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»Die Goldenen Zwanziger«: Kirill Petrenko dirigiert Weill und Strawinsky

13. Feb 2021
Online-Festival: Die Goldenen Zwanziger

Berliner Philharmoniker
Kirill Petrenko

Michael Spyres, Ekaterina Semenchuk

  • Kurt Weill
    Symphonie in einem Satz (erste Aufführung nach der kritischen Ausgabe der Kurt Weill Edition, Hrsg.: James Holmes) (24 Min.)

  • Igor Strawinsky
    Oedipus rex (56 Min.)

    Michael Spyres Tenor (Oedipus), Ekaterina Semenchuk Mezzosopran (Jokaste), Andrea Mastroni Bass (Tiresias), Krystian Adam Tenor (Hirte), Derek Welton Bassbariton (Kreon), Bass (Bote), Bibiana Beglau Sprecherin, Herren des Rundfunkchors Berlin

  • kostenlos

    Interview
    Kirill Petrenko im Gespräch mit Martin Menking (16 Min.)

Der Name Kurt Weill taucht bereits 1923 und dann bis 1933 einige weitere Male auf Konzertprogrammen der Berliner Philharmoniker auf. Den Weg zum Orchester hatte dem jungen Komponisten sicherlich auch der Umstand geebnet, dass er zu den Schülern Ferruccio Busonis gehörte, der den Philharmonikern nicht zuletzt als engagierter Anwalt der zeitgenössischen Musik eng verbunden war. Weills 1956 postum uraufgeführte Erste Symphonie erklingt nun unter der Leitung von Chefdirigent Kirill Petrenko und als Auftakt zum Online-Festival »Die Goldenen Zwanziger« erstmals in einem philharmonischen Konzert. Das Werk ist 1921 entstanden und wurde von einem religiösen Drama des Dichters (und späteren DDR-Kulturministers) Johannes R. Becher inspiriert. Das Gewicht der Konzeption verraten bereits die dissonanten Akkorde, die in der Art eines Mottos die Symphonie eröffnen. Die eingeflochtenen Choral-Passagen am Ende verweisen auf Bechers Stück, das im Untertitel den »Aufbruch eines Volkes zu Gott« ankündigt.

Als zweites bedeutendes Werk aus den 1920er-Jahren dirigiert Kirill Petrenko Igor Strawinskys Opern-Oratorium Oedipus rex. Die vom Komponisten mit Jean Cocteau geschriebene Adaption des griechischen Dramas von Sophokles wird in lateinischer Sprache gesungen, während die vermittelnden Erzähler-Passagen jeweils in der Landessprache des Aufführungsorts vorgetragen werden sollen. Die tragische Handlung um König Oedipus, der seinen Vater tötet und seine Mutter heiratet, wird also zugleich in die Distanz und in die Nähe gerückt. Zu den Vorbildern, auf die sich Strawinsky in seiner von untergründiger Spannung und formal gebändigter Emotionalität geprägten Komposition bezieht, gehören barocke Komponisten ebenso wie Giuseppe Verdi.

Seit der Saison 2019/20 ist Kirill Petrenko Chefdirigent und künstlerischer Leiter der Berliner Philharmoniker. Ausgebildet wurde er zunächst in Russland, dann in Österreich. Die internationale Musikwelt wurde erstmals auf ihn aufmerksam, als er 2001 am Meininger Theater Wagners Ring des Nibelungen in der Regie von Christine Mielitz und im Bühnenbild von Alfred Hrdlicka an vier aufeinanderfolgenden Tagen zur Premiere brachte. Zwölf Jahre später leitete er den Zyklus dann bei den Bayreuther Festspielen zum zweiten Mal. Zur selben Zeit trat Kirill Petrenko sein Amt als Generalmusikdirektor der Bayerischen Staatsoper an, nach Meiningen und der Komischen Oper Berlin die dritte Chefposition an einem Opernhaus. Parallel gastierte er sowohl an den bedeutendsten Opernhäusern der Welt (von der Wiener Staatsoper über den Londoner Covent Garden und die Opéra National in Paris bis zur Metropolitan Opera in New York) wie auch bei den großen internationalen Symphonieorchestern – in Wien, München, Dresden, Paris, Amsterdam, London, Rom, Chicago, Cleveland und Israel. Sein Debüt bei den Berliner Philharmonikern gab er im Jahr 2006. Auch außerhalb Berlins ist Kirill Petrenko mit den Berliner Philharmonikern zu erleben – auf Tournee und natürlich in der Digital Concert Hall. Ausgewählte Aufführungen erscheinen zudem als Mitschnitte auf Tonträger, zuletzt in einer Edition mit symphonischen Werken von Ludwig van Beethoven, Peter Tschaikowsky, Franz Schmidt und Rudi Stephan.

