Konzert

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Fast immer gibt es Orchestermusik pur, ganz ohne Gastsolisten, wenn die Berliner Philharmoniker und Sir Simon Rattle aus der Sommerpause zurückkehren. So war es auch in diesem Konzert zur Eröffnung der Saison 2008/2009, als sich mit Johannes Brahms’ Dritter und Dmitri Schostakowitschs Zehnter Symphonie zwei denkbar gegensätzliche Werke gegenüberstanden.

Brahms’ Dritte steht als kürzeste Symphonie ein wenig im Schatten der anderen Gattungsbeiträge des Komponisten. Dabei wurde sie von Kennern von Beginn an nicht nur bewundert, sondern geradezu geliebt. So ist von Clara Schumann die Äußerung überliefert, man sei »von Anfang bis zu Ende umfangen von dem geheimnisvollen Zauber des Waldlebens«. Und Brahms’ Komponistenkollege und Freund Antonín Dvořák schrieb an seinen Verleger Simrock: »Es ist lauter Liebe und das Herz geht einem dabei auf.« Aber auch auf der kompositionstechnischen Ebene hat diese Musik viel zu bieten, etwa durch die kunstvoll gestaltete Spannung zwischen f-Moll und F-Dur, die geradezu eine Signatur des Werks ist.

Auf Brahms’ Symphonie folgt mit Schostakowitschs Zehnter eine düster beginnende, zunehmend aggressive und erst gegen Ende zart hoffnungsvolle Komposition. Wie fast alle Werke des Russen steht die Symphonie im engen Zusammenhang mit der Zeitgeschichte. In seiner Autobiographie schrieb Schostakowitsch: »Der zweite Satz, ein Scherzo, ist, grob gesagt, ein musikalisches Porträt von Stalin. Natürlich enthält der Satz auch noch sehr viel anderes. Aber er basiert auf diesem Porträt.« Vielsagend, dass die Zehnte, die eine mehrjährige Symphonienpause des Komponisten beendete, im Todesjahr des sowjetischen Diktators uraufgeführt wurde. Sie ist das einzige Werk Schostakowitschs, das Herbert von Karajan regelmäßig aufführte – unter anderem 1969 in Moskau, in Anwesenheit des tief bewegten Komponisten.

Die hier vorliegende Aufzeichnung vom August 2008 ist die erste, die vom Team der Digital Concert Hall realisiert wurde. Weitere Mitschnitte schlossen sich an, ehe im Januar 2009 die erste Live-Übertragung folgte.

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