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Als beklemmende Charakterstudie und Einblick in die Abgründe der Spielsucht gehört Alexander Puschkins Pique Dame zu den Meistererzählungen des 19. Jahrhunderts. Die männliche Hauptfigur der Erzählung ist Hermann, ein ordnungsliebender, sparsamer und zugleich von inneren Dämonen getriebener Soldat. Er erfährt von einer Gräfin, die angeblich ein wertvolles Geheimnis hütet: Sie soll die magische Kartenfolge kennen, die den sicheren Gewinn bei einem Glücksspiel verspricht. Zum Haus der alten Dame verschafft sich Hermann Zutritt, indem er deren Pflegetochter Lisa vortäuscht, in sie verliebt zu sein. Als er die Gräfin mit einer Pistole bedroht, um ihr das Geheimnis zu entreißen, stirbt diese an einem Herzschlag. Der Geist der Gräfin aber verrät Hermann später schließlich doch die (vermeintlich) glückbringenden Karten. Mit den ersten beiden gewinnt der Soldat ein Vermögen, mit der letzten aber – von der ihn die titelgebende Pique Dame höhnisch anzulächeln scheint – verspielt er alles wieder. 

Im Libretto, das Tschaikowskys Bruder Modest verfasste, liebt Hermann Lisa wirklich, und während Puschkin beide immerhin mit dem Leben davonkommen lässt, begehen sie in der Oper nacheinander Selbstmord. So entsteht die tragische Geschichte eines unerfüllbaren Begehrens, in der sich auch Tschaikowskys eigenes Schicksal spiegelt: Als Homosexueller konnte er innerhalb der geltenden gesellschaftlichen Konventionen kein dauerhaftes Liebesglück finden.

Beim Abschluss von Kirill Petrenkos dreiteiligem Zyklus mit Opern Tschaikowskys ist neben Arsen Soghomonyan als Hermann die Sopranistin Elena Stikhina als Lisa zu erleben. Als Gräfin kehrt die Altistin Doris Soffel zum Orchester zurück.

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