• Joseph Haydn
    Orlando Paladino, Dramma eroicomico Hob. XXVIII:I (02:39:57)

    Kurt Streit Orlando, Jane Archibald Angelica, James Taylor Medoro, Jonathan Lemalu Rodomonte, Mojca Erdmann Eurilla, Markus Schäfer Pasquale, Michelle Breedt Alcina, Paul O'Neill Licone, Markus Butter Caronte

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    Nikolaus Harnoncourt über Haydns »Orlando Paladino« (17:24)

    Nikolaus Harnoncourt

Nehmen wir mal an, wir befänden uns auf einer gebirgigen Insel vor der Küste eines fernen, märchenhaften Landes. Nehmen wir weiter an, auf dieser Insel verkehrten tapfere Ritter und reizvolle adelige Damen, Schäfer und hübsche Schäferstöchter, und sie alle würden einander lieben, nur nicht in der richtigen Konstellation. All dieses angenommen, sind wir schon mitten drin in dem Dramma eroicomico in tre atti mit dem schönen Namen Orlando Paladino. Komponiert hat es übrigens ein gewisser Herr Joseph Haydn. Es wird an dieser Stelle nicht verraten, wie dieses heroisch-komische Drama ausgeht, nur so viel: Es geht gut aus, die Klassik kannte noch ein lieto fine und ihren Deus ex machina. Was aber noch besser ist: Die Berliner Philharmoniker konnten Nikolaus Harnoncourt dafür gewinnen, dieses Werk mit ihnen zu interpretieren, selbstredend konzertant, denn die Berliner Philharmonie ist ja kein Opernhaus. Dieses Konzert lohnt sich jedoch nicht nur wegen des Dirigenten und des Orchesters, sondern auch wegen seiner hochkarätigen Solisten. All dies gute Gründe, sich aufzumachen zur Reise auf die Insel vor der Küste eines fernen, märchenhaften Landes.

Für einen ganz besonderen Anlass

Joseph Haydns »Dramma eroicomico« Orlando Paladino

Eigentlich hatte Joseph Haydn sein »Dramma eroicomico« Orlando Paladino (Ritter Roland) zu einem geplanten Besuch des russischen Großfürsten Pawel Petrowitsch (des späteren Zaren Paul I.) und seiner Gattin Maria Fjodorowna, die Anfang der 1780er-Jahre – inkognito als »Grafen von Norden« – Europa bereisten, geschrieben. Im Oktober 1782, als das Großfürstenpaar auf der Rückreise von Italien in Wien weilte, sollte es auch nach Eszterháza kommen.

Selbstverständlich wollte Fürst Nikolaus »der Prachtliebende«, sein »esterházysches Feenreich« bei dieser Gelegenheit so glanzvoll wie nur möglich präsentieren. Entsprechend begannen die Vorbereitungen mehrere Monate im Voraus. Zu einem prächtigen mehrtägigem Fest gehörte selbstverständlich die Uraufführung einer vom Hofdichter verfassten und vom Hofkapellmeister komponierten Oper. Gerade sein Kapellmeister Joseph Haydn, der zu diesem Zeitpunkt bereits europaweit bekannt war, würde dem Fürsten alle Ehre machen. Ende Juli 1782 berichtete Haydn über die Komposition der neuen Oper an seinen Wiener Verleger Artaria: »Was aber die Clavier Sonaten mit einer Violin betrifft, werden Sie noch sehr lang in geduld stehen müssen, indem ich nun eine ganz neue wellsche opera zu verfassen habe, indem der großfürst und Seine gemahlin, und vielleicht Se May. der Kaiser zu uns herab komen wird.«

Der Besuch des russischen Großfürstenpaars in Eszterháza kam indes nicht zustande, sodass Orlando Paladino stattdessen zum Namenstag des Fürsten am 6. Dezember 1782 uraufgeführt wurde. Haydn schöpfte in seiner Oper alle Möglichkeiten aus, die ihm in Eszterháza zur Verfügung standen. Und diese waren keineswegs gering. Im Gegenteil: 1781 waren zwei neue Gesangsstars ins esterházysche Ensemble verpflichtet worden: die Sopranistin Metilde Bologna und der Tenor Prospero Braghetti. Dass sie die Hauptrollen übernehmen würden, dürfte außer Frage gestanden haben.

