Gustavo Dudamel dirigiert Tschaikowsky und Brahms in der Waldbühne

27. Jun 2014
Aus der Berliner Waldbühne

Berliner Philharmoniker
Gustavo Dudamel

  • Peter Tschaikowsky
    Der Sturm, Symphonische Fantasie nach Shakespeare (24 Min.)

  • Peter Tschaikowsky
    Romeo und Juliet, Fantasie-Ouvertüre nach Shakespeare (22 Min.)

  • Johannes Brahms
    Symphonie Nr. 1 c-Moll op. 68 (48 Min.)

  • Leonard Bernstein
    Divertimento: Walzer (3 Min.)

  • Gioacchino Rossini
    Wilhelm Tell: Ouvertüre (3 Min.)

  • Paul Lincke
    Berliner Luft (3 Min.)

Bei seinem ersten Waldbühnenkonzert 2008 hatte Gustavo Dudamel noch der sommerlichen Freiluftatmosphäre Tribut gezollt und ein Programm unter dem Motto »Rhythmen der Nacht« zusammengestellt. Sechs Jahre später schlug der mittlerweile 33-jährige Dirigent ganz andere Töne an: Zum 450. Geburtstag von William Shakespeare brachte er zwei durch dessen Dramen inspirierte Werke von Peter Tschaikowsky zu Gehör, die berühmte Fantasieouvertüre Romeo und Julia sowie die viel zu selten gespielte Sturm-Fantasie, und danach mit der Ersten Symphonie von Johannes Brahms einen Eckpfeiler der deutschen Spätromantik. 

Zu Tschaikowskys Musik hat der venezolanische Jungstar seit jeher eine ganz besondere Beziehung, da sie von Anfang an sehr präsent ist in der Arbeit der Jugendorchester von »El Sistema«, mit denen und durch die auch Dudamel groß geworden ist: »Wenn Sie die Aufmerksamkeit von Kids erringen wollen, die noch nie in ihrem Leben klassische Musik gehört haben, dann nehmen Sie Tschaikowsky. Seine Kompositionen entwickeln sich auf eine so klare, nachvollziehbare Weise, sie sind bildhaft wie Ballettmusik.« Auch die beiden Werke an diesem Abend lassen vor den Zuhörern Bilder entstehen: Die Geschichte vom Scheitern des unglücklichen Liebespaars am unversöhnlichen Hass ihrer verfeindeten Familien findet ihren Ausdruck in einer der berühmtesten Melodien der gesamten klassischen Musik, während im Sturm das Meer zum prägenden Element für die Stimmung auf Prosperos Zauberinsel wird. 

Nach der Pause erklang dann die Erste Symphonie von Johannes Brahms, mit der sich der Komponist in mühsamer und jahrelanger Arbeit von dem einschüchternden Vorbild Beethovens gelöst hatte. Die Kombination von russischer und deutscher Romantik erwies sich dabei nach Meinung der Berliner Morgenpost als eine überaus glückliche, denn »Dudamel erklärt Brahms und Tschaikowsky zu musikalischen Blutsbrüdern. Er verwandelt die Symphonie des Wahlwieners in vier symphhonische Tableaus, beseelt von packender Rastlosigkeit und luxuriösem Breitbandpathos«. Und der Tagesspiegel zeigte sich begeistert davon, »welche musikalischen Funken sprühen, wenn lateinamerikanisches Feuer und unbeschwerte Jugend auf einen hochveredelten Klangkörper treffen. Da schmeckt die Berliner Luft nicht mehr nach bodenständigem Bier, sondern prickelt wie Champagner«.

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