Kirill Petrenko und Víkingur Ólafsson in Buenos Aires

Es gilt als bedeutendstes Opernhaus in Südamerika: das Teatro Colón in Buenos Aires. Der prunkvolle Saal mit seinen sieben Rängen empfängt die Berliner Philharmoniker mit Chefdirigent Kirill Petrenko und Pianist Víkingur Ólafsson auf ihrer Tournee. Das Programm stellt zwei Werke seinerzeit junger Komponisten gegenüber, die durch Ausdruckstiefe und satztechnische Raffinesse verblüffen: Johannes Brahms’ symphonieartiges Erstes Klavierkonzert und Richard Strauss’ epische Tondichtung Also sprach Zarathustra.

Für die Berliner Philharmoniker ist es der zweite Auftritt in der legendären Spielstätte, zuletzt gastierten sie hier 2000 unter Claudio Abbado mit einem Mahler-Programm. Im Rahmen der diesjährigen Südamerika-Tournee mit Chefdirigent Kirill Petrenko präsentiert das Orchester erneut Musik einer Leitfigur der deutsch-österreichischen Spätromantik. Richard Strauss’ Also sprach Zarathustra hatte bei seiner Uraufführung 1896 neue Maßstäbe in der Orchestrierung gesetzt – und einige Jahre später unternahm auch der Komponist zwei Konzertreisen nach Argentinien: 1920 dirigierte Strauss seine Tondichtung höchstpersönlich im Teatro Colón.

Der für seinen kristallklaren Anschlag gefeierte Víkingur Ólafsson interpretiert Johannes Brahms’ Klavierkonzert Nr. 1, dessen feuriges und hochvirtuoses Finale einen fulminanten Tourabschluss verspricht.

Aufgrund einer rätselhaften Kette von plötzlichen Todesfällen spricht man in Argentinien auch vom »Fluch des Teatro Colón« – die Entstehungsgeschichte des Gebäudes liest sich wie ein Krimi. 1889 wurde zunächst der Italiener Francesco Tamburini mit der Aufgabe betraut, ein Opernhaus in Buenos Aires zu entwerfen, das jenen in Europa in Größe und Ausstattung in nichts nachstehen sollte. Der Architekt starb jedoch zwei Jahre später im Alter von 44 Jahren. Vittorio Meano, ein Geschäftspartner Tamburinis, übernahm das Projekt, doch auch er sollte die Eröffnung des Hauses nicht miterleben: 1904 – ebenfalls als 44-Jähriger – starb er, erschossen von seinem ehemaligen Butler. Erst der belgische Architekt Jules Dormal konnte die Bauleitung schließlich zu einem Abschluss führen. Am argentinischen Nationalfeiertag 1908 wurde das Teatro Colón mit einer Aufführung von Verdis Aida feierlich eröffnet – der Fluch war gebrochen.

Durch die wechselnden Architekten enthält der Bau sowohl Elemente des französischen Beaux-Arts-Stils als auch der italienischen Neorenaissance: Der goldene Empfangssaal erinnert an Versailles und die Opéra Garnier in Paris; das mit rotem Samt ausgekleidete Auditorium an die Mailänder Scala. Bis zu 3000 Menschen können in ihm seither vielfältige musikalische Darbietungen in erstklassiger Akustik erleben.

Berliner Philharmoniker
Kirill Petrenko
Víkingur Ólafsson

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Künstler*innen

Kirill PetrenkoChefdirigent seit 2019
Johannes BrahmsKomponist
Víkingur ÓlafssonKlavier
Richard StraussKomponist

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