Nachdem Nikolaus im Zuge des Umbaus sein kleines Schloss am Neusiedlersee zu einer Sommerresidenz nach Versailler Vorbild umgestaltet hatte, waren im dortigen Opernhaus zunächst vor allem Opern Joseph Haydns zu besonderen Anlässen (Hochzeiten, Namenstage oder hohe Besuche wie z. B. der der Kaiserin Maria Theresia) gespielt worden. 1776 hatte Fürst Nikolaus dann einen ständigen Repertoirebetrieb etabliert; zunächst wurden ausschließlich Opere buffe von seinerzeit hochberühmten Opernkomponisten wie Pasquale Anfossi, Domenico Cimarosa, Giovanni Paisiello, Niccolò Piccinni, Antonio Salieri und anderen aufgeführt und zu besonderen Gelegenheiten standen weiterhin Haydns Opern auf dem Programm. 1783 führte Nikolaus mit der Opera seria schließlich die aufwendigste Spielart der Oper in Eszterháza ein; 1784 wurde die Spielzeit mit Haydns Opera seria Armida eröffnet, was durchaus programmatisch zu verstehen ist. Die Verpflichtung von Sängerpersönlichkeiten wie Metilde Bologna und Prospero Braghetti hatte eine wesentliche Grundlage dafür geschaffen.

Die Einführung der Opera seria erfolgte indes nicht unvorbereitet, wie man an Orlando Paladino erkennen kann, der zwischen Opera buffa und Opera seria zu positionieren ist, worauf der Librettist Nunziato Porta, der Ehemann Metilde Bolognas, mit der eher ungewöhnlichen Gattungsbezeichnung »Dramma eroicomico« bereits hinwies. Porta war gemeinsam mit seiner Frau an den esterházyschen Hof gekommen, wo er als Operndirektor und Aufseher über die Theatergarderobe angestellt wurde. Von ihm stammt der Text zu Orlando Paladino, wobei Porta auf ein Textbuch Carlo Francesco Badinis zurückgriff. Bereits 1775 hatte er Badinis 1771 für Pietro Alessandro Guglielmis Le pazzie d’Orlando entstandenes Libretto umgearbeitet. Diese Oper wurde schließlich 1777 in Wien aufgeführt und Porta erwarb 1782 das Aufführungsmaterial für den esterházyschen Hof. Für Haydn gestaltete Porta den Text gegenüber der Wiener Fassung noch einmal einschneidend um. Der Schildknappe Pasquale erhielt neue Arientexte, Angelicas Arien wurden erweitert, auch Medoros Partie wurde durch eine neue Arie aufgewertet. Die gefeierten Sängersolisten des Fürsten konnten ihre Virtuosität vollends zum Ausdruck bringen.

Die Oper wird weniger von einer stringenten Handlungsfolge zusammengehalten, sondern lebt von dem Wechsel der verschiedenen Bilder sowie von Situationskomik. Auffällig sind die elf verschiedenen Bühnenbilder, wobei der letzte Wechsel der Szenerie – die Verwandlung eines Zimmers in einen feierlich erleuchteten Venustempel – auf offener Bühne vollzogen wurde. Solche Theatereffekte waren im 18. Jahrhundert besonders beliebt. Gerade diese prunkvolle Ausstattung dürfte in unmittelbarem Zusammenhang mit dem geplanten Staatsbesuch gestanden haben. Das Konzept ging auf; Orlando Paladino ist die Oper Haydns, die zu seinen Lebzeiten wohl am häufigsten aufgeführt wurde.

1813 wurde das Stück schließlich in Sankt Petersburg gegeben. Paul I., der 1796 seiner Mutter Katharina II. auf den Zarenthron gefolgt war, erlebte die Vorstellung allerdings nicht mehr – er war 1801 einem Attentat zum Opfer gefallen.

