Peter Eötvös dirigiert die Uraufführung seines Cello Concerto Grosso

Sa, 18. Juni 2011

Berliner Philharmoniker
Peter Eötvös

Miklós Perényi, Slowakischer Philharmonischer Chor, Ferruccio Furlanetto

  • Modest Mussorgsky
    Eine Nacht auf dem kahlen Berge (13:19)

  • Peter Eötvös
    Cello Concerto Grosso (30:58)

    Miklós Perényi Violoncello

  • Igor Strawinsky
    Vier russische Bauernlieder (06:46)

    Slowakischer Philharmonischer Chor, Blanka Juhaňáková Einstudierung

  • Modest Mussorgsky
    »Krönungsszene« und »Tod des Boris« aus der Oper Boris Godunow (29:43)

    Ferruccio Furlanetto Bass, Slowakischer Philharmonischer Chor, Blanka Juhaňáková Einstudierung

  • kostenlos

    Peter Eötvös im Gespräch mit Sarah Willis (20:28)

Komponieren besteht für Peter Eötvös in der »Verzauberung der Zuhörer durch Klang. Mich interessiert die Technik, mit der ich das Unglaubliche zum Klingen bringen kann.« Beim Erarbeiten dieses Konzepts wurde er von vielen herausragenden Komponisten begleitet. Als 14-Jähriger fand er Aufnahme in Zoltán Kodálys Kompositionsklasse an der Budapester Musikhochschule; später arbeitete Eötvös eng mit Karlheinz Stockhausen und Pierre Boulez zusammen. Mit der Uraufführung seines Cello Concerto Grosso ist nun Peter Eötvös neueste »Verzauberung« in der Philharmonie zu erleben.

Das Werk ist ein Spiel mit alten Formen. Vom barocken Concerto grosso übernimmt Eötvös die Kombination aus Orchester und Solistengruppe, in diesem Fall bestehend aus acht Cellisten. Der Solistengruppe vorangestellt wird – als Reminszenz an das klassische Solokonzert – ein einzelner Cellist, der das ganze virtuose Potenzial seines Instruments präsentiert. Diesen Solopart übernimmt mit Miklós Perényi ein langjähriger Weggefährte von Peter Eövös, der einmal sagte, Perényi sei »wie die Natur, wie die Bäume und die Blumen: Er existiert einfach und strahlt aus«. 

Eingerahmt wird die Uraufführung von Musik von Modest Mussorgsky. Am Beginn steht die Nacht auf dem kahlen Berge, eine wilde Darstellung eines Hexensabbats, die der Komponist selbst als »heiß und chaotisch« beschrieb. Energetisch auch das Ende des Abends mit zwei Szenen aus Mussorgskys Boris Godunow, in denen ein Chor das aufgewühlte russische Volk verkörpert. Klanggewaltig tritt es als nicht beherrschbare Macht auf und bildet den denkbar größten Kontrast zu den Seelendramen des Zaren Boris, hier dargeboten von Ferruccio Furlanetto.

Rückblicke und Aufbrüche

Peter Eötvös im Bunde mit Strawinsky und Mussorgsky

Den Sommer 1914 verbrachte Igor Strawinsky auf dem elterlichen Gut Ustilug, dem ihn seit Jahrzehnten inspirierenden Zufluchtsort in der Westukraine. Zwei Jahre zuvor hatte er hier am Sacre gearbeitet, 1913 beschäftigte ihn seine Oper Le Rossignol. Diesmal kreisten seine Gedanken um »eine Kantate über eine ländliche Hochzeit«, angeregt von der umfangreichen Volkslieder- und Textsammlung Pjotr Kirejewskis, auf die er bei einem Besuch in Kiew gestoßen war. Eine weitere, für den Herbst 1914 geplante Reise scheiterte am Ausbruch des Krieges. Schon auf der Rückfahrt im August nach Clarens, seinem Schweizer Domizil, hatte Strawinsky »angesichts der Nervosität, die in Mitteleuropa herrschte, das klare Gefühl, dass wir am Vorabend ernster Ereignisse ständen. 14 Tage später war der Krieg erklärt. Da ich als dienstuntauglich ausgemustert war, brauchte ich nicht in mein Vaterland zurückkehren; ich ahnte auch nicht im entferntesten, dass ich es nie wiedersehen würde, jedenfalls nicht so, wie ich es verlassen hatte.«

