Europakonzert 2017 auf Zypern mit Mariss Jansons und Andreas Ottensamer

01. Mai 2017
Europakonzert auf Zypern

Berliner Philharmoniker
Mariss Jansons

Andreas Ottensamer

  • Carl Maria von Weber
    Oberon: Ouvertüre (10 Min.)

  • Carl Maria von Weber
    Konzert für Klarinette und Orchester Nr. 1 f-Moll op. 73 (22 Min.)

    Andreas Ottensamer Klarinette

  • Stephan Koncz
    Ungarische Fantasie über Themen von Carl Maria von Weber (9 Min.)

  • Antonín Dvořák
    Symphonie Nr. 8 G-Dur op. 88 (45 Min.)

Seit der Premiere 1991 lag die Leitung des jährlich am 1. Mai stattfindenden Europakonzerts der Berliner Philharmoniker meistens in den Händen der Chefdirigenten Claudio Abbado und Sir Simon Rattle. Zur kleinen Gruppe der Gäste, die zu diesem Anlass ans Pult des Orchesters eingeladen wurden, gehört Mariss Jansons, der dem Orchester seit mehr als 40 Jahren eng verbunden ist. Jansons dirigierte 2001 bereits das Europakonzert in Istanbul und übernimmt nun in der zyprischen Hafenstadt Pafos die Leitung eines Programms mit Werken von Carl Maria von Weber und Antonín Dvořák.

Neben der Ouvertüre zur Oper Oberon von Weber erklingt in Pafos auch dessen Erstes Klarinettenkonzer. Als Solist wird mit Andreas Ottensamer der junge österreichische Solo-Klarinettist der Berliner Philharmoniker zu erleben sein. Wie Mozart vor und Brahms nach ihm ließ sich auch Weber zu seinen Werken für dieses Instrument von einem bedeutenden Virtuosen seiner Zeit inspirieren. Joseph Heinrich Bärmann, Mitglied der Münchner Hofkapelle, hatte der Klarinette zuvor unbekannte spieltechnische Möglichkeiten erschlossen und beriet Weber ausgiebig während der Entstehung der Komposition. Im Konzert umrahmen zwei virtuose Ecksätze ein melancholisches Adagio, das einen bezaubernden, kammermusikalischen Dialog zwischen dem Soloinstrument und einem Horntrio bietet.

Seine Achte Symphonie bescherte Antonín Dvořák schon bei ihrer Uraufführung einen gewaltigen Erfolg. Die auch in ihren getragenen Passagen niemals tragisch anmutende Komposition ist ganz vom Geist der Naturverbundenheit erfüllt. Die Prinzipien der Satzkonstruktion werden dabei zugunsten eines eher erzählerischen Duktus aufgelockert. Das Finale, in dem ein schlichtes Dreiklangsthema in Variationen verarbeitet wird und unter anderem in Gestalt einer elegischen Cellokantilene betört, wird von einer Fanfare der Trompeten eröffnet und schließt mit deren effektvollem Schmettern. Militärische Assoziationen wären hier allerdings fehl am Platz, wie der Dirigent Rafael Kubelik einmal erläuterte: »In Böhmen blasen die Trompeten nie zur Schlacht, sondern sie spielen zum Tanz auf!«

Die im Freien stattfindende Aufführung bietet einen eindrucksvollen Blick auf das am Hafen gelegene, von den Byzantinern erbaute und nach einer Zerstörung von den Ottomanen restaurierten Schlosses in Pafos. Die seit 2004 zur EU gehörende Insel-Republik Zypern ist Klassikfreunden als Handlungsort von Verdis Shakespeare-Oper Otello bekannt, direkt an der Küste von Pafos soll zudem nach mythischer Überlieferung die frisch dem Meer entstiegene Aphrodite das Festland betreten haben. Eine bessere Schirmherrin als die Göttin der Schönheit und Liebe lässt sich für ein der europäischen Kultur gewidmetes Konzert kaum denken.

Pafos

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