02. Dez 2018

Schlagzeuger der Berliner Philharmoniker und Gäste

Sarah Willis

  • kostenlos

    Winter Drummerland (70 Min.)

    Sarah Willis Konzept, Horn und Moderation

Gegenüber Streichern, Holz- und Blechbläsern bildet die Fraktion der Schlagzeuger mit sechs Mitgliedern – darunter zwei Paukern – die personell gesehen schmalste Gruppe der Berliner Philharmoniker. Zugleich ist in ihr die pro Kopf beherrschte Anzahl von Instrumenten mit weitem Abstand die größte: Sie beträgt bis zu zweihundert! Dabei werden die unterschiedlichsten Materialien durch nahezu ebenso viele verschiedene Formen des Schlagens zum Klingen und Schwingen gebracht. Kein Wunder also, dass die von Gast-Perkussionisten unterstützten Schlagzeuger 2018 bereits zum zweiten Mal das traditionelle philharmonische Familien-Weihnachtskonzert bestritten. Moderiert wurde die Veranstaltung mit dem Titel »Winter Drummerland« von Sarah Willis aus der Horn-Gruppe – mit Charme und Humor eine der zentralen Protagonistinnen des Education-Programms des Orchesters.

Man kann den Rhythmus noch vor der Melodie für das ursprüngliche Element aller Musik halten, am Ursprung aller musikalischen Bildung wiederum steht die Kindheit. Das aus Jung und Alt gemischte Publikum zeigte sich jedenfalls vom Geschehen auf der Bühne begeistert. Und da Rhythmus bereits entsteht, wenn Geräusche gleich welcher Art in eine Ordnung gebracht werden, bedurfte es zum Mitmachen nicht einmal eines Instruments: In der sogenannten »Body Percussion« wird der eigene Körper zur Rhythmusmaschine, wie eine Art Kanon auf die Namen der Musiker zeigte.

Doch selbstverständlich können Schlagzeuger – zum Beispiel auf einer beeindruckenden Ansammlung von Xylo-, Marimba- und Vibraphonen – auch Melodien hervorbringen. Sie kamen in Darius Milhauds Braziliera und George Gershwins »I Got Rhythm« zum Einsatz und begleiteten das singende und tanzende Kinderensemble der »Schneeflocken« beim Weihnachtslied »Leise rieselt der Schnee« in einem Arrangement des Paukers Wieland Welzel. Daneben waren reine Rhythmusstücke zu hören wie ein Zwischenspiel aus Dmitri Schostakowitschs Oper Die Nase und eine Performance, in der ein Holztisch und Kochlöffel das Instrumentarium bildeten – eine besondere Überraschung in dieser fröhlichen Weihnachtsfeier.