Der US-amerikanische Tenor Michael Spyres gilt als herausragender Sänger seines Fachs und tritt an international renommierten Opernhäusern und bei Festivals wie den Salzburger Festspielen auf. Spyres wurde in Mansfield (Missouri) geboren, studierte erst in den USA und später am Wiener Konservatorium. Internationale Aufmerksamkeit erregte der Tenor erstmals 2008 als Otello beim Festival Rossini in Wildbad und als Tamino in der Zauberflöte an der Deutschen Oper Berlin. Neben zahlreichen Partien von Barock über Mozart bis Britten hat er sich besonders als Belcanto-Sänger und im französischen Repertoire einen Namen gemacht und ist auf einer Vielzahl von Tonträgern vertreten.

Ekaterina Semenchuk stammt aus Minsk und studierte am Rimsky-Korsakow-Konservatorium in St. Petersberg. Noch während ihres Studiums debütierte sie am Mariinsky-Theater. Zu ihrem Repertoire gehören wichtige Verdi-Partien wie Azucena (Il trovatore), Prinzessin Eboli (Don Carlo), Lady Macbeth (Macbeth) und Amneris (Aida), aber auch Partien wie Marina (Boris Godunow) und die Titelrolle in Carmen. Sie singt an großen internationalen Häusern wie der Metropolitan Opera in New York, der Opéra de Paris, dem Teatro Real in Madrid, dem Royal Opera House Covent Garden in London, der Berliner Staatsoper Unter den Linden sowie bei den Festspielen in Salzburg und Baden-Baden.

Der italienische Bass Andrea Mastroni begann seine Karriere zunächst als Klarinettist, bevor er zum Gesangstudium ans Istituto Claudio Monteverdi in Cremona wechselte. Gastengagements führten ihn u. a. an das Teatro alla Scala in Mailand, das Teatro La Fenice in Venedig, die Opéra national de Paris, das Teatro Real in Madrid, das Opernhaus Zürich die Metropolitan Opera, die Bayerische Staatsoper, Deutsche Oper sowie ans Royal Opera House Covent Garden in London. Zu seinem Repertoire gehören Partien wie Colline (La Bohème), Daland (Der fliegende Holländer), Fürst Gremin (Eugen Onegin), Osmin (Die Entführung aus dem Serail), Sarastro (Die Zauberflöte) sowie die Titelpartien in Don Giovanni, Don Pasquale und Le nozze di Figaro.

Krystian Adam wurde im polnischen Wrocƚaw zum Gesangs- und Musiklehrer ausgebildet und setzte seine Studien anschließend am Giuseppe-Verdi-Konservatorium in Mailand fort. Schwerpunkte seines Repertoires sind Opern und Werke des 17. und 18. Jahrhunderts, bei denen er mit Dirigenten wie Giovanni Antonini, Fabio Biondi, Teodor Currentzis oder Václav Luks zusammenarbeitet. Krystian Adam gastierte u. a. am Teatro alla Scala in Mailand, am Théâtre des Champs-Elysées und am Teatro Real in Madrid. 2014 debütierte er als Oberpriester (Idomeneo) am Royal Opera House Covent Garden. Unter der Leitung von Sir John Eliot Gardiner verkörperte Krystian Adam die Titelpartie in Monteverdis L’Orfeo bei den BBC Proms sowie auf Tournee in Europa und den USA.

Der australische Bassbariton Derek Welton hat sich vor allem als Wagnersänger einen Namen gemacht. Er gastierte 2016 an der Semperoper Dresden unter Christian Thielemann als Heerrufer im Lohengrin und wurde daraufhin für die Bayreuther Festspiele 2017 als Klingsