Magie des Tanzes: Ballettmusik mit den Berliner Philharmonikern

Magie des Tanzes: Ballettmusik mit den Berliner Philharmonikern
  • Maurice Ravel
    Ma Mère l'Oye, Ballett (20 Min.)

    Berliner Philharmoniker

    Gustavo Dudamel

  • Manuel de Falla
    El sombrero de tres picos (Der Dreispitz), Ballettmusik (44 Min.)

    Berliner Philharmoniker

    Juanjo Mena

    Raquel Lojendio Sopran

  • Jean-Baptiste Lully
    Le Bourgeois gentilhomme, Suite (12 Min.)

    Berliner Philharmoniker

    François-Xavier Roth

  • Giuseppe Verdi
    Ballettmusik aus Macbeth, Don Carlo und Otello (41 Min.)

    Berliner Philharmoniker

    Christian Thielemann

  • Igor Strawinsky
    L’Oiseau de feu (Der Feuervogel), Suite (Fassung von 1919) (25 Min.)

    Berliner Philharmoniker

    Valery Gergiev

  • Béla Bartók
    Der holzgeschnitzte Prinz, Ballettmusik Sz 60 (64 Min.)

    Berliner Philharmoniker

    Alan Gilbert

  • Paul Dukas
    La Péri, Poème dansé (18 Min.)

    Berliner Philharmoniker

    Kirill Petrenko

  • Igor Strawinsky
    Apollon musagète, Ballett in zwei Bildern (revidierte Fassung von 1947) (34 Min.)

    Berliner Philharmoniker

    Sir John Eliot Gardiner

  • Ludwig van Beethoven
    Die Geschöpfe des Prometheus, Ballettmusik op. 43 (Auszüge) (11 Min.)

    Berliner Philharmoniker

    Claudio Abbado

  • Nikolaj Rimsky-Korsakow
    Mlada: Suite aus der Ballett-Oper (19 Min.)

    Berliner Philharmoniker

    Neeme Järvi

  • Sergej Prokofjew
    Romeo und Julia, Ballett op. 64: Montagues und Capulets · Tanz der fünf Paare · Masken · Tanz der Mädchen mit den Lilien · Tybalts Tod (19 Min.)

    Berliner Philharmoniker

    Claudio Abbado

  • Jean-Philippe Rameau
    Suite Nr. 2 aus Bühnenwerken (26 Min.)

    Berliner Philharmoniker

    Emmanuelle Haïm

  • Maurice Ravel
    Daphnis et Chloé, Suite Nr. 2 (20 Min.)

    Berliner Philharmoniker

    Mariss Jansons

  • kostenlos

    Igor Strawinsky
    Le Sacre du printemps Fassung von 1947 (39 Min.)

    Berliner Philharmoniker

    Sir Simon Rattle

    Royston Maldoom Choreographie

  • Bernd Alois Zimmermann
    Alagoana. Caprichos Brasileiros, Ballettsuite (31 Min.)

    Berliner Philharmoniker

    Kirill Petrenko

  • Peter Tschaikowsky
    Der Nussknacker op. 71: Blumenwalzer (8 Min.)

    Berliner Philharmoniker

    Daniel Barenboim

Die Institution des Balletts ist besonders stark mit der französischen Kulturgeschichte verbunden – auch wenn der Name der italienischen Sprache entlehnt wurde (»balletto« heißt so viel wie »kleiner Tanz«). Zur Vorgeschichte des Balletts als eigenständiger Kunstform gehören die Tanzeinlagen in barocken Bühnenwerken seit der Zeit des Sonnenkönigs Louis XIV; Jean-Baptiste Lully und Jean-Philippe Rameau gehörten zu den Komponisten, die Mischformen aus Oper und Tanztheater schufen. Rameaus rhythmisch prägnante und harmonisch originelle Musik stellte bei den Berliner Philharmonikern 2011 die Barockspezialistin Emmanuelle Haïm vor.

Obwohl das Ballett im 19. Jahrhundert über viele abendfüllende eigene Stück verfügte, blieb doch die Beziehung zur Oper erhalten. Das hatte nicht nur künstlerische Gründe: Die finanzkräftigen Mitglieder des Jockey Clubs in Paris unterhielten oft Affären mit Tänzerinnen und bestanden deshalb auf Balletteinlagen. So kam es, dass Giuseppe Verdi für die französischsprachige Uraufführung seines Don Carlos und für die französischen Fassungen seiner Opern Macbeth und Otello Tanzmusiken komponierte; ein reizvolles und wenig bekanntes Repertoire, das Christian Thielemann 2012 in einem philharmonischen Konzert-Programm dirigierte.

Eines der spannendsten ästhetischen Kapitel der Moderne stellen – als Allianz der Ballettnationen Frankreich und Russland in der Metropole Paris – die legendären Ballets Russes um den schillernden Impresario Sergej Diaghilew dar. Nicht nur in der Tanz-, auch in der Musikgeschichte hat die Compagnie unauslöschliche Spuren hinterlassen. Für die Ballets Russes entstanden unter anderem Maurice Ravels betörende Antiken-Fantasie Daphnis et Chloé, Manuel de Fallas stimmungsvoller Dreispitz und Igor Strawinskys bahnbrechendes Werk Le Sacre du printemps, der in dieser Auswahl in der Tanz-Version eines philharmonischen Education-Projekts zu erleben ist.

Komponisten aus dem deutschsprachigen Raum assoziiert man eher selten mit der Gattung des Balletts. Es gibt aber Ausnahmen, wie diese Playlist zeigt: Neben Beethovens Musik zum Prometheus-Mythos erklingt auch Bernd Alois Zimmermanns faszinierendes Stück Alagoana, das Chefdirigent Kirill Petrenko im Februar 2020 aufs Programm setzte. Mit der auf südamerikanischen Sagen basierenden Komposition schließt sich der Kreis zur französischen Ballett-Oper, deren Handlung ebenfalls oft in fernen Welten angesiedelt ist.