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Iván Fischer dirigiert Haydn und Liszt

Iván Fischer dirigiert Haydn und Liszt

Berliner Philharmoniker
Iván Fischer

Daniel Stabrawa, Bruno Delepelaire, Jonathan Kelly, Stefan Schweigert

  • Joseph Haydn
    Sinfonia concertante B-Dur Hob. I:105

    Daniel Stabrawa Violine, Bruno Delepelaire Violoncello, Jonathan Kelly Oboe, Stefan Schweigert Fagott

  • Franz Liszt
    Eine Faust-Symphonie in drei Charakterbildern, nach J. W. von Goethe (Fassung ohne Schlusschor von 1854)

Als Chefdirigent des Konzerthausorchesters hat Iván Fischer von 2012 bis 2018 in unzähligen Konzerten unter Beweis gestellt, mit welch stilistischer Treffsicherheit er sich Musik aus unterschiedlichsten Epochen anzunehmen vermag. An diesen beiden Abenden, an denen er im Rahmen einer bis in das Jahr 1989 zurückreichenden künstlerischen Zusammenarbeit auch in dieser Saison am Dirigentenpult der Berliner Philharmoniker steht, präsentiert er ein Programm, das kontrastreicher nicht sein könnte.

Joseph Haydns Sinfonia concertante für Oboe, Fagott, Violine, Violoncello und Orchester entstand während des ersten London-Aufenthalts des Komponisten in der Konzertsaison 1791/1792. Als Mischung zwischen Instrumentalkonzert und Symphonie verbindet die ursprünglich aus Frankreich stammende Gattung Merkmale des barocken Concerto grossomit dem zyklischen Formenkanon der klassischen Orchestermusik. Die Engländer wurden 1792 mit der seinerzeit noch relativ jungen musikalischen Form bekannt gemacht: Der ehemalige Haydn-Schüler Ignaz Pleyel hatte mit mehreren solcher Werke beim Publikum an der Themse für Furore gesorgt. Haydn, der bereits in einigen seiner frühen Symphonien konzertierende Soloinstrumente verwendet hatte, parierte – und schuf mit seiner Sinfonia concertante ein Musterbeispiel der Gattung. In der dreisätzigen Komposition gelang ihm ein bewundernswerter Ausgleich zwischen dem kammermusikalisch eng verflochtenen Zusammenspiel der vier konzertierenden Soloinstrumente und dem Orchester. In diesen Aufführungen sind neben dem philharmonischen Ersten Konzertmeister Daniel Stabrawa drei weitere Mitglieder der Berliner Philharmoniker in den anspruchsvollen Solopartien des Werkes zu erleben.

65 Jahre nach Haydns Sinfonia concertante wurde in Weimar Franz Liszts Faust-Symphonie uraufgeführt. Das in jeder Hinsicht groß dimensionierte, auf dem ersten Teil von Johann Wolfgang von Goethes Tragödie basierende Werk stellt den Versuch dar, die klassische Form der Symphonie mit der jüngeren, wesentlich von Liszt geprägten Gattung der Symphonischen Dichtung in Einklang zu bringen: Die drei Sätze des Werks stellen musikalische Charakterbilder der Protagonisten von Goethes Bühnenstück dar und folgen zugleich klassischen Satzprinzipien. So weist der erste, Faust gewidmete Satz Züge der Sonatenform auf, während Liszts kompositorisches Portrait Gretchens als langsamer Mittelsatz fungiert. Der dritte und letzte Satz mutet zunächst wie ein diabolisches Scherzo an, wird durch motivisch-thematische Rückgriffe auf die beiden vorangegangenen Sätze zugleich aber auch den Ansprüchen an ein symphonisches Finale gerecht – ein Geniestreich, der die Figur des Mephistopheles musikalisch ebenso suggestiv wie farbenreich charakterisiert.

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