Bernard Haitink: Eine ungeplante Karriere

Ein Film von Hans Haffmans, Joost Honselaar

Bernard Haitink

49 Min.

Kaum ein zweiter Dirigent der älteren Generation hat wie Bernard Haitink bewiesen, dass eine Weltkarriere auch ohne Starallüren und autoritäres Auftreten gelingen kann. Das Vertrauen der Mitglieder von Symphonie- und Opernorchestern gewann er durch seinen Sachverstand, den respektvollen Umgang mit den Musikern und seine von Demut geprägte Haltung zu den von ihm verehrten Komponisten. Nach frühen Jahren als Orchestermusiker leitete Haitink von 1961 bis 1988 das Royal Concertgebouw Orchester in seiner Heimatstadt Amsterdam, später wurde er auf Leitungspositionen so bedeutender Institutionen wie der des Royal Opera House in London und der Dresdner Staatskapelle berufen. Mit den Berliner Philharmonikern ist der Dirigent nach seinem Debüt im Jahr 1964 regelmäßig nicht nur in Berlin, sondern auch auf Konzertreisen, bei den Salzburger Festspielen und im Rahmen des Europakonzerts aufgetreten. Wenige Wochen nach einer bewegenden Interpretation von Bruckners Siebter Symphonie mit den Philharmonikern verkündete Bernard Haitink seinen Rückzug aus dem Konzertleben.

Das Filmporträt von Joost Honselaar und Hans Haffmans ist drei Jahre zuvor entstanden. In Gesprächen, die in der vertrauten Umgebung seines Hauses in Südfrankreich aufgenommen wurden, blickt Haitink auf eine mehr als sechs Jahrzehnte währende künstlerische Laufbahn zurück. Dabei wird die Bescheidenheit des Künstlers ebenso deutlich wie seine Überzeugung, dass die Meisterwerke der Musikgeschichte bei jeder Einstudierung neu betrachtet und erobert werden müssen. Der Film – der den Dirigenten auch in Konzert- und Probenmitschnitten zeigt – wurde gedreht, als Haitink eine Aufführung von Gustav Mahlers Lied von der Erde mit den Berliner Philharmonikern vorbereitete. Die Aufzeichnung dieser Interpretation vom Oktober 2016 ist im Archiv der Digital Concert Hall verfügbar.