Paul Whitemans größte Hits mit Simon Rattle und Max Raabe

10. Feb 2018

Mitglieder der Berliner Philharmoniker
Sir Simon Rattle

Max Raabe, Miroslav Lacko

  • Felix Bernard
    Dardanella (3 Min.)

  • Billy Myers · Elmer Schoebel
    Nobodyʼs Sweetheart (4 Min.)

  • George Gershwin
    Rhapsody in Blue (18 Min.)

    Miroslav Lacko Klavier

  • Mitja Nikisch
    Bachanale (2 Min.)

  • Walter Donaldson
    My blue heaven (5 Min.)

    Max Raabe Gesang

  • Turner Layton
    After Youʼve Gone (4 Min.)

    Max Raabe Gesang

  • Victor Young
    Sweet Sue (5 Min.)

    Max Raabe Gesang

  • Jerome Kern · Otto Harbach
    Smoke Gets in Your Eyes (4 Min.)

    Max Raabe Gesang

  • Walter Donaldson
    Makin' Whoopee (4 Min.)

  • Lindsay McPhail · Walter Michels
    San (8 Min.)

Kein Geringerer als Duke Ellington, der mit seiner Band in den 1920er- und 1930er-Jahren regelmäßig im glamourösen Cotton Club im New Yorker Stadtteil Harlem auftrat, feierte seinen Konkurrenten Paul Whiteman als einen Musiker, der »den Jazz an den höchsten Punkt« katapultiert habe. Denn der »King of Jazz«, wie Whiteman genannt wurde, habe seine Musik »an die Ohren des seriösen Publikums gebracht – so, dass die Leute Jazz mochten.« Tatsächlich war es dem bekanntesten Bandleader Amerikas zu verdanken, dass der Jazz während der Prohibition das Milieu der Alkoholschmuggler und Gangster hinter sich ließ und die Kluft zwischen der Tin Pan Alley (der 28. Straße zwischen Fifth Avenue und Broadway, in der sich die meisten Musicaltheater befanden) und dem »seriösen« Konzertsaal zumindest zeitweilig überbrückt wurde.

Denn Whiteman war es, der den jungen George Gershwin beauftragte, ein Werk für Klavier und Jazzorchester zu schreiben: die Rhapsody in Blue, deren Instrumentierung der Arrangeur der Whiteman-Band Ferde Grofé besorgte. Die Premiere, die am 12. Februar 1924 unter dem geschickten Titel »An experiment in modern music« mit dem Komponisten am Klavier in der New Yorker Aeolian Hall erfolgte, war ein überwältigender Erfolg: »15 Minuten vor Beginn des Konzerts«, so Whiteman, »gab ich meiner Nervosität und Neugierde nach, verbarg den Frack unter einem Mantel und schlich ums Haus herum, zum Eingang. Obwohl es heftig schneite, drängten sich die Menschen wie in der U-Bahn, rauften sich um den Zutritt und kämpften um die letzten Karten, wie sonst nur bei einem Baseball-Spiel oder einem Boxwettkampf.«

In diesem Late-Night-Konzert, das sich als »A tribute to Paul Whiteman« überschreiben ließe, stellen Sir Simon Rattle, Mitglieder der Berliner Philharmoniker und der Sänger Max Raabe zu später Stunde ihre Affinität zum Jazz der »Roaring Twenties« unter Beweis. Auf dem Programm steht eine Auswahl von Arrangements, in denen Whiteman seinerzeit den orchestralen Jazz mit ungewöhnlicher Präzision und dynamischer Differenzierung präsentierte.

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