Konzert

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Das Moka Efti im heutigen Berlin-Mitte war als Kombination von Kaffeehaus und Tanzlokal in den 1920er-Jahren so erfolgreich, dass der Unternehmensgründer und Geschäftsmann Giovanni Eftimiades im Bezirk Tiergarten eine Dependance eröffnete. Beide Häuser wurden im Zweiten Weltkrieg zerstört; der Mythos der Institution aber lebt weiter, wie dieser Abend im Rahmen des Online-Festivals »Die Goldenen Zwanziger« zeigt. Mitglieder der Berliner Philharmoniker musizieren unter Leitung von Michael Hasel, der dem Orchester sonst als Flötist angehört.
Die drei Komponisten des Programms hatten nicht nur gemeinsam, dass sie als jüdische Künstler vom Nationalsozialismus ins Exil vertrieben wurden, sondern auch, dass sich in ihren Werken das Interesse an der musikalischen Avantgarde mit einer Aufgeschlossenheit gegenüber der zeitgenössischen Unterhaltungs- und Tanzmusik verband. Folgerichtig mischte Stefan Wolpe in den Stücken der Suite from the Twenties auf beeindruckende Weise Jazz und Atonalität, während Mátyás Seiber in seinen Two Jazzolettes die Begegnung von Blues und Swing mit Zwölfton-Reihen inszenierte.

An diesem Abend findet der Kurt Weill gewidmete Schwerpunkt des Festivals seinen Abschluss. Beschränkt sich die Kleine Dreigroschenmusik auf Blasinstrumente, so kommt in der Suite panaméenne auch ein kleines Streicherensemble zum Einsatz. In letzterem Werk, das auf Weills im französischen Exil entstandenen Bühnenwerk Marie galante basiert, rahmen ein Tango, ein Marsch und ein Foxtrott die instrumentale Version des berühmten Lieds Youkali ein. Den authentischen Berliner Tonfall garantiert in diesem Konzert Dagmar Manzel, die zu den bekanntesten Film-,Theater und Fernsehschauspielerinnen der Stadt gehört und in verschiedenen Produktionen der Komischen Oper große Erfolge feierte.

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