Die Handlung:

Die Handlung geht auf das Epos Orlando furioso (Der rasende Roland) von Ludovico Ariost aus dem Jahre 1516 zurück. Haydns Oper stellt dem Liebespaar der Königin Angelica und dem schönen Sarazenen-Kämpfer Medoro die Raserei des in Angelica verliebten fränkischen Ritters Orlando gegenüber. Der aufgrund seiner unerfüllten Liebe wahnsinnig gewordene Orlando will Angelica und Medoro töten. Nur aufgrund von Zauberkräften der Zauberin Alcina und des Lethe-Fährmanns Caronte können sie gerettet werden. Die komischen Figuren, das niedere Paar, bestehend aus Eurilla und Pasquale, ergänzen und spiegeln auf ihre Weise diese Handlung.

Nikolaus Harnoncourt, 1929 in Berlin geboren und in Österreich aufgewachsen, beschäftigte sich schon während seines Cello-Studiums intensiv mit der Aufführungspraxis – zunächst der Alten Musik – und der Bedeutung des Klanglichen für das Musizieren. 1953 gründete er den Concentus musicus Wien, ein Spezialensemble mit historischen Instrumenten oder Nachbauten, das unter seiner Leitung Weltruhm erlangte. Parallel dazu wirkte Harnoncourt bis 1969 als Cellist bei den Wiener Symphonikern. Von den 1970er-Jahren an trat er zunehmend als Dirigent auch traditioneller Symphonieorchester und von Opern in Erscheinung; dabei hat er sein Repertoire über die Wiener Klassik zur Romantik und bis ins 20. Jahrhundert ausgeweitet. Zwischen 1972 und 1992 unterrichtete er am Salzburger Mozarteum als Professor für Aufführungspraxis. Von seiner Auseinandersetzung mit diesbezüglichen Fragen zeugen auch mehrere Bücher (Musik als Klangrede u. a.). Nikolaus Harnoncourt wurde mit zahlreichen Ehrungen bedacht, darunter dem Stockholmer Polar-Preis, dem Robert-Schumann-Preis (1997), dem Ernst von Siemens Musikpreis (2002) und im Jahr 2005 mit dem Kyoto-Preis einer der höchsten Auszeichnungen in den Bereichen Wissenschaft und Kultur – für sein Lebenswerk. Die Berliner Philharmoniker, bei denen Nikolaus Harnoncourt seit 1991 regelmäßig gastiert, verliehen ihm im März 2000 die Hans-von-Bülow-Medaille. Zuletzt war der Dirigent hier Anfang April 2008 in Konzerten mit Anton Bruckners Fünfter Symphonie zu erleben.

Jane Archibald, in Kanada geboren, wurde an der Wilfrid Laurier University, am Orford Arts Centre und am Tanglewood Music Center ausgebildet. 2003 gab sie mit der Partie der Poppea in Händels Agrippina am Chicago Opera Theater ihr USA-Debüt; 2005 trat sie als Konstanze in Mozarts Entführung aus dem Serail im Rahmen der Sommerfestivals von Antibes und Lacoste erstmals in Europa auf. Bald darauf sorgte die Sopranistin für eine Sensation, als sie sich bereit erklärte, kurzfristig die Partie der Costanza in Vivaldis Griselda bei einer Produktion mit dem Ensemble Matheus in Spanien zu übernehmen. Seit September 2006 ist Jane Archibald Ensemblemitglied an der Wiener Staatsoper, wo sie bislang u. a. als Königin der Nacht (Die Zauberflöte), Sophie (Rosenkavalier), Olympia (Contes d’Hoffmann), Musetta (La bohème) und Italienische Sängerin (Capriccio) zu hören war. Zum ihrem Repertoire zählen auch die Titelrollen in Lakmé, Alcina und Angélique sowie Susanna (Le nozze di Figaro) und Elvira (L’italiana in Algeri). Als Cleopatra in Händels Giulio Cesare und als Konstanze gastierte Jane Archibald an der Oper Marseille sowie als Zerbinetta (Ariadne auf Naxos) und als Königin der Nacht am Grand Théâtre de Genève. Bei den Berliner Philharmonikern tritt sie in diesen Konzerten erstmals auf.

