Tugan Sokhiev und Yefim Bronfman

Zwei Werke, zwei Epochen – verbunden durch düstere Spannung und emotionale Kraft: Mozarts Klavierkonzert Nr. 24 in der schicksalhaften Tonart c-Moll bietet leidenschaftliche Ausbrüche ebenso wie zarte, innige Momente – hier interpretiert von Yefim Bronfman. Schostakowitschs Zwölfte Symphonie setzte der russischen Oktoberrevolution ein musikalisches Denkmal: Heroische Gesten und orchestrale Wucht verleihen dem Werk packende Dramatik. Am Pult steht Tugan Sokhiev.

Eine große Lenin-Symphonie sollte es werden, für Solisten, Chor und Orchester. Doch weil es Dmitri Schostakowitsch erklärtermaßen nicht gelang, »den Wohltäter der Menschheit symphonisch darzustellen«, konzentrierte sich das Ganze schließlich auf Ereignisse der Oktoberrevolution von 1917. Vordergründig entstand ein episches Porträt historischer Ereignisse, dessen Kopfsatz Revolutionäres Petrograd als Mobilisierung der aufständischen Kräfte gedeutet wurde. Der Titel des kontemplativen zweiten Satzes Rasliw spielt auf einen Ort in Karelien an, wo sich Lenin nach einem gescheiterten Putschversuch versteckt hielt, während Satz Nr. 3 Aurora nach dem berühmten Panzerkreuzer benannt ist, der den Startschuss zum bewaffneten Aufstand 1917 abfeuerte. Er gerät zum groß angelegten Crescendo, das unmittelbar ins Finale führt: Morgenröte der Menschheit. Es dürfte kein Zufall sein, dass dieser forcierte Schlusssatz mit einem manisch wiederholten, dreitönigen Motiv ausklingt, das Schostakowitsch bereits im stillen Gedenken der zahllosen Opfer in seiner Zehnten Symphonie zur Porträtierung Stalins verwendet hatte.

Wolfgang Amadeus Mozarts Klavierkonzert c-Moll KV 491 dürfte die Wiener Musikliebhaber überrascht haben angesichts seiner Tonart, der kompromisslosen Dramatik und einer Besetzung mit Trompeten, Pauken und Klarinetten. Der Ausdrucksgehalt des Werks geht deutlich über unterhaltsame Virtuosität hinaus. Als gern gesehene Gäste der Philharmoniker präsentieren Yefim Bronfman  und Tugan Sokhievs das Konzert. Für einen charmanten Opener sorgt Benjamin Brittens Simple Symphony, in der der Komponist im zarten Alter von 20 Jahren ein musikalisches Resümee seiner frühen Kindheit und Jugend zog.

Berliner Philharmoniker
Tugan Sokhiev
Yefim Bronfman

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Künstler*innen

Tugan SokhievDirigent
Benjamin BrittenKomponist
Wolfgang Amadeus MozartKomponist
Yefim BronfmanKlavier
Dmitri SchostakowitschKomponist

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