So, 09. November 2014
25. Jahrestag des Falls der Berliner Mauer

Berliner Philharmoniker
Sir Simon Rattle

Sally Matthews, Bernarda Fink, Hanno Müller-Brachmann, Rundfunkchor Berlin, Christian Elsner

  • Karol Szymanowski
    Stabat mater (30:05)

    Sally Matthews Sopran, Bernarda Fink Alt, Hanno Müller-Brachmann Bariton, Rundfunkchor Berlin, Simon Halsey Einstudierung

  • Ludwig van Beethoven
    Symphonie Nr. 9 d-Moll op. 125 (1:15:10)

    Christian Elsner Tenor, Sally Matthews Sopran, Bernarda Fink Alt, Hanno Müller-Brachmann Bariton, Rundfunkchor Berlin, Simon Halsey Einstudierung

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    Der Fall der Berliner Mauer - Erinnerungen der Berliner Philharmoniker (20:03)

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    Der Fall der Berliner Mauer - Erinnerungen von Sir Simon Rattle (1:47)

 

Karol Szymanowski setzte bei der Komposition seines Stabat Mater auf die »Allgemeinverständlichkeit des Textes«, weshalb er auf eine ins Polnische übersetzte Version der lateinischen Verse zurückgriff. Ihm ging es darum, »dem, was im geheimnisvollen Leben der Seele zugleich am realsten und am ungreifbarsten ist, moderne, in sich geschlossene Formen zu verleihen«, was ihm mit dem am 11. Januar 1929 uraufgeführten Werk, das mit einem ergreifend-ätherischen Sopran-Solo ausklingt, zweifellos gelang. Dabei ist die Musik, die auch für einen Hörer, dem das Polnische nicht geläufig ist, nichts von ihrer emotionalen Kraft verliert, von faszinierender Schlichtheit, da die melodischen Linien in Sekunden und Terzen fortschreiten; nur der zweite Satz scheint bisweilen Carl Orffs Carmina burana vorwegzunehmen.

 

Sir Simon Rattle, der Szymanowskis Stabat Mater schon Anfang der 1990er-Jahre mit dem City of Birmingham Symphony Orchestra auf CD eingespielt hat, präsentiert das Werk nun gemeinsam mit den Berliner Philharmonikern und der britischen Sopranistin Sally Matthews, die noch während des Studiums mit dem renommierten Kathleen Ferrier Award ausgezeichnet wurde. Im Anschluss an jene »religiöse Musik« (Szymanowski) erklingt Beethovens Neunte Symphonie, die mit ihrem utopischen Gehalt von Einigkeit, Freude und Verbrüderung den kunstreligiösen Vorstellungen nachfolgender Generationen in idealer Weise entsprach. Neben Sally Matthews singen Bernarda Fink, Hanno Müller-Brachmann sowie Christian Elsner, der im Mai 2012 in der Philharmonie bei den von Sir Simon Rattle dirigierten konzertanten Aufführungen von Richard Wagners Walküre von Publikum und Presse gefeiert wurde.

Am anderen Ende des Beethoven-Universums

Karol Szymanowski entfernte sich weit von der Neunten – aber seine polnischen Landsleute sorgten für ihre Aktualität

Ludwig van Beethoven: Symphonie Nr. 9 d-Moll op. 125

Über Beethovens Neunte ist alles gesagt. Aber haben wir auch alles gehört, alles behalten? Glücklicherweise nicht. Das Werk ist so komplex wie seine Rezeptionsgeschichte. Nicht einmal Goethes Faust verleitete zu derart vielen und einander widersprechenden Deutungen, obwohl dieser doch aus 12.000 Zeilen Text besteht, die Neunte hingegen nur aus 49. Aber eben auch aus 2.203 schwerwiegenden Takten Musik. Und Musik solcher Größenordnung besitzt nun einmal den Nachteil, dass sich nicht nur Sachkundige, also Musiker und Forscher, sondern auch Literaten und Journalisten ebenso wie Politiker und Ideologen auf sie stürzen, um dann der Welt zu erklären, was es mit diesem Ausnahmewerk auf sich hat, was Beethoven meinte, was es für uns heute, morgen und in Zukunft bedeutet.

