Karajan und Weissenberg interpretieren Tschaikowsky und Rachmaninow

1967–1971

Berliner Philharmoniker
Herbert von Karajan

Alexis Weissenberg

  • Peter Tschaikowsky
    Konzert für Klavier und Orchester Nr. 1 b-Moll op. 23 (39 Min.)

    Alexis Weissenberg Klavier

  • Sergej Rachmaninow
    Konzert für Klavier und Orchester Nr. 2 c-Moll op. 18 (38 Min.)

    Alexis Weissenberg Klavier

Mitte der 1960er Jahre begann Herbert von Karajan nach Regisseuren zu suchen, die sich dafür interessierten, Musik auf unkonventionelle Weise filmisch umzusetzen. Zu diesen Regisseuren gehörte der Schwede Åke Falck (1925–1974), der einen Film gemacht hatte, in dem der aus Bulgarien stammende Pianist Alexis Weissenberg (1929–2012) die Drei Sätze aus Strawinskys »Petruschka« spielte. Auf diesen Film war Karajan aufmerksam geworden, und nach einer Privatvorführung meinte er, dass er diesen Pianisten gerne einmal kennenlernen würde. »Kein Problem«, hieß es daraufhin, »er sitzt genau hinter Ihnen.«

Weissenberg hatte seine Karriere als Wunderkind begonnen und zunächst in Sofia bei dem führenden bulgarischen Pianisten und Komponisten Panch Vladigerov (1899–1978) studiert, dessen extrem anspruchsvolles Erstes Klavierkonzert der 18-jährige Karajan 1926 in Salzburg gespielt und sich dabei eine Bänderverletzung zugezogen hatte. Nach der Annexion Bulgariens durch die Achsenmächte floh Weissenberg 1941 mit seiner Mutter nach Palästina. Dort machte er schon bald von sich reden, und 1947 gewann er in den USA den Leventritt-Preis. Es folgten einige wichtige Konzerte, aber Weissenberg zog sich schon bald aus dem Tourneezirkus zurück. Seine Auftritte in Tschaikowskys Erstem Klavierkonzert mit den Berliner Philharmonikern unter Karajan, die 1967 in Berlin stattfanden und auch zum vorliegenden Film führten, markierten seine Rückkehr auf die internationale Musikszene. 

Das Tschaikowsky-Konzert reservierte Karajan in der Regel für ganz besondere Musiker. Auf Platte nahm er es je einmal mit Swjatoslaw Richter und Lazar Berman auf, und ein berühmter Liveauftritt war das Silvesterkonzert 1988 mit dem damals 17-jährigen Jewgenij Kissin.

Falcks Verfilmung des Tschaikowsky-Konzerts ist sehr innovativ, während der Film mit Rachmaninows Zweitem Klavierkonzert von 1971, bei dem Karajan selbst Regie führte, eher wie ein kenntnisreicher Bericht aus dem Konzertsaal anmutet. Karajan liebte Rachmaninows Musik und wie Weissenberg sie spielte (Weissenbergs Gesamteinspielung der Préludes für RCA gehörte zu Karajans Lieblingsplatten). Der Klang, den Karajan seinem Orchester für diese Musik entlockt, erinnert an eine Reihe berühmter Einspielungen, die Karajan sehr gut kannte und die Rachmaninow in den 1930er Jahren mit dem Philadelphia Orchestra gemacht hatte, als Leopold Stokowski dort Chefdirigent war.

Unitel

Regie: Åke Falck  (Tschaikowsky) / Herbert von Karajan (Rachmaninow)
Aufgenommen in der Philharmonie, Berlin, 10.–20. April 1967 (Tschaikowsky),
10./11. September 1971 (Rachmaninow)

© 1967 (Tschaikowsky) / 1971 (Rachmaninow) Unitel

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