Pierre Boulez

Komponist, Dirigent

Pierre Boulez gehörte als Komponist wie Dirigent zu den prägenden Musikern des 20. und beginnenden 21. Jahrhunderts und war darüber hinaus eine der einflussreichsten Gestalten französischer und europäischer Kulturpolitik nach dem Zweiten Weltkrieg. Sein unablässiger und kompromissloser Einsatz für die zeitgenössische Musik fand seinen bleibenden Ausdruck im Institute de Recherche et de Coordination Acoustique-Musique (IRCAM) und dem ebenfalls von ihm gegründeten und zeitweise geleiteten Ensemble Intercontemporain. In seinen eigenen Kompositionen entwickelte er Aspekte von Schönbergs Zwölftonmusik und Strawinskys Experimenten mit Polytonalität und -Rhythmik zum Serialismus weiter, der auch durch den Einsatz elektronischer Techniken gekennzeichnet war. Boulez’ kompositorisches Werk ist nicht sehr umfangreich, zeichnet sich aber durch konstruktive Dichte und eine oftmals unterschätzte Klangsinnlichkeit aus. An Kompositionen wie den berühmten [Notations] arbeitete Boulez über Jahrzehnte.

Als Interpret standen für ihn neben unmittelbar zeitgenössischer Musik Werke der klassischen Moderne, aber auch die Symphonien von Gustav Mahler und die Opern von Richard Wagner im Mittelpunkt. Nachdem er bei den Bayreuther Festspielen bereits mit dem [Parsifal] debütiert hatte (2004 sollte er mit diesem Werk noch einmal an diesen Ort zurückkehren) wurde ihm 1976 die musikalische Leitung beim [Ring des Nibelungen] übertragen. Stieß die von Patrice Chereau inszenierte Produktion zunächst auf wütende Proteste, so erlangte sie bald, als sogenannter »Jahrhundertring«, legendären Status. Mit den Berliner Philharmonikern hat Pierre Boulez zwischen 1961 und 2010 fast ein halbes Jahrhundert zusammengearbeitet. Dabei dirigierte er neben eigenen Werken und Kompositionen der Zweiten Wiener Schule vor allem die Musik Bartóks, Strawinskys, Debussys und Ravels. Boulez verfügte über ein berühmt kompromissloses Gehör. Zudem waren seine Interpretationen bei einer tief verwurzelten Aversion gegen jede Sentimentalität von zügigen Tempi und einer analytischen Durchdringung der musikalischen Strukturen geprägt.

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