Franz Schmidt

Komponist

Franz Schmidt wurde im gleichen Jahr geboren wie Arnold Schönberg – vertrat als Traditionalist jedoch entgegengesetzte ästhetische Ansichten. Trotz seiner konservativen Einstellung fand der Spätromantiker Schmidt – allen voran in seiner Vierten Symphonie – zu originellen Lösungen symphonischer Formgebung. In seinen Streichquartetten setzte er sich mit avancierter Harmonik und modernen Kompositionstechniken auseinander.

Franz Schmidt wurde 1874 in Pressburg (Bratislava) geboren und wuchs zweisprachig in einem österreichisch-ungarischen Elternhaus auf. Ersten Klavierunterricht erhielt er von seiner Mutter, bevor er bei den damals bekannten Pianisten Rudolf Mader und Norbert Burger sowie beim Organisten Felizian Josef Moczik in die Lehre ging. Erzherzogin Isabella förderte das pianistische Wunderkind und lud Schmidt zu Konzerten ins Palais Grassalkovich ein, dem heutigen Präsidentensitz der Slowakischen Republik. Ein Vorspiel bei Theodor Leschetizky endete jedoch als zutiefst kränkendes Erlebnis, woraufhin Schmidt das Klavierspiel vollständig aufgeben wollte. Nach einem Umzug der Familie nach Wien studierte Schmidt am dortigen Konservatorium der Gesellschaft der Musikfreunde Violoncello bei Ferdinand Hellmesberger sowie Musiktheorie und Komposition bei Robert Fuchs, zu dessen Schülern auch Gustav Mahler, Alexander Zemlinsky und Franz Schreker zählten. 1896 beendete Schmidt das Studium mit Auszeichnung und wurde Cellist im Wiener Hofopernorchester. Hier nahmen die »Galeerenjahre«, wie Schmidt seine Zeit an der Wiener Hofoper und im Orchesterverband der Wiener Philharmoniker nannte, ihren Anfang: eine Zeit beruflicher Überlastung, die dazu führte, dass Schmidt nur ein recht überschaubares Œuvre hinterließ. Neben vier Symphonien schuf er zwei Opern, ein Oratorium und Kammermusik, zudem einige Klavier- und Orgelwerke. Bis 1914 blieb er Orchestermitglied. Anschließend übernahm er eine Klavierprofessur an der Wiener Musikakademie, wo er ab 1920 Theorie und Komposition unterrichtete. 1927 wurde er zum Rektor der zur Hochschule für Musik gewordenen Akademie ernannt. Schmidt genoss ein hohes Ansehen, davon zeugen unter anderem die Verleihung des Franz-Joseph-Ordens sowie die aus Anlass seines 60. Geburtstags verliehene Ehrendoktorwürde der Universität Wien. In seinem letzten Lebensjahr erlebte der bereits todkranke Komponist den »Anschluss« Österreichs an das Deutsche Reich, dem er bei der Volksabstimmung im April 1938 zugestimmt hatte. Franz Schmidt starb am 11. Februar 1939.

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