16. Mai 2020

Blechbläserensemble der Berliner Philharmoniker
Sebastian Heindl

  • Paul Dukas
    Fanfare pour précéder »La Péri« (Bearbeitung für Blechbläser und Orgel von Sebastian Heindl) (3 Min.)

  • Eugène Gigout
    Grand chœur dialogué (Bearbeitung für Blechbläser und Orgel von Hans Zellner) (5 Min.)

  • Alexandre Guilmant
    Morceau symphonique op. 88 (Bearbeitung für Posaune und Orgel von Ulrich Nehls) (7 Min.)

    Olaf Ott Posaune

  • Ludwig van Beethoven
    Egmont op. 84: Ouvertüre (Bearbeitung für Orgel von Sebastian Heindl) (11 Min.)

  • Thierry Escaich
    Tanz-Fantasie für Trompete und Orgel (6 Min.)

    Andre Schoch Trompete

  • Georg Friedrich Händel
    Concerto grosso d-Moll op. 3 Nr. 5 HWV 316 (Bearbeitung für Blechbläser von Joshua Davis) (10 Min.)

  • Frigyes Hidas
    Domine, Dona Nobis Pacem für Posaune und Orgel (6 Min.)

    Thomas Leyendecker Posaune

  • Edward Elgar
    Pomp and Circumstance op. 39: Marsch Nr. 1 (Bearbeitung für Blechbläser und Orgel von Hans Zellner) (6 Min.)

  • Camille Saint-Saëns
    Symphonie Nr. 3 c-Moll op. 78 »Orgelsymphonie« (10 Min.)

    Zubin Mehta Dirigent

In Orchesterkonzerten ist die Orgel schon allein deshalb ein relativ seltener Gast, weil sie mit ihrem mächtigen Klang und ihren durch die zahlreichen Register hervorgerufenen Farben selbst eine Art Ein-Mann-Orchester darstellt. Zudem steht die von ihr historisch repräsentierte religiöse Sphäre in einem gewissen Gegensatz zum bürgerlich-weltlichen Konzertleben, das sich mit seinen Orchestern und Musiksälen seit dem 18. Jahrhundert entwickelte.

Für die vierte Folge der Berlin Phil Series ist die Orgel in Kombination mit Blechblasinstrumenten zu erleben; eine reizvolle Paarung, können es doch Trompete, Horn, Posaune und Tuba im Hinblick auf Klangvolumen, Strahlkraft und Glanz mit der »Königin der Instrumente« aufnehmen. Blechbläser der Berliner Philharmoniker treten in diesem Konzert mit dem Organisten Sebastian Heindl auf, dem in jungen Jahren eine außergewöhnliche Karriere gelungen ist. Mit Heindl musizieren hier die Hornistin Sarah Willis, die den Abend auch moderiert, der Posaunist Thomas Leyendecker, der Trompeter Andre Schoch, der Tubist Alexander von Putkamer und Soloposaunist Olaf Ott. Am Anfang steht die effektvolle Fanfare zu Paul Dukas’ Ballettmusik La Péri; ein lange vergessenes Werk, das Kirill Petrenko mit den Philharmonikern 2018 mit großem Erfolg aufführte. Heindl hat mehrere Stücke des Programms arrangiert, so auch Beethovens Egmont-Ouvertüre für Orgel solo. Das Programm, in dem die Blechblasinstrumente sowohl solistisch als auch im Ensemble auftreten, enthält mit dem berühmten ersten Marsch aus Edward Elgars Pomp and Circumstances einen Evergreen der klassischen Musik ebenso wie reizvolle Raritäten. Zu letzteren zählt eine Originalkomposition des ungarischen Komponisten Frigyes Hidas für Posaune und Orgel, in der sich spätromantische Harmonien mit choralartigen Passagen verbinden. Stark vertreten ist die große Tradition französischer Organisten: Mit Eugène Gigout, der ein Schüler von Saint-Saëns und ein Lehrer von Fauré war, und mit dem Romantiker Alexandre Guilmant. Zu den wichtigsten zeitgenössischen Organisten gehört Thierry Escaich, der auch als Komponist erfolgreich ist. Von ihm erklingt die als Stück für einen Wettbewerb entstandene Tanz-Fantasie für Trompete und Orgel, in der ein virtuoser Schlussabschnitt auf eine meditative, als Dialog zwischen den Instrumenten konzipierte Einleitung folgt.      

Thierry Escaich war auch der Solist in einer philharmonischen Aufführung von Camille Saint-Saëns »Orgelsymphonie« unter der Leitung von Zubin Mehta im Jahre 2015. Das Finale dieses effektvoll-mitreißenden Werks bildet den Abschluss des Abends. Die »Orgelsymphonie«, die Saint-Saëns selbst für eine seiner gelungensten Schöpfungen hielt, realisiert das traditionell viersätzige Schema der Gattung in zwei Abschnitten. Thematische Dichte erhält das Werk durch den konsequenten Bezug zum mittelalterlichen Dies Irae-Motiv. Und der mächtige Auftritt der Orgel verleiht der Symphonie – ähnlich wie Gustav Mahlers Achter Symphonie oder Richard Strauss’ Also sprach Zarathustra – einen sakral-erhabenen Ausdruck.      

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