Michelle Breedt studierte zunächst an der Universität Stellenbosch in ihrer Heimat Südafrika und sang bereits an den Opernhäusern von Kapstadt und Pretoria, bevor sie ihre Ausbildung an der Guildhall School of Music in London fortsetzte. Anschließend war sie am Kölner Opernstudio und am Staatstheater Braunschweig engagiert, wo ihre Zusammenarbeit mit Brigitte Fassbaender als Regisseurin und Lehrerin begann. Inzwischen ist Michelle Breedt freischaffend an bedeutenden Häusern wie den Staatsopern in Wien, Hamburg und Dresden, an der Deutschen Oper Berlin, der Opéra Bastille (Paris), am Opernhaus Zürich sowie an Bühnen in China und Japan tätig. Das Repertoire der Künstlerin beinhaltet neben den Mozartpartien ihres Fachs auch Rollen wie Carmen, Brangäne, Octavian und Belcanto-Charaktere wie Adalgisa und Romeo (I Capuleti e i Montecchi). 2000 gab Michelle Breedt als Magdalena (Die Meistersinger von Nürnberg) ihr Debüt bei den Bayreuther Festspielen. Eine begehrte Konzert- und Liedsängerin, gastiert Michelle Breedt regelmäßig bei der Schubertiade Schwarzenberg, im Wiener Musikverein, in der Londoner Wigmore Hall sowie bei den Salzburger Festspielen.Sie ist mit Dirigenten wie Gerd Albrecht, Seiji Ozawa, Christian Thielemann und Franz Welser-Möst aufgetreten; bei den Berliner Philharmonikern singt sie nun zum ersten Mal.

Markus Butter stammt aus Österreich, war Mitglied der Wiener Sängerknaben und wurde in Graz am Johann-Joseph-Fux-Konservatorium sowie an der Kunstuniversität ausgebildet. Später studierte er Liedgestaltung bei Fritz Schwinghammer an der Münchner Musikhochschule und besuchte Meisterkurse bei Walter Berry. Von 2001 bis 2005 gehörte der Sänger zum Ensemble der Deutschen Oper am Rhein; außerdem gastierte er u. a. bei der Ruhrtriennale und an der Staatsoper Unter den Linden. Seit 2005 ist Markus Butter fest an der Sächsischen Staatsoper Dresden engagiert. Zu seinem Repertoire zählen Partien wie Graf Almaviva (Le nozze di Figaro), Papageno (Die Zauberflöte), Escamillo (Carmen), Wolfram von Eschenbach (Tannhäuser), Melot (Tristan und Isolde), Dr. Falke (Die Fledermaus), Ford (Falstaff), Marcello (La bohème), und die Titelrolle in Tschaikowskys Eugen Onegin. 2000 debütierte Markus Butter bei den Salzburger Festspielen und beim Brucknerfest Linz. Er sang als Konzertsolist z. B. bei den Münchner Philharmonikern, beim MDR Sinfonieorchester Leipzig sowie beim Israel Philharmonic Orchestra und hat mit Dirigenten wie Nikolaus Harnoncourt, Zubin Mehta, Wolfgang Sawallisch und Fabio Luisi zusammengearbeitet. Bei den Berliner Philharmonikern gibt Markus Butter in diesen Konzerten sein Debüt.

