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Maestros in Democracy

Ein Film von Isabel Iturriagagoitia, Paul Smaczny (2002)

Berliner Philharmoniker, Claudio Abbado, Daniel Barenboim, Bernard Haitink, Lorin Maazel, Zubin Mehta, Sir Simon Rattle, Esa-Pekka Salonen

52 Min.

Die Geschichte der Berliner Philharmoniker begann am 1. Mai 1882 mit einer Revolution: 50 Musiker der Bilseschen Kapelle weigerten sich, ihre neuen Arbeitsverträge zu unterzeichnen, und schlossen sich zu einem demokratisch verwalteten Ensemble zusammen, ohne dabei auf die Unterstützung des Staates oder eines wohlhabenden Mäzens rechnen zu können. Das Unternehmen gelang, und bis heute wählen die Philharmoniker ihre neuen Mitglieder und Chefdirigenten selbst – eine weltweit einmalige Organisationsform für ein Spitzenorchester von internationalem Rang.

Was das praktisch bedeutet, zeigt dieser Film am Beispiel der Wahl von Sir Simon Rattle zum Nachfolger von Claudio Abbado. Isabel Iturriagagotia und Paul Smaczny haben das Orchester dafür mehrere Jahre lang begleitet: von Abbados Ankündigung im Februar 1998, seinen auslaufenden Vertrag nicht zu verlängern, bis zur Entscheidung im Juni 1999 und Abbados letzten Konzerten als Chefdirigent im Frühjahr 2002. Die Kamera ist dabei, wenn die verschiedenen Orchestergremien die Modalitäten der Wahl festlegen, denn eine festgeschriebene »Verfassung« gibt es in dieser »Orchesterrepublik« nicht. In teils hitzigen Diskussionen wird der Kreis der Kandidaten eingegrenzt, die der Film auch selbst zu Wort kommen lässt und bei Proben mit dem Orchester zeigt. Auf faszinierende Weise und ohne jeden weiteren Kommentar wird dabei die unterschiedliche Arbeitsweise von Weltklassedirigenten wie Lorin Maazel, Esa-Pekka Salonen, Bernard Haitink, Daniel Barenboim, Simon Rattle und Zubin Mehta vor Augen geführt.

Da es nach dem ersten Wahlgang keinen klaren Sieger gab, geriet der zweite Wahlgang am 23. Juni 1999 zu einem wahren Nervenkrimi. Am Ende entschied sich das Orchester mit deutlicher Mehrheit für den damals 44-jährigen Rattle: »Bis ich im Juni nach Berlin kam, um hier ein Haydn-Programm zu dirigieren, hatte ich mir eingeredet, ich wäre mit jeder Entscheidung zufrieden. Aber dann konnte ich mir nicht mehr weiß machen, dass es mir egal sei. Mir wurde noch einmal bewusst, dass ich an diesem Ort wundervolle Musik machen könnte. Aber ich sagte mir auch: Es ist ihre Entscheidung, und das ist eine gute Sache.«

EuroArts

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