Simon Rattle dirigiert Beethoven und Mendelssohn in der Waldbühne

22. Jun 2013
Aus der Berliner Waldbühne

Berliner Philharmoniker
Sir Simon Rattle

Christian Tetzlaff, Camilla Tilling, Nathalie Stutzmann, Joseph Kaiser, Dimitry Ivashchenko, Rundfunkchor Berlin

  • Felix Mendelssohn Bartholdy
    Konzert für Violine und Orchester e-Moll op. 64 (28 Min.)

    Christian Tetzlaff Violine

  • Johann Sebastian Bach
    Sonate Nr. 3 in C-Dur, BWV 1005: Largo (5 Min.)

    Christian Tetzlaff Violine

  • Ludwig van Beethoven
    Symphonie Nr. 9 d-Moll op. 125 mit dem Schlusschor über Schillers Ode »An die Freude« (75 Min.)

    Camilla Tilling Sopran, Nathalie Stutzmann Alt, Joseph Kaiser Tenor, Dimitry Ivashchenko Bass, Rundfunkchor Berlin, Simon Halsey Einstudierung

  • Paul Lincke
    Berliner Luft (5 Min.)

Als die Berliner Philharmoniker unter ihrem Chefdirigenten Sir Simon Rattle die Konzertsaison 2012/13 in der Waldbühne mit einer Open-Air-Aufführung von Beethovens Neunter Symphonie beendeten, lautete das Motto des Abends ganz ohne Frage: »Brüder, überm Sternenzelt / muss ein lieber Vater wohnen!« Denn wo ließe sich Schillers Begeisterung für die Schöpfung besser nachvollziehen als in der wohl schönsten Freilichtbühne Europas, wo schon mal die heimische Vogelwelt mit munterem Zwitschern in das Spiel eines Weltklasseorchesters einstimmt.

Eine besondere Freude war es für Rattle, an diesem Sommerabend Christian Tetzlaff als Solisten an seiner Seite zu haben, den er überaus schätzt: »Bei ihm vereinen sich Intellekt und Leidenschaft – und das ohne jegliche Allüren.« Tetzlaff begeisterte seine Zuhörer mit dem Violinkonzert von Felix Mendelssohn – kein gefälliges Virtuosenstück, wie man es bei einem Auftritt unter freiem Himmel erwarten könnte. Doch dem international gefragten Geiger ist es ein Anliegen, die großen Brocken der Musikliteratur auch in diesem Ambiente zu präsentieren: »Open Air macht unheimlich Spaß, weil man weiß, dass die unterschiedlichsten Leute kommen. Es ist mir wichtig, gerade denen, die selten ins Konzert gehen, zu erzählen, was für ein Schatz dieses Stück ist. Es beginnt in einer problematischen Situation und endet im Freudentaumel. Klingt plakativ, aber wenn man es erlebt, kann man sich dem kaum entziehen.«

Sir Simon Rattle stand zum ersten Mal seit 2009 wieder am Pult eines Waldbühnenkonzerts, und diese Neunte von 2013 war quasi ein Vorgriff auf den kompletten Beethoven-Zyklus, den er in der Saison 2015/16 mit den Philharmonikern spielte und aufnahm. Das Publikum erlebte dabei »einen Rattle, bei dem das Alter zu leuchten beginnt« (Berliner Morgenpost), und spätestens bei der berühmten Ode an die Freude »holte er aus der Tiefe des Orchesters unmissverständlich die mitreißende Botschaft heraus« (Der Tagesspiegel). Zum unbeschwerten Konzertausklang gab es – »same procedure as every year« – Linckes Evergreen von der Berliner Luft, bei dem der gelernte Schlagzeuger Rattle diesmal den Takt nicht mit dem Dirigentenstab schlug sondern auf der Pauke.

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