In Clarens angekommen, begann Strawinsky mit der Sichtung des aus Kiew mitgebrachten Fundus. Großen Vorhaben standen allerdings die durch den Krieg zunehmend eingeschränkten Aufführungsmöglichkeiten entgegen, sodass nur an kleinere Besetzungen zu denken war. Neben traditionellen Besetzungen wie Streichquartett, Klavier vierhändig, Gesang und Klavier finden sich ungewöhnliche Kombinationen wie Gesang und drei Klarinetten in den Katzenwiegenliedern oder »Miniaturorchester« wie bei den Pribautki oder beim Renard. Allen gemeinsam ist die musikalische Konzentration: knappe Diktion, simple Materialien in komplexer Kombination, Variation vorgegebener oder erfundener Muster – ein Prozess der Skelettierung und Radikalisierung.

Was unter dem Titel »russische Lieder« firmiert, scheint allerdings von Radikalisierung und Überzeichnung ausgenommen zu sein. In diesen Miniaturen finden bis in die Kindheit des Komponisten zurückreichende Eindrücke ihren Widerhall: der Gesang der Bauernmädchen von Ustilug, das Landleben mit seinen Alltäglichkeiten wie auch mit den oft jahrhundertealten Ritualen. An diese Erfahrungen knüpfen die Vier russischen Bauernlieder an, deren Textvorlagen Strawinsky der Anthologie russischer Volksmärchen von Alexander Afanassjew entnahm. Ursprünglich für Frauenchor a cappella komponiert, schrieb er 1954 eine neue Version – mit vier Hörnern, denen die Mehrstimmigkeit übertragen ist, während der Chor fast durchgehend aufs Unisono reduziert bleibt. Die Musik, so russisch sie anmutet, ist original Strawinsky! Darauf angesprochen, erklärte er wiederholt, dass er keine »Anleihen an Volkslieder gemacht« habe, dass aber »die Musik durch die Worte und Silben des Texts bestimmt« worden sei.

Während Igor Strawinsky sich fern der Heimat an seine russischen Wurzeln erinnerte, geht Peter Eötvös das Wagnis ein, auf die Vorklassik zurückzublicken. Cello Concerto Grosso hat er sein neuestes Orchesterwerk genannt, was zunächst auf Vorbilder wie Corelli und Vivaldi, nicht zuletzt auch auf Bachs Brandenburgische Konzerte verweist. Doch das vorangestellte Wort »Cello« deutet schon das Besondere an: Die dem Tutti gegenübergestellte Solistengruppe, das traditionelle Concertino, besteht aus acht Violoncelli, und außerdem gibt es ein Solo-Cello. Es geht also um das Solokonzert und das Concerto grosso, die zur Doppel-Form verbunden werden. Dass sich mit der Verteilung auf drei Partner – Solist, Concertino-Gruppe und Orchester – die Möglichkeiten der Klangregie erweitern, liegt auf der Hand. Sie bietet aber zudem die Gewähr der Übersichtlichkeit im hörenden Nachvollzug. So ist das Solo-Cello keineswegs nur »Vorspieler« der übrigen acht Celli, und das Orchester kommt nur in wenigen Fällen als geballtes Tutti daher, sondern steuert seine (durchaus eigenen) Gedanken mittels kammermusikalischer Gruppen bei.

Mehr an Rückblick als das formale Anknüpfen will diese Musik allerdings nicht bieten. Auch keine klassische Entwicklungsdramaturgie, vielmehr eine Abfolge von Szenen, die jeder der drei Sätze aus einer präzisen Grundsituation heraus aufbaut. Es gibt auch keine »Themen« im geläufigen Sinne, sondern aus einem begrenzten Intervallvorrat strukturierte lineare Verläufe, eingebettet oder flankiert von ausgewählten Akkordformationen. Offensichtlich gehören Augen- und Ohrenmerk des Komponisten vor allem den klangspezifischen Erfindungen, wofür er diverseste Spieltechniken – vom Pianissimo-Flageolett über ungewohnten Pizzikato-Einsatz bis zum Hinter-dem-Steg-Spielen der Streicher – einsetzt. Spannungen ergeben sich auch aus dem Überlagern unterschiedlicher Klangflächen, in denen jeder Beteiligte seine eigene Position zu behaupten sucht. Das Prinzip des Konzertierens, des Wechselspiels von Fragen und Antworten, erscheint hier aufgebrochen zugunsten eines meist von gegenseitiger Fremdheit gezeichneten Dialogs. Mit dem Maß an Virtuosität jedoch, die das Solo-Cello zeigen darf, übertrifft es alle anderen, kann also stets seine herausgehobene Position verteidigen.

