Künstler*in

Sir Simon Rattle

Chefdirigent 2002–2018

2002 trat Sir Simon Rattle das Amt als Chefdirigent der Berliner Philharmoniker an, nachdem er hier 15 Jahre zuvor debütiert hatte. Die zwischen Tradition und Innovation vermittelnde Orchestertradition führte er bis 2018 fort und setzte dabei entscheidende individuelle Impulse.

Ein bedeutender Dirigent Mahlers und der Komponisten der zweiten Wiener Schule wie sein Vorgänger Claudio Abbado, schärfte Rattle dessen kammermusikalisches Klangideal – nicht nur in Symphoniekonzerten, sondern auch in der von ihm neu eingeführten Serie intimer [Late Night]-Programme. Auch das Kernrepertoire der Karajan-Ära pflegt Sir Simon mit viel beachteten Aufführungen großer Werke der Klassik und Romantik. Darüber hinaus hat er mit den Osterfestspielen in Salzburg und seit 2013 in Baden-Baden die Musiktheater-Tradition der Berliner Philharmoniker weitergeführt. Zugleich verbinden sich mit dem Namen Rattle wesentliche Neuerungen: So hat der in Liverpool gebürtige Künstler das anglo-amerikanische Repertoire der Berliner Philharmoniker um Werke von Britten, Elgar, Bernstein und Gershwin bereichert. Des Weiteren hat Rattle seine Kenntnisse der historischen Aufführungspraxis in hochgelobten Aufführungen von Haydns Symphonien und Bachs Passionsmusiken zum Klingen gebracht. Und schließlich haben sich die Berliner Philharmoniker unter Rattle verstärkt für neuere und neueste Musik engagiert. Neben seiner künstlerischen Arbeit war die Vermittlung von klassischer Musik ein zentrales Anliegen Simon Rattles, weshalb er mit seinem Amtsantritt ein philharmonisches Education-Programm initiierte, das unter anderem durch den Kinofilm [Rhythm Is It!] weltweit für Aufsehen sorgte. 1971 gewann Simon Rattle den John-Player-Dirigierwettbewerb; Engagements in England und in den USA folgten. Zu internationaler Bekanntheit gelangte er 1980 bis 1998 als Leiter des City of Birmingham Symphony Orchestra. 1994 wurde Sir Simon von Queen Elizabeth II. in den Adelsstand erhoben. Neben zahlreichen weiteren Auszeichnungen erhielt er 2009 das deutsche Verdienstkreuz 1. Klasse.

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