»Das Leben, das ich liebe« – Der Pianist Menahem Pressler

»Das Leben, das ich liebe« – Der Pianist Menahem Pressler

Ein Film von Grete Liffers (2014)

Menahem Pressler, Daniel Harding, Daniel Hope, Leonidas Kavakos, Ayaka Shoji, Quator Ébène, Ravel Piano Trio, Verbier Festival Youth Orchestra

44 Min.

Es war ein wahrhaft spektakuläres Debüt, als Menahem Pressler im Januar 2014 mit 90 Jahren erstmals bei den Berliner Philharmonikern gastierte - nicht so sehr wegen des hohen Alters des Solisten, sondern wegen seiner einzigartigen Musikalität, die aus einer anderen Welt zu kommen schien. Ein solch weiches Legato, eine solch sprechende Artikulation, ein solch singender Ton - das war schlicht atemberaubend. Simon Rattle, damals im Publikum, zögerte nicht lange und lud Menahem Pressler gleich ein, auch im Silvesterkonzert der Berliner Philharmoniker im selben Jahr zu gastieren, das weltweit im Fernsehen zu sehen war (und weiterhin im Archiv der Digital Concert Hall vorliegt).

Zu dieser Zeit konnte Menahem Pressler bereits auf ein überaus reiches und wechselhaftes Leben zurückblicken. Geboren 1923 als Sohn einer jüdischen Familie in Magdeburg, floh er mit seinen Eltern 1939 vor den Nationalsozialisten nach Palästina. Nachdem er weiter in die USA übergesiedelt war, gründete er 1955 das Beaux Arts Trio, das sich einen Ruf als bedeutendstes Klaviertrio des 20. Jahrhunderts erwarb - bis es sich 2008 auflöste und Menahem Presslers erstaunliche Solistenkarriere ihren Anfang nahm.

Unser Filmporträt versucht eine Annäherung an diesen faszinierenden Musiker und Menschen, der keineswegs in der Vergangenheit lebt, sondern ganz im hier und jetzt. Charmant im Umgang, ist er unerbittlich gegen sich selbst und andere, wenn es um das Erreichen höchster musikalischer Qualität geht. Das zeigen sowohl Interviews mit Kollegen, wie dem Geiger Daniel Hope, als auch Auszüge seiner Meisterkurse. Unübersehbar bleibt bei all dem eine zentrale Triebkraft Menahem Presslers: die tiefe Liebe zur Musik und zum Leben.