Dass die Instrumentalmusik von Peter Eötvös aus szenisch-dramatischen Imaginationen erwächst, hat der Komponist 1995 in dem Satz zusammengefasst: »Meine Musik ist Theatermusik.« Möglicherweise gab diese Affinität den Ausschlag für die Entscheidung, den Abend mit zwei Auszügen aus Boris Godunow von Modest Mussorgsky, einem »Bruder im Geiste«, abzurunden. Das Votum für den »Ur-Boris«, die Erstfassung von 1869, schlägt zudem eine Brücke zu Strawinsky. In den Gesprächen mit Robert Craft bekannte dieser sich dezidiert zum »unverfälschten« Mussorgsky: »... so glaube ich, dass trotz seiner beschränkten technischen Mittel und seiner ›unbeholfenen Schreibweise‹ Mussorgskys Original-Partituren stets unendlich mehr wahre musikalische Werte und echte Intuition aufweisen als die ›Perfektion‹ von Rimskys Arrangements.« Nikolai Rimsky-Korsakow hat bekanntlich nicht nur instrumentatorisch, sondern auch inhaltlich in Mussorgskys Partituren eingegriffen.

Schon zwei Jahre bevor Alexander Puschkins (seit 1831 gedruckt vorliegendes) Drama Boris Godunow 1870 seine Bühnenpremiere erlebte, war Mussorgsky, der das Libretto nach Puschkins Vorlage selbst geschrieben hatte, mit der Vertonung dieser »Tragödie des schlechten Gewissens« beschäftigt. Im Sommer 1869 war die Skizze abgeschlossen, Mitte Dezember desselben Jahres die Instrumentation. Mussorgsky selbst nannte das Werk ein »musikalisches Volksdrama«. Denn das Volk, das den Bojaren Boris auf den Zarenthron gehoben hatte, wurde in den sieben Jahren seiner Herrschaft (1598 bis 1605) zu seinem beständigen Korrektiv (und kann sich von jubelnder Masse zusehends zum destruktiven Pöbel wandeln).

Die beiden Szenen, die auf dem Programm dieser Konzerte stehen, markieren den Beginn und das Ende der Herrschaft des Zaren Boris. In der Krönungsszene lässt Mussorgsky Boris Godunow, anders als in Puschkins Drama, seine Ansprache nicht an die Bojaren, sondern an das im Kreml zusammengelaufene Volk richten. Er behauptet, die Krone nur widerstrebend, nur als Retter in der Not anzunehmen, und obschon er erkennen lässt, dass das Volk für ihn bloßes Werkzeug ist, bricht die Masse in frenetischen Jubel aus. Mussorgskys musikalischer Kommentar dazu: Das Läuten im Tritonus-Intervall, der Pendelschlag einer Spieluhr, entlarvt das Versprechen künftiger Herrlichkeit als demagogisch. Das Pendant dazu schließlich in der Todesszene: Hier reflektiert der Tritonus-Pendelschlag die Endstufe der seelischen Zerrüttung. Die Erinnerung an den vom ihm ermordeten Zarewitsch Dmitri holt Boris ein, seine Sinne umnachten sich, er fühlt sein Ende nahen. Im Büßergewand verfügt er seinen letzten Willen, dass sein Sohn den Zarenthron besteigen solle, und stirbt. Und das Volk? Das jubelt bereits dem nächsten Herrscher zu ...

Alles von brennender Aktualität. Wer wollte da widersprechen?