Mojca Erdmann erlernte früh das Violinspiel und sang im Kinderchor der Oper ihrer Heimatstadt Hamburg. Nach dem Abitur studierte sie Gesang bei Hans Sotin an der Kölner Musikhochschule. Von1997 bis 2004 Ensemblemitglied der Komischen Oper Berlin,war sie dort z. B. in Werken von Mozart, Verdi, Strauss, Prokofjew und Britten zu erleben. 2002 gewann Mojca Erdmann den Ersten Preis beim Bundeswettbewerb Gesang in der Kategorie Konzert und den Sonderpreis für Zeitgenössische Musik. Die Sopranistin gastiert regelmäßig an international bedeutenden Bühnen sowie als Konzert- und Lied-Interpretin. Sie war 2004 an der Weltpremiere der szenischen Collage Takemitsu – My Way of Life (Staatsoper Unter den Linden) beteiligt und brachte Hölderlin-Vertonungen von Aribert Reimann und Wolfgang Rihm zur Uraufführung (Festival AlpenKlassik in Bad Reichenhall). 2005 Preisträgerin des NDR-Musikpreises, gab sie im Folgejahr in der Titelpartie von Mozarts Oper Zaide ihr Debüt bei den Salzburger Festspielen, wo sie 2007 als Zelmira in Haydns Armida erneut große Erfoge feierte. Bei den Berliner Philharmonikern war Mojca Erdmann erstmals im September 2005 zu hören: als Schäferjunge Jano in konzertanten Aufführungen von Janáčeks Oper Jenůfa (Dirigent: Sir Simon Rattle). Zuletzt sang sie hier Ende September 2008 unter Rattles Leitung in Konzerten mit Ravels L’Enfant et les sortilèges.

Jonathan Lemalu stammt aus Neuseeland. Er erhielt von 1994 an regelmäßig Gesangsunterricht, begann aber erst 1999 ein professionelles Gesangsstudium am Royal College of Music in London. Bereits ein Jahr zuvor hatte er als Colline (La Bohème) sein Debüt an der New Zealand Opera gegeben, wo er später u. a. auch die Partien des Bartolo (Le nozze di Figaro) und des Trulove (The Rake’s Progress) sang. Der Preisträger zahlreicher internationaler Wettbewerbe wurde im Jahr 2002 mit dem »Kathleen Ferrier Award« und von der Royal Philharmonic Society als »Young Artist of the Year« ausgezeichnet. Als Opern-, Konzert- und Liedsänger gleichermaßen begehrt, gastiert Jonathan Lemalu in den internationalen Musikmetropolen mit einem Repertoire, das die Alte Musik ebenso einschließt wie Werke des 21 Jahrunderts: So wirkte er 2003 als Solist des Boston Symphony Orchestra (Dirigent: Bernard Haitink) bei der Uraufführung von John Harbisons Requiem mit und 2008 bei der Japan-Premiere der Oper Flowering Tree von John Adams. Bei den Berliner Philharmonikern sang Jonathan Lemalu erstmals Anfang Dezember 2003 unter der Leitung von Charles Dutoit in Konzerten mit La Damnation de Faust von Hector Berlioz.

Paul O’Neill wurde in Melbourne geboren. Nach einem Gesangsstudium an der Western Australian Academy of Performing Arts in Perth nahm er in den Jahren 2004 und 2005 am »Young Artist Programme« der West Australian Opera in Perth teil. An diesem Opernhaus war und ist er in Rollen wie Gastone (La traviata), Don Ottavio (Don Giovanni), Monostatos (Die Zauberflöte) oder Flavio (Norma) zu erleben. Außerdem zählen zu seinem Repertoire die Partien des Herzogs von Mantua (Rigoletto), des Bruno in I Puritani sowie des Hirten und der Stimme des jungen Seemanns in Tristan und Isolde. Darüber hinaus sang Paul O’Neill bei verschiedenen Konzerten und Opernproduktionen im Chor der West Australian Opera die Solotenor-Partien. Bei renommierten internationalen Gesangswettbewerben errang Paul O’Neill verschiedene Auszeichnungen und Förderungen. Ein Stipendium der Opernstiftung Australia’s Covent Garden ermöglichte ihm 2006 eine weiterführende Ausbildung am National Opera Studio in London; anschließend war er Mitglied der Cardiff International Academy of Voice. Im November 2007 wurde Paul O’Neill ins Internationale Opernstudio an der Staatsoper Unter den Linden aufgenommen. In Konzerten der Berliner Philharmoniker singt er nun zum ersten Mal.

