Kirill Petrenko dirigiert Mozart und Schumann

Für das Osterfest 1779 schrieb Wolfgang Amadeus Mozart eine Messe in strahlendem C-Dur – der unangefochtenen Lieblingstonart des Komponisten für diese Gattung. Erst, als sie ein gutes Jahrzehnt später die Krönungsfeier Leopolds II. in Prag untermalte, erhielt sie den Beinamen Krönungsmesse. Chefdirigent Kirill Petrenko und die Berliner Philharmoniker präsentieren das Werk, begleitet von Mozarts nicht minder freudvollen Motette »Exsultate, jubilate« mit Sopranistin Louise Alder. Einen Kontrapunkt bildet Schumanns Vierte Symphonie.

In seinem »eigenständigsten Beitrag zur Sinfonik« (Mathias Husmann) experimentierte Robert Schumann mit dem Konzept eines durchkomponierten Werks, dessen Sätze zudem motivische Verknüpfungen aufweisen – zeitweise erwog er den Titel »Phantasie«. Die ungewohnt dynamische Struktur kam bei der Uraufführung 1841 mäßig beim Publikum an. Zehn Jahre erfahrener, überarbeitete der Komponist seine chronologisch eigentlich zweite Symphonie und veröffentlichte eine Fassung mit angepasster Instrumentierung, die – so Schumann – »freilich besser und wirkungsvoller« war. Die Düsseldorfer Uraufführung der revidierten Version wurde ein großer Erfolg. Auch Kirill Petrenko dirigiert hier diese finale Fassung des Werks.

Kurz vor Mozarts 17. Geburtstag wurde »Exsultate, jubilate« in der Mailänder Kirche Sant’Antonio Abate uraufgeführt. Die Motette – ein kleines Solokonzert für Singstimme und Orchester in drei Sätzen – handelt davon, wie sich ein Mensch aus Sorgen und Bedrängnis befreit und im Gebet an die Heilige Jungfrau Maria zu neuem Lebensmut findet. Zu dem Werk inspiriert hatte Mozart der Kastrat Venanzio Rauzzini. Die koloraturenreiche Gesangspartie spricht für dessen Virtuosität, da seine Stimme genug Volumen gehabt haben muss, um das durch Hörner und Oboen verstärkte Ensemble zu überstrahlen. In heutigen Aufführungen wird die Partie in der Regel von Sopranistinnen übernommen, hier von Louise Alder. Auch in der Krönungsmesse singt die Britin – an der Seite von Wiebke Lehmkuhl, Linard Vrielink, Krešimir Stražanac und dem 1908 gegründeten Chor Orfeó Català, mit dem das Werk auch beim Europakonzert 2023 in Barcelona aufgeführt wurde. Es enthält ein sich fast überschlagendes Glaubensbekenntnis, an dessen Ende sich der Jubel über die erwartete Wiederauferstehung Bahn bricht. Doch wie ernst war es dem Freimaurer Mozart mit dem christlichen Glauben wirklich? »Ich habe gott immer vor augen«, schrieb er 1777 in einem Brief. In der relativ kurzen Messe transportiert Mozart ein Maximum an Klang und Ausdruck, das an seiner aufrichtigen Lebensfreude und einem tiefen Gottvertrauen keine Zweifel lässt.

Berliner Philharmoniker
Kirill Petrenko
Louise Alder
Wiebke Lehmkuhl
Linard Vrielink
Krešimir Stražanac
Orfeó Català

© 2023 Berlin Phil Media GmbH

Künstler*innen

Kirill Petrenko Chefdirigent seit 2019
Wolfgang Amadeus Mozart Komponist
Louise Alder Sopran
Wiebke Lehmkuhl Alt
Simon Halsey Choreinstudierung
Pablo Larraz
Robert Schumann Komponist

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