Helge Jung

Peter Eötvös, 1944 in Transsylvanien geboren, zählt als Komponist, Pädagoge und Dirigent zu den bedeutenden Musikerpersönlichkeiten unserer Zeit. Er studierte an der Budapester Musikakademie (Komposition) und an der Musikhochschule in Köln (Dirigieren). Zwischen 1968 und 1976 arbeitete er regelmäßig mit dem Stockhausen Ensemble zusammen, von 1971 bis 1979 auch mit dem Studio für Elektronische Musik des WDR in Köln. Auf Einladung von Pierre Boulez dirigierte Peter Eötvös 1978 das Eröffnungskonzert des IRCAM in Paris. Bis 1991 war er Musikalischer Leiter des Ensembles intercontemporain. Er stand am Pult führender Orchester in den USA, in Japan und in Europa (z. B. beim BBC Symphony Orchestra, beim Budapester Festival Orchester und bei den Münchner Philharmonikern). 1991 gründete der Musiker das Internationale Eötvös Institut und die Stiftung für junge Dirigenten und Komponisten in Budapest; in den Jahren 1992 bis 2008 lehrte er als Professor an den Musikhochschulen in Karlsruhe bzw. Köln. Seit Herbst 2009 ist er Erster Gastdirigent des Radio-Symphonieorchesters Wien. Eötvös’ Werke (u. a. Atlantis, zeroPoints, Drei Schwestern, Angels in America und Love and Other Demons) werden in aller Welt aufgeführt; seine neueste Oper Die Tragödie des Teufels feierte 2010 an der Bayerischen Staatsoper Premiere. Zu den Auszeichnungen von Peter Eötvös zählen der vom ungarischen Staatspräsidenten verliehene Kossuth-Preis, der »Royal Philharmonic Society Music Award« sowie der Frankfurter Musikpreis (2007). In Konzerten der Berliner Philharmoniker gab Peter Eötvös sein Dirigierdebüt im Juni 1994 am Pult des Scharoun Ensembles Berlin im Kammermusiksaal. Die Philharmoniker leitete er zuletzt Mitte April 2009 in Konzerten mit Werken von Bach, Wagner und Zimmermann.


Ferruccio Furlanetto, weltweit vor allem für seine Interpretationen der Basspartien in Verdis und Mozarts Werken geschätzt, hat auch russische und französische Musik in seinem Repertoire. Große Erfolge feierte er besonders als Philipp II. in Verdis Don Carlo sowie in den Titelrollen von Massenets Don Quichotte und Mussorgskys Boris Godunow; zuletzt gestaltete er als erster Italiener den Boris am Mariinskij-Theater in St. Petersburg. Der Bass hat unter der Leitung von Dirigenten wie Herbert von Karajan, Leonard Bernstein, Lorin Maazel, Bernard Haitink, Semyon Bychkov, Daniele Gatti, Valery Gergiev und Mariss Jansons mit den führenden Orchestern der Welt zusammengearbeitet. Engagements führten ihn auf die bedeutendsten Opernbühnen wie die der Mailänder Scala, des Royal Opera House, Covent Garden in London, der Wiener Staatsoper und der New York Metropolitan Opera. Darüber hinaus gastiert er auf den großen Festivals, z. B bei den Salzburger Festspielen, und in Japan. Ferruccio Furlanetto ist mit zahlreichen Ehrungen bedacht worden: So ist er Ehrenbotschafter der Vereinten Nationen sowie Kammersänger und Ehrenmitglied der Wiener Staatsoper. Gemeinsam mit den Berliner Philharmonikern war er bereits 1995 bei den Salzburger Osterfestspielen unter Claudio Abbados Leitung in der Elektra von Richard Strauss zu erleben. In Berliner Konzerten des Orchesters tritt er nun zum ersten Mal auf.


Miklós Perényi, Sohn einer ungarischen Musikerfamilie, gehört zu den führenden Cellisten seiner Generation. Sein Spiel ist von einem feinen und nuancierten Klang geprägt, der seine herausragende Musikalität unterstreicht. Miklós Perényi begann bereits als Fünfjähriger mit dem Cellospiel bei Miklós Zsámboki, einem Studenten von David Popper, und gab im Alter von neun Jahren seinen ersten Konzertabend in Budapest. Der Schüler von Enrico Mainardi und Ede Banda wurde 1963 beim Internationalen Pablo-Casals-Wettbewerb für Violoncello in Budapest ausgezeichnet und ging in den Jahren nach 1965 mehrfach zu Casals selbst in die Lehre. Als Solist bei Orchesterkonzerten und als Kammermusiker in unterschiedlichsten Besetzungen hat Miklós Perényi die Musikmetropolen in aller Welt mit einem Repertoire bereist, das Werke vom 17. Jahrhundert bis zur Gegenwart umfasst. Seit 1974 unterrichtet er an der Franz-Liszt-Akademie in Budapest, wo er 1980 auch eine Professur übernahm. Außerdem widmet er sich der Komposition von Werken für Instrumental-Ensembles und für Solo-Cello. Für sein künstlerisches Wirken wurde er 1980 mit dem Kossuth-Preis und 1987 mit dem Bartók-Pásztory-Preis ausgezeichnet. Bei seinem Debüt mit den Berliner Philharmonikern im Januar 2001 war er unter der Leitung von Iván Fischer mit dem Konzert für Violoncello und Orchester von Witold Lutosławski zu erleben.


