Konzert

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Auch im großen Repertoire der Berliner Philharmoniker gibt es immer Platz für Neuentdeckungen. Mit diesem Auftritt unter der Leitung des ehemaligen Chefdirigenten Sir Simon Rattle erscheint zum ersten Mal der Name des katalanischen Komponisten Roberto Gerhard auf einem philharmonischen Programm. Gerhard, der in den späten 1930er Jahren als überzeugter Republikaner vor Franco floh und sich schließlich in England niederließ, gehört zu jenen Komponisten, denen die Philharmoniker in der Saison 2021/22 unter dem Motto »Lost Generation« einen Schwerpunkt widmen. Gerhards Wahlspruch, »Traditionen werden nicht von Anpassern am Leben gehalten, sondern von Neuerern«, könnte auch von Schönberg stammen, bei dem der Katalane in den 1920er Jahren in Wien und Berlin studierte. Während die 1940 ursprünglich als Ballettmusik entstandenen Tänze aus Don Quixote auf folkloristisches Material zurückgreifen, zeigt die 1961 uraufgeführte Dritte Symphonie, in der Tonbandaufnahmen zum Einsatz kommen, Gerhard als Pionier der Nachkriegs-Avantgarde.

Seine Amerikanische Suite schrieb Antonín Dvořák im unmittelbaren Anschluss an den fulminanten Erfolg, den er mit der Uraufführung seiner Neunten Symphonie in seiner zeitweiligen Wahlheimat New York erlebt hatte. Die Originalfassung für Klavier arbeitete der Komponist später selbst in eine Orchesterversion um. Die von afroamerikanischer und indigener Musik inspirierten Themen sind betont schlicht gehalten und verwenden oft Pentatonik, also Fünftonskalen. Zusammenhalt gewinnt das fünfsätzige Werk durch die Wiederaufnahme des Eingangs-Themas am Ende des Finales. 

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