er am Royal College of Music und 2007 im Jette Parker Young Artist Programme am Royal Opera House, Covent Garden, wo er u. a. Alidoro in La Cenerentola, den Marquis d’Obigny in La traviata, Angelotti in Tosca, Zuniga in Carmen und Bello in La fanciulla del West interpretierte. Weitere Erfolge feierte er in der Rolle des Tomsky in Pique Dame, in Brahms’ Requiem in Budapest und als Baron Duphol in La traviata in Aix-en-Provence. Erst kürzlich debütierte er an der Mailänder Scala mit Masetto in Don Giovanni. Zu seinem ständigen Konzertrepertoire zählt er die Requiems von Verdi, Mozart und Fauré, Händels Messias, Bachs Magnificat, Mendelssohns Elias, Janáceks Glagolitische Messe sowie die großen Werke russischer Komponisten. Für sein Debüt bei den BBC Proms in Strawinskys Les Noces unter Ed Gardiners Leitung in der Royal Albert Hall erhielt er großes Lob von der Kritik. In den Aufführungen von Bizets Carmen tritt Kostas Smoriginas zum ersten Mal mit den Berliner Philharmonikern auf.


Christian van Horn wurde auf Long Island in den USA geboren. Nach seiner Ausbildung an der Universität in Yale und am Lyric Opera Center for American Artists gastierte er u. a. als Colline (La Bohème) in Los Angeles, als Raimondo (Lucia di Lammermoor) an der Virginia Opera und als Timur (Turandot) an der Fort Worth Opera. Er gab ferner sein Debüt an der Santa Fé Opera (in Tan Duns Tea: A Mirror of the Soul) sowie in der Carnegie Hall. 2003 gewann der Bass-Bariton bei den Metropolitan Opera National Council Auditions, erhielt einen Sarah Tucker Study Grant und einen Richman Award der Oper von St. Louis. Von 2008 bis 2010 war er als Ensemblemitglied der Bayerischen Staatsoper in Partien wie Angelotti (Tosca), König (Aida), Biterolf (Tannhäuser) und Colline zu erleben. Anschließend gastierte er u. a. an der Lyric Opera Chicago, der San Francisco Opera sowie in der Titelrolle von Le nozze di Figaro an der Staatsoper Stuttgart. Im Mai 2007 wirkte Christian van Horn an der Uraufführung von David Carlsons Anna Karenina mit. Im Konzert war er in letzter Zeit u. a. gemeinsam mit dem Emerson String Quartet in der Carnegie Hall zu erleben sowie unter Sir Andrew Davis’ Leitung mit dem Chicago Symphony Orchestra in Tippets Child of Our Time. Mit den Berliner Philharmonikern trat er bereits 2009 bei den Salzburger Festspielen in Kurt Weills Die sieben Todsünden auf. In der Philharmonie singt er nun zum ersten Mal.


EMISir Simon Rattle tritt in der Digital Concert Hall mit freundlicher Genehmigung von EMI Classics auf.

 

Deutsche GrammophonMagdalena Kožená tritt in der Digital Concert Hall mit freundlicher Genehmigung der Deutschen Grammophon Gesellschaft auf.

 

Jonas Kaufmann tritt in der Digital Concert Hall mit freundlicher Genehmigung von Decca Classics auf.

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Sehen Sie ein Konzert mit Mahlers Symphonie Nr. 1 und Beethovens Symphonie Nr. 4, dirigiert von Sir Simon Rattle.

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