The Slovak Philharmonic Choir was founded in 1946 as the mixed choir of Bratislava Radio, and was lead in its first years by Ladislav Slovák. From 1955, Jan Maria Dobrodinský made a great contribution to the development of the choir during his 20 year tenure, and the ensemble became affiliated to the Slovak Philharmonie in 1957. Blanka Juhanáková has been at the head of the ensemble since 1991; together with the first choirmaster Jan Rozehnal until 2001, and as principal choirmaster since 2005. Many modern and contemporary works have been performed in this period, including Schoenberg’s Die Jakobsleiter and Adam’s Harmonium, in addition to operas such as Verdi’s Aida and Un ballo in maschera, Puccini’s Turandot, Bizet’s Carmen, and Les Contes d’Hoffmann by Offenbach. For many years now, the Bratislava ensemble has been regarded as one of the leading opera and concert choirs on the European music scene, and as an important representative of Slovakian culture. In addition to performances in Bratislava, the choir has made guest appearances in almost all European countries, in Turkey, Morocco and Japan, and at major European Festivals. The choir has performed with many famous conductors (e. g. Claudio Abbado, Christoph von Dohnányi, Riccardo Chailly, Dmitrij Kitajenko, Zubin Mehta) and major orchestras, such as the Vienna and London Philharmonic Orchestras, the Vienna Symphonic and the Israel Philharmonic Orchestra. Significant performances in the choir’s history include Mussorgsky’s Boris Godunov at the Salzburg Festival, Messiaen’s La Transfiguration de Notre Seigneur Jésus-Christ in Cologne, Verdi’s Requiem in Prague’s Rudolfinum and Wagner’s Lohengrin in Seville. At the end of November 1993, the Slovak Philharmonic Choir performed in two concert performances of Mussorgsky’s Boris Godunov with the Berliner Philharmoniker, conducted by Claudio Abbado.

Der Slowakische Philharmonische Chor, 1946 als Gemischter Chor des Rundfunks Bratislava gegründet, wurde in den ersten Jahren von Ladislav Slovák geleitet. Von 1955 an trug Jan Maria Dobrodinský 20 Jahre lang maßgeblich zur Weiterentwicklung des Chors bei, so wurde das Ensemble 1957 der Slowakischen Philharmonie angegliedert. Blanka Juhanáková betreut das Vokalensemble seit 1991, bis 2001 im Zusammenwirken mit dem Ersten Chorleiter Jan Rozehnal, seit 2005 als Hauptchorleiterin. In dieser Zeit wurden viele moderne und zeitgenössische Werke erarbeitet, u. a. Schönbergs Die Jakobsleiter, Adams Harmonium sowie Opern wie Verdis Aida und Un ballo in maschera, Puccinis Turandot, Bizets Carmen, und Les Contes d’Hoffmann von Offenbach. Seit vielen Jahren zählt das Ensemble aus Bratislava zu den führenden Opern- und Konzertchören des europäischen Musiklebens und als wichtiger Repräsentant slowakischer Kultur. Neben seinen Auftritten im eigenen Haus gab es Gastspiele in den meisten Ländern Europas, in der Türkei, in Marokko und Japan sowie bei den großen europäischen Festivals. Der Chor konzertiert mit vielen namhaften Dirigenten (z. B. Claudio Abbado, Christoph von Dohnányi, Riccardo Chailly, Dimitrij Kitajenko, Zubin Mehta) und bedeutenden Orchestern wie den Wiener und Londoner Philharmonikern, den Wiener Symphonikern und dem Israel Philharmonic Orchestra. Zu den bedeutenden Aufführungen in der Geschichte des Chors zählen Mussorgskys Boris Godunow bei den Salzburger Festspielen, Messiaens La Transfiguration de Notre Seigneur Jésus-Christ in Köln, Verdis Requiem im Prager Rudolfinum und Wagners Lohengrin in Sevilla. Ende November 1993 war der Slowakische Philharmonische Chor in Berlin an zwei konzertanten Aufführungen von Mussorgskys Boris Godunow mit den Berliner Philharmonikern zu erleben, die Claudio Abbado dirigierte.

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