Markus Schäfer studierte Gesang und Kirchenmusik in Karlsruhe und Düsseldorf. Der Gewinner des Bundeswettbewerbs Gesang und des Mailänder Concorso »Caruso« besuchte das Opernstudio in Zürich und gab sein Debüt am dortigen Opernhaus, wo er auch sein erstes Engagement erhielt. Bis 1993 folgten weitere an der Hamburger Staatsoper und an der Deutschen Oper am Rhein; seitdem führen ihn Gastspiele und Konzertreisen auf die bedeutendsten Podien im In- und Ausland. Einen Schwerpunkt im Repertoire von Markus Schäfer bilden Mozartopern mit Rollen wie Ferrando, Ottavio oder Tamino, einen weiteren die Evangelistenpartien in den bachschen Passionen. Zu den Dirigenten, mit denen der Tenor bislang zusammengearbeitet hat, zählen René Jacobs, Philippe Herreweghe, Michael Gielen, Kent Nagano und Nikolaus Harnoncourt, unter dessen Leitung er bereits 2007 im Theater an der Wien den Pasquale in Haydns Orlando Palladino sang. Als Liedinterpret wurde Markus Schäfer u. a. in Wien, bei den Schubertiaden Feldkirch und Schwarzenberg sowie in New York gefeiert. Bei den Salzburger Osterfestspielen 2008 brachte er mit dem Scharoun Ensemble Berlin Henzes Kammermusik 58 zur Aufführung. Markus Schäfer, der in diesen Konzerten erstmals bei den Berliner Philharmonikern gastiert, lehrt seit Herbst 2008 als Professor an der Hochschule für Musik und Theater in Hannover.

Kurt Streit, als Sohn amerikanischer Eltern in Japan geboren, gilt als einer der führenden Mozart-Tenöre seiner Generation. Als Tamino beispielsweise war er bisher u. a. an der Metropolitan Opera in New York, an Covent Garden (London), an den Staatsopern in Wien, München und Hamburg sowie in Los Angeles zu hören. Auch die lyrischen Tenorpartien anderer Mozart-Opern führten ihn an viele bedeutende Bühnen der Welt. Sein Repertoire umfasst mit einem weiteren Schwerpunkt die Musik Händels sowie Werke von Tschaikowsky, Wagner, Strauss, Janáček und Britten. Im Konzertfach gastiert er in den international wichtigsten Sälen und bei zahlreichen Festivals. Kurt Streit arbeitet mit Dirigenten wie Riccardo Muti, Wolfgang Sawallisch und John Eliot Gardiner zusammen; Nikolaus Harnoncourt ist er seit längerem in künstlerischer Partnerschaft verbunden. Erstmals bei den Berliner Philharmonikern trat er im April 2004 unter der Leitung von Sir Simon Rattle als Ferrando in Così fan tutte auf; zuletzt sang er hier im Oktober 2005 in den von Nikolaus Harnoncourt dirigierten konzertanten Aufführungen der Schubert-Oper Alfonso und Estrella die männliche Titelpartie.

James Taylor studierte zunächst in seiner Heimat Texas, bevor ihn ein Fulbright Stipendium 1991 an die Münchner Musikhochschule führte. Nach einer Zeit als Mitglied des Opernstudios der Bayerischen Staatsoper gastierte er am Théâtre de la Monnaie in Brüssel und am Staatstheater Stuttgart. Im Konzertfach zählt der Tenor inzwischen zu den international führenden Interpreten der Passionen, Messen und Oratorien von Bach, Händel, Haydn, Mozart, Beethoven und Mendelssohn. Gleichwohl haben in seinem Repertoire auch Werke Monteverdis, Dvořáks, Brittens und Rihm ihren festen Platz. James Taylor arbeitet mit den bedeutendsten Dirigenten und Orchestern wie auch Spezialensembles für Alte Musik in aller Welt zusammen; bei den Berliner Philharmonikern gab er sein Debüt Mitte Januar 2002 unter der Leitung von Nikolaus Harnoncourt in der Titelpartie von Händels Oratorium Jephtha. Mit dem Lautenisten Paul O’Dette und mit dem Klavierbegleiter Donald Sulzen feiert James Taylor auch als Liedinterpret große Erfolge. Seit Herbst 2005 unterrichtet er als Professor für Oratorien- und Liedgesang an der Universität von Yale.

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