Konzert

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Dieser Mitschnitt dokumentiert Claudio Abbados letztes Konzert mit den Berliner Philharmonikern. Noch in diesem Aufeinandertreffen offenbart sich die musikalische Neugier und die Aufgeschlossenheit Abbados, der hier zum ersten Mal mit den Berliner Philharmonikern Hector Berlioz’ Symphonie fantastique aufführt. Darüber hinaus dirigiert er Felix Mendelssohn Bartholdys Schauspielmusik zu Ein Sommernachtstraum.

Die Gegenüberstellung dieser Werke ist insofern eine faszinierende Idee, als sie ein Schlaglicht auf die Frühzeit der musikalischen Romantik wirft. Die beiden Komponisten begegneten sich zum ersten Mal 1832 in Rom. Berlioz war voller Bewunderung für Mendelssohn, der seinerseits nur mit Mühe Berlioz’ exaltiertes Auftreten ertrug, »diesen nach außen gekehrten Enthusiasmus, diese den Damen präsentierte Verzweiflung, die Genialität in Fraktur«. Und auch die seinerzeit entstandene Symphonie fantastique befremdete ihn. Speziell im abschließenden Hexensabbath sah Mendelssohn »kalte Thorheiten, kalte Leidenschaftlichkeit [...] ein bloßes Grunzen, Schreien, Kreischen hin und her«.

Wie sein eigenes Ideal romantischen Komponierens aussah, zeigt seine Sommernachtstraum-Musik in der er den Stoff des Shakespeare-Stücks kongenial in Töne setzte. Schon die Ouvertüre aus dem Jahr 1826 – Geniestreich des 17-jährigen Komponisten – fängt Atmosphäre und Kolorit der Welt des Feenreichs ein, in dem das Elfenkönigspaar Oberon und Titania herrschen. 1843 ließ Mendelssohn im Auftrag des Preußenkönigs Friedrich Wilhelm IV. für eine Aufführung des Sommernachtstraums im Neuen Palais in Potsdam 12 weitere Musiknummern folgen. Es entstand eine Sammlung von instrumentalen, vokalen und melodramatischen Stücken, von denen der Hochzeitsmarsch das wohl berühmteste ist. 1843 ist auch das Jahr, in dem sich die beiden Komponisten erneut trafen, als Berlioz die Symphonie fantastique in Leipzig dirigierte. Nach anfänglicher Distanz verstand man sich allmählich immer besser – bis hin zu einer symbolträchtigen Szene, als Berlioz und Mendelssohn zum Andenken aneinander ihre Dirigentenstäbe tauschten.

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