Zu Beethovens Neunter fiel in den letzten 190 Jahren Deutschen und Österreichern besonders viel ein; Hohenzollern (die versehentlich den Widmungsträger Friedrich Wilhelm III. stellten) und Habsburgern (die nicht einmal auf den Druck subskribierten) geriet sie zur Staatsaffäre, progressive Wagnerianer und konservative Brahmsianer sahen in Beethoven ihren Gott. Aber auch andere Völker zogen für ihn in den Krieg. Französische Weltbürger bekämpften 1914 deutsche Nationalisten in seinem Namen, Katholiken und Kommunisten beriefen sich auf seine Ideen, die Neunte erklang zu Hitlers Geburtstag und in den Konzentrationslagern, die Europäische Union machte die Melodie des Chor-Finales zu ihrer Hymne, aber auch das rassistische Regime in Rhodesien. Das Erschütternde daran: Fast alle handelten im guten Glauben, aus purem Enthusiasmus für dieses unvergleichliche Werk, das zu enträtseln noch niemandem gelungen ist. Unbeschadet scheint es jede ideologische und kommerzielle Ausbeutung und selbst die idiotischsten Darbietungen zu überstehen. Sobald die fahlen, leeren Quinten mit dem dämonisch niederstürzenden Motiv der Geigen darüber erklingen, verlieren alle weltanschaulichen Scharmützel ihre Relevanz; das Klügste und das Dümmste, das je über die Neunte gesagt wurde, wird immer aufs Neue von der Neunten selbst negiert, der Lächerlichkeit preisgegeben. Sie duldet keine Metaphysik und keine Trivialität neben sich. So lehrt uns ausgerechnet das am gründlichsten missbrauchte Kunstwerk der Neuzeit die Autonomie der Kunst. Die Neunte ist die Neunte – et tout le reste est littérature …

Hätte Beethoven seine Botschaft – wie sie auch immer lauten sollte – in keine derart zwingende Form pressen können, wir würden über die Freuden-Ode nicht mehr viel Worte machen. Schillers Text überlebte im Grunde nur dank der Musik. Wie vor allem in der Dritten und Fünften gelingt es Beethoven auch in seiner letzten, 1824 uraufgeführten Symphonie, einen immensen symphonischen Bogen zu schlagen. Die Großform erlaubt dem Hörer, das Werk als ein sinnvoll gestaltetes Ganzes zu erleben, ob nun die einzelnen Motivbezüge untereinander und die Zusammenhänge zwischen den vier Sätzen erkannt werden oder nicht. Vielleicht ist es sogar besser, sie nicht zu kennen und sich, anstatt ein Elaborat zu analysieren, spontan dem Werden zu überlassen, einer urplötzlich aus dem Nichts hervorgehenden Schöpfung. Die Geschichte hat gezeigt, dass die Vertrautheit mit dem Notentext und der Dichtung nicht unbedingt das Verständnis des Werks fördern – wenn Beethovens Chor-Symphonie zum Gegenstand einer besonders widersinnigen Hermeneutik wurde, so geschah das gewöhnlich in Deutschland. In anderen Ländern, wo kein oder weniger Deutsch verstanden wird, fabrizierte man nicht einen solchen Wust von Willensmetaphysik und politischer Theologie. Dennoch wird die Neunte Symphonie auch dort geliebt. Und nicht weniger als in Deutschland und Österreich.

Karol Szymanowski

Zu den vernachlässigten Forschungsgebieten gehört die Rezeptionsgeschichte Beethovens in Polen. Für den jungen Chopin noch eine überlebensgroße Gestalt, verlor er einige Jahrzehnte an Boden, um erst von der Generation Karol Szymanowskis wiederentdeckt zu werden. Gemeinsam mit einigen Weggefährten gelang es Szymanowski 1905, in Berlin den »Vereinsverlag Junger Polnischer Komponisten« zu gründen und Konzerte in der Philharmonie zu organisieren. 1907 verlegte er seinen Wohnsitz nach Wien, wo er in eine 25 Jahre währende Verbindung mit dem Verlag Universal-Edition trat. Die polnische Provinz hatte er abgeschüttelt, aber noch nicht den Einfluss deutscher Komponisten. Er war mit Beethovens Musik aufgewachsen, später traten Wagner, Strauss und Reger in den Vordergrund. Szymanowskis Schaffen vollzog sich in deutlich voneinander abgegrenzten Etappen. Der Strauss-Phase folgte in den Jahren des Ersten Weltkriegs, als Szymanowski zurückgezogen auf dem Familiengut in der Ukraine lebte, eine impressionistische, ja orientalische Phase mit Werken voll Exotismus und Erotik. Die Dritte Symphonie Das Lied von der Nacht (1914) ist die erste polnische Symphonie mit Solist und Chor. Die Lösung von der deutschen Schule bedeutete zugleich eine Lösung von der Symphonie und von Beethoven. Szymanowski steuerte seit den Kriegsjahren auf eine märchenhaft funkelnde, subtile, mystische Tonkunst zu. Bis weit in die 1920er-Jahre hinein blieb er diesem ästhetischen Kurs treu.

