Die Junge Deutsche Philharmonie mit David Afkham und Steven Isserlis

20. Mär 2018

Junge Deutsche Philharmonie
David Afkham

Steven Isserlis

  • kostenlos

    Olivier Messiaen
    Les Offrandes oubliées, Méditation symphonique pour orchestre (10 Min.)

  • kostenlos

    Henri Dutilleux
    Tout un monde lointain ..., Konzert für Violoncello und Orchester (31 Min.)

    Steven Isserlis Violoncello

  • kostenlos

    Pablo Casals
    El cant dels ocells (4 Min.)

    Steven Isserlis Violoncello

  • kostenlos

    Hector Berlioz
    Symphonie fantastique op. 14 (61 Min.)

Im Alter von 18 bis 28 Jahren sind sie die Orchesterprofis von morgen: die ambitionierten, Musikerinnen und Musiker der Jungen Deutschen Philharmonie, die gemeinsam einen Klangkörper von höchsten künstlerischen Ansprüchen bilden. Seit der Gründung 1974 wurde nur die Crème de la Crème des bundesdeutschen Nachwuchses in die Reihen des Orchester aufgenommen. Daran hat sich bis heute nichts geändert, weshalb das Ensemble und die Berliner Philharmoniker auch eine lange musikalische Partnerschaft verbindet: Jahr für Jahr präsentiert sich die Nachwuchsformation schon seit langem in den philharmonischen Konzerten.

Dieses Mal steht David Afkham am Pult, Spross einer Musikerfamilie (sein Bruder Micha spielt seit 2004 in der Bratschengruppe der Berliner Philharmoniker) und gegenwärtig Chefdirigent des Spanischen Nationalorchesters und Chors. Eingeleitet wird der Abend mit Olivier Messiaens Les Offrandes oubliées, einem vielfarbigen Frühwerk, das in die Abschnitte »Das Kreuz«, »Die Sünde« und »Die Eucharistie« gegliedert ist und in höchster Verklärung endet: »Das Kreuz und die Eucharistie sind die göttlichen Opfer « (Messiaen). Nach Messiaens symphonischer Orchestermeditation steht das Cellokonzert Tout un monde lointain von Henri Dutilleux auf dem Programm – ein Werk, das bei seiner am 25. Juli 1970 erfolgten Uraufführung beim Festival in Aix-en-Provence mit Mstislaw Rostropowitsch als Solisten wiederholt werden musste.

Solist dieses Abends ist kein Geringerer als Steven Isserlis, der auf seinem »Marquis de Corberon«-Violoncello von 1726 aus der Werkstatt Antonio Stradivaris ungeahnte Klänge hervorzuzaubern weiß. Symphonisches Hauptwerk des Konzerts ist die geisterhaft-dämonische Symphonie fantastique von Hector Berlioz. Als »Conte fantastique« handelt sie von der Vorstellungswelt eines imaginären Musikers, der sich »in einem Anfalle von verliebter Verzweiflung« (Berlioz) mit Opium vergiftet hat. Am Ende steht ein wilder Hexensabbat, in dem es weit turbulenter zugeht, als noch zehn Jahre zuvor in Carl Maria von Webers »Wolfsschlucht«.

David Afkham ist seit 2014 Chefdirigent des Spanischen Nationalorchesters in Madrid, darüber hinaus gastierte er u. a. beim Deutschen Symphonie-Orchester Berlin, Boston Symphony Orchestra, Tonhalle-Orchester Zürich und bei den Salzburger Festspielen. 1983 in Freiburg im Breisgau geboren, erhielt David Afkham im Alter von sechs Jahren den ersten Klavier- und Geigenunterricht; als 15-Jähriger begann er an der Musikhochschule seiner Heimatstadt ein Studium in den Fächern Klavier, Musiktheorie und Dirigieren. Seine dirigentische Ausbildung setzte er an der Hochschule für Musik »Franz Liszt« Weimar fort. David Afkham war Stipendiat des Richard-Wagner-Verbandes Bayreuth und des Dirigentenforums des Deutschen Musikrates. Als erster Stipendiat des Bernard Haitink Fund for Young Talent arbeitete er mit seinem Mentor Haitink bei großen Projekten zusammen, beispielsweise mit dem Chicago Symphony Orchestra, dem Royal Concertgebouw Amsterdam und den Berliner Philharmonikern. 2008 gewann er den Donatella-Flick-Dirigierwettbewerb, woraufhin er zwei Jahre eine Assistenz beim London Symphony Orchestra innehatte; von 2009 bis 2012 wirkte er in gleicher Position beim Gustav Mahler Jugendorchester. 2010 wurde er mit dem »Nestlé and Salzburg Festival Young Conductors Award« ausgezeichnet. Im Sommer 2014 gab David Afkham sein Debüt als Operndirigent mit Verdis La Traviata in Glyndebourne.

