Konzert

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Pierre Boulez hat als Dirigent der Musik Strawinskys Maßstäbe gesetzt. Aber auch seine eigenen Werke wurden nachhaltig von Strawinsky geprägt, der seinerseits die ersten Kompositionen des jüngeren Kollegen mit respektvollem Wohlgefallen beurteilte. Die Wechselbeziehungen zwischen diesen Prinzipalen der musikalischen Moderne offenbaren sich in diesem Konzert von 2010, in dem Boulez die Berliner Philharmoniker dirigiert.

Boulez’ ... explosante fixe ... entstand als Hommage an Strawinsky, nachdem dieser im April 1971 gestorben war. Eigentlich sollte hier bloß das Gebiet einer freien Improvisation abgesteckt werden, doch über die Jahre entwickelte sich ... explosante fixe ... zu einer ausgereiften Komposition. Eine zunehmend wichtige Rolle spielte dabei die elektronische Musik. Deren Part wurde entsprechend der technologischen Entwicklung immer ausgefeilter – bis hin zur aktuellen Fassung aus den 1990er Jahren, in der eine Soloflöte über ein MIDI-System mit einem Computer verbunden ist, sodass die Elektronik quasi spontan auf den Flötisten – in unserem Fall Emmanuel Pahud – reagiert.

Wie ... explosante fixe ... hat auch Strawinskys Oper Le Rossignol (Die Nachtigall) in einem langwierigen Entwicklungsprozess Gestalt angenommen. Der erste Akt dieser Vertonung eines Märchens von Hans Christian Andersen ist noch ganz der Klangwelt von Rimsky-Korsakow und Debussy verhaftet. Dann aber legte Strawinsky das Manuskript beiseite, um mit den Balletten Der Feuervogel und Le Sacre du printemps zu seiner eigenen, revolutionären Sprache zu finden, die schließlich auch die letzten beiden Akte von Le Rossignol prägte. Pierre Boulez war von diesem völlig neuen Idiom sofort fasziniert, als er die Oper 1942 in einer Rundfunkübertragung hörte – seine erste Begegnung mit dem Werk Strawinskys und der Beginn einer lebenslangen Verehrung.

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