Stabat mater op. 53

Das Stabat mater ist eine 1926 vollendete Auftragskomposition. Eigentlich sollte es ein Requiem werden, ein »Bauern-Requiem« gar, doch fürchtete der 44-Jährige, unter Tuberkulose leidende Komponist den Mozart-Effekt – dass er sozusagen das Requiem für seine eigene Beerdigung schreiben würde – und wählte eine andere Gattung. Religiöse Motive spielten keine Rolle, Szymanowski war Atheist. Er hätte auch am liebsten jeden Bezug zur liturgischen Tradition vermieden. Das Ziel ließ sich nicht erreichen; Szymanowski musste für sein Stabat mater Kompromisse finden. Er wählte einen lateinischen Text aus dem 13. Jahrhundert, vertonte ihn allerdings in einer polnischen Übersetzung; und er gestattete sich nach eingehenden Forschungen gewisse Anleihen bei Palestrina, verband dessen Polyfonie aber mit melodischen und rhythmischen Elementen alter westslawischer Musik. Auch zwei polnische Kirchenhymnen fanden Verwendung. Der meditative Charakter der Komposition ergibt sich aus den meist langsamen Tempi und dem engen Ambitus der Melodik, die sich fast nur der Sekunde und Terz bedient. Das Orchester ist im Vergleich zur Dritten Symphonie klein besetzt, die gesamte Faktur des Werks von auffälliger Klarheit und Einfachheit. Man darf das Stabat mater genauso wenig wie die Dritte Symphonie als Antwort auf Beethovens Neunte deuten. Doch bezeichnen beide Stücke in ihrem Verzicht auf bekenntnishaftes Pathos die weiteste Entfernung Szymanowskis von seinem einstigen Idol Beethoven.

Mögen die Beziehungen zwischen Polen und Beethovens Neunter nicht besonders produktiv gewesen sein – auf dem politischen Feld waren sie historisch einzigartig. Die Preußische Staatsbibliothek hatte 1941 die Autografe der Neunten an drei verschiedene Orte (Schloss Fürstenstein / Schlesien, Altmarrin / Pommern, Kloster Beuron / Baden-Württemberg) ausgelagert. Die gebundene Partitur aus dem Besitz Anton Schindlers, des Sekretärs Beethovens, kam nach Schlesien, befand sich also nach Kriegsende in Polen. 1977 übergab die polnische Regierung diesen Schatz der DDR. Das Original der Neunten lag nun teils im Osten, teils im Westen Berlins. Die Mauer verlief mitten durch das Werk, und zwar durch die große Doppelfuge des Finalsatzes. Erst die deutsche Wiedervereinigung versammelte alle Teilbestände unter dem Dach der Stiftung Preußischer Kulturbesitz. Auch daran hatten unsere Nachbarn hinter der Oder beachtlichen Anteil, denn ohne den Freiheitswillen der Polen und ohne Solidarność wäre 1989 die Mauer nicht gefallen.

Volker Tarnow

Sally Matthews ist Gewinnerin des renommierten Kathleen Ferrier Award 1999. Sie studierte Gesang an der Guildhall School of Music and Drama in London und gehörte von 2001 bis 2003 zum Vilar Young Artist Programme des Royal Opera House, Covent Garden, in dessen Rahmen sie 2001 ihr Debüt als Nannetta in Verdis Falstaff gab (Dirigent: Bernard Haitink); seitdem sang sie an jenem Haus Partien wie Pamina (Die Zauberflöte), Fiordiligi (Così fan tutte), Sifare (Mitridate) und Anne Truelove (The Rake’s Progress). Weitere Engagements führten Sally Matthews u. a. an die Wiener Staatsoper, an die Berliner Staatsoper Unter den Linden, an das Théâtre Royal de la Monnaie Brüssel und an die Nederlandse Opera Amsterdam. Das facettenreiche Repertoire der Sängerin schlägt einen Bogen von der Alten Musik über Werke von Haydn, Mozart, Schumann, Dvořák, Mahler, Strawinsky und Messiaen bis hin zum Schaffen zeitgenössischer Komponisten. So brachte Sally Matthews im Oktober 2004 in der Londoner Wigmore Hall mit dem Nash Ensemble die von Mark-Anthony Turnage für sie geschriebenen Two Baudelaire Songs zur Uraufführung und sang Ende Juni 2007 an der Bayerischen Staatsoper München bei der Weltpremiere von Unsuk Chins Alice in Wonderland die Titelpartie. Nach ihrem Debüt bei den Berliner Philharmonikern in den Konzerten zum Jahresende 2004 mit Orffs Carmina Burana war Sally Matthews zuletzt auch an der Open-Air-Aufführung dieses Werks Mitte Juni 2014 im Rahmen des Fests am Kulturforum beteiligt; Dirigent war Sir Simon Rattle.

Bernarda Fink wurde als Kind slowenischer Eltern in Buenos Aires geboren. Dort erhielt sie ihre musikalische Ausbildung am Instituto Superior de Arte des berühmten Teatro Colón, an dem sie auch regelmäßig auftrat. 1985 übersiedelte sie nach Europa. Mit einem Repertoire, das sich von Werken des Frühbarocks bis zu zeitgenössischen Kompositionen erstreckt, gastiert die Mezzosopranistin als Opern-, Konzert- und Liedinterpretin in den internationalen Musikzentren sowie im Rahmen bedeutender Festivals in Europa, Japan, Australien und den USA. Führende Symphonieorchester und viele Ensembles im Bereich der Alten Musik laden Bernarda Fink regelmäßig zur Mitwirkung ein; sie arbeitet mit Dirigenten wie Daniel Barenboim, Herbert Blomstedt, Sir John Eliot Gardiner, Nikolaus Harnoncourt, Mariss Jansons, Riccardo Muti, Sir Simon Rattle und Franz Welser-Möst. Ihr Debüt bei den Berliner Philharmonikern gab Bernarda Fink Mitte Januar 1995 im Kammermusiksaal in einer konzertanten Aufführung von Monteverdis Orfeo, die René Jacobs dirigierte. Seitdem sang sie wiederholt in Konzerten der Stiftung Berliner Philharmoniker, zuletzt Anfang Oktober 2012 im Rahmen eines von Anthony Spiri begleiteten Liederabends, bei dem Werke von Dvořák, Mahler und Schumann auf dem Programm standen. Im Februar 2006 wurde Bernarda Fink vom österreichischen Bundeskanzler mit dem Österreichischen Ehrenzeichen für Wissenschaft und Kunst ausgezeichnet; im Februar 2013 erhielt die Künstlerin mit dem Preis der Prešeren-Stiftung die höchste kulturelle Auszeichnung Sloweniens.

Christian Elsner, in Freiburg (Breisgau) geboren, studierte bei Martin Gründler, Dietrich Fischer-Dieskau und Neil Semer. Der Preisträger diverser internationaler Wettbewerbe gastiert als Konzert-, Lied- und Opernsänger bei renommierten Festivals sowie in allen wichtigen Opern- und Konzertsälen von Berlin, Wien, Mailand und London bis nach New York und Tokio. Christian Elsner arbeitete zuletzt mit Dirigenten wie Herbert Blomstedt, Manfred Honeck, Mariss Jansons, Lorin Maazel, Kent Nagano, Yannick Nézet-Séguin und Sir Simon Rattle zusammen. Nach seinem Debüt im Februar 2010 an der Semperoper Dresden als Siegmund (Die Walküre) hat sich der Sänger mit einer gefeierten Interpretation des Parsifal in einer konzertanten Aufführung der gleichnamigen Oper mit dem Rundfunk-Sinfonie-Orchester Berlin unter der Leitung von Marek Janowski Anfang April 2011 in der Berliner Philharmonie als Wagnertenor etabliert. Mit seinem festen Duopartner Burkhard Kehring gab Christian Elsner Liederabende in Frankfurt, Hamburg, Bonn, Dresden, Würzburg, Brüssel, Ravinia und bei der Schubertiade Feldkirch. Bei den Berliner Philharmonikern trat er erstmals Mitte April 2004 in drei von Nikolaus Harnoncourt dirigierten Konzerten mit Franz Schuberts Messe Es-Dur D 950 auf. Zuletzt gastierte der Künstler im Mai 2012 als Siegmund in drei konzertanten Aufführung der Walküre bei dem Orchester (Dirigent: Sir Simon Rattle). Als Professor für Gesang unterrichtet Christian Elsner an der Hochschule für Musik in Würzburg.

Hanno Müller-Brachmann studierte in Freiburg und Mannheim; außerdem besuchte er in Berlin die Liedklasse von Dietrich Fischer-Dieskau. Nach Erfolgen bei internationalen Wettbewerben – er war u. a. Preisträger beim Bundeswettbewerb Gesang (1992 und 1994) und beim ARD-Wettbewerb in München (1996) – singt der Bassbariton heute auf Konzertpodien und Opernbühnen in Europa, Israel, Japan und den USA sowie im Rahmen renommierter Festivals. Von 1998 bis 2011 gehörte Hanno Müller-Brachmann zum Ensemble der Deutschen Staatsoper Berlin, wo er die großen Mozartrollen seines Fachs und Partien wie Orest (Elektra), Amfortas (Parsifal) oder Wotan (Das Rheingold) sang. Außerdem wirkte er dort z. B. in den Uraufführungen von Elliott Carters What next? (1999) und Pascal Dusapins Faustus – The Last Night (2006) mit. Hanno Müller-Brachmann hat mit Dirigenten wie Claudio Abbado, Riccardo Chailly, Sir John Eliot Gardiner, Nikolaus Harnoncourt, René Jacobs, Zubin Mehta, Andris Nelsons und Sir Simon Rattle zusammengearbeitet. Ein weiterer Schwerpunkt seiner künstlerischen Tätigkeit ist der Liedgesang in Zusammenarbeit mit Pianisten wie Graham Johnson, Malcolm Martineau und Eric Schneider. Sein Debüt bei den Berliner Philharmonikern gab Hanno Müller-Brachmann im Mai 1999 unter der Leitung von Daniel Barenboim in Mozarts Messe C-Dur KV 317. Zuletzt gastierte der Sänger Anfang Januar 2013 in den Konzerten der Stiftung Berliner Philharmoniker: Begleitet von András Schiff sang er u. a. Robert Schumanns Liederzyklus Dichterliebe. Nach Lehraufträgen an beiden Berliner Hochschulen ist Hanno Müller-Brachmann seit Herbst 2011 Professor für Gesang an der Hochschule für Musik in Karlsruhe.

Der Rundfunkchor Berlin ist ein gefragter Partner führender Orchester und Dirigenten in aller Welt; langjährige Kooperationen bestehen in Berlin mit dem Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin, dem Deutschen Symphonie-Orchester und den Berliner Philharmonikern. In rund 50 Konzerten jährlich sowie mit Gastauftritten bei Festivals stellt der Chor sein breites Repertoire und reich nuanciertes Klangbild unter Beweis. Gemeinsam mit Künstlern unterschiedlicher Disziplinen erschließt der Chor jedes Jahr mit einer spartenübergreifenden Produktion neue Erlebnisweisen von Chormusik: So stieß z. B. die szenische Umsetzung des Deutschen Requiems von Johannes Brahms durch Jochen Sandig 2012 auf große Resonanz. 1925 in Berlin gegründet und von Dirigenten wie Helmut Koch, Dietrich Knothe und Robin Gritton geprägt, wird der Rundfunkchor Berlin seit 2001 von Simon Halsey geleitet. Eine rege Aufnahmetätigkeit und viele Auszeichnungen, darunter drei »Grammy Awards«, dokumentieren den großen Erfolg dieser Arbeit. Simon Halsey, der im Januar 2011 mit dem Bundesverdienstkreuz geehrt wurde, initiierte außerdem zahlreiche Aktivitäten des Chors im Bildungs- und Erziehungsbereich, so das jährliche Mitsingkonzert in der Philharmonie oder die Liederbörse für Kinder und Jugendliche. 2011 startete der Rundfunkchor Berlin das Projekt SING!, welches das Ziel verfolgt, in Berliner Grundschulen das Singen als selbstverständlichen Teil des Schulalltags zu etablieren. Mit den Berliner Philharmonikern war der Rundfunkchor Berlin zuletzt Mitte Juni 2014 im Rahmen einer Open-air-Aufführung von Carl Orffs Carmina Burana auf dem Kulturforum zu erleben; Dirigent war Sir Simon Rattle.

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