Der britische Cellist Steven Isserlis wurde 1958 in London als Sohn einer Musikerfamilie geboren. Bei seiner internationalen Konzerttätigkeit tritt er sowohl solistisch, als Kammermusiker wie auch mit Orchester auf. Steven Isserlis gastiert beispielsweise beim Leipziger Gewandhausorchester, beim Los Angeles Philharmonic, bei den Berliner und Wiener Philharmonikern, beim London Philharmonic Orchestra und beim Tonhalle-Orchester Zürich. Sein Interesse an der Alten Musik verfolgt er u. a. gemeinsam mit Barockensembles wie dem Orchestra of the Age of Englightenment; ein anderer Schwerpunkt liegt auf zeitgenössischen Werken: So spielte Isserlis zahlreiche Uraufführungen, darunter das ihm gewidmete Stück für Violoncello und Orchester The Protecting Veil von John Tavener, Thomas Adès’ Lieux retrouvés und Wolfgang Rihms Cellokonzert (bei den Salzburger Festspielen 2006). Zu Steven Isserlis’ vielseitigem Schaffen zählen auch Tätigkeiten als Organisator von Konzertreihen, als Pädagoge und als Autor von Kinderbüchern. Seit 1997 ist er künstlerischer Leiter des Musikerseminars in Prussia Cove, Cornwall. Zu seinen zahlreichen Auszeichnungen zählen die Ernennung zum Commander of the British Empire (1998), der Schumann-Preis der Stadt Zwickau (2000) sowie die Goldmedaille der Wigmore Hall (2017). Steven Isserlis spielt auf dem »Marquis de Corberon«-Cello von Antonio Stradivari (1726), einer Leihgabe der Royal Academy of Music.

Die Junge Deutsche Philharmonie zählt zu den begehrtesten Nachwuchsorchestern Deutschlands. Die Mitglieder im Alter von 18 bis 28 Jahren, Studierende an den Musikhochschulen im deutschsprachigen Raum, kommen mehrmals jährlich zu konzentrierten Probenphasen mit anschließenden internationalen Konzerttourneen und Gastspielen zusammen. Neben dem großen symphonischen Repertoire bilden die zeitgenössische Musik und die historische Aufführungspraxis inhaltliche Schwerpunkte. Mit ihrem biennalen Festival FREISPIEL in Frankfurt am Main setzt die Junge Deutsche Philharmonie seit 2008 zudem Akzente mit spartenübergreifenden und experimentellen Aufführungen. Das Orchester arbeitet regelmäßig mit renommierten Künstlern zusammen: Seit 2014 ist Jonathan Nott Erster Dirigent und künstlerischer Berater in der Nachfolge von Lothar Zagrosek, der das Orchester von 1995 bis 2014 prägte. Auch Dirigenten wie George Benjamin, Ivor Bolton, Sylvain Cambreling, Dennis Russell Davies, Susanna Mälkki, Bruno Mantovani, Sir Neville Marriner und Andrés Orozco-Estrada standen bereits am Pult des Orchesters. Solisten wie Renaud Capuçon, Martin Fröst, Sol Gabetta, Martin Helmchen, Truls Mørk, Christiane Oelze, Antoine Tamestit, Christian Tetzlaff und Carolin Widmann bereichern die künstlerische Kompetenz der Orchestermitglieder ebenso wie die Zusammenarbeit mit den Komponisten Beat Furrer, Heiner Goebbels, Enno Poppe, Wolfgang Rihm, Jörg Widmann und Hans Zender. Besondere Partnerschaften verbindet die Junge Deutsche Philharmonie mit den Bamberger Symphonikern und den Berliner Philharmonikern. Auf Einladung der Stiftung Berliner Philharmoniker war das Orchester zuletzt im März 2017 unter der Leitung von Jonathan Nott in der Philharmonie zu hören. Auf dem Programm standen Werke von Ravel, Mahler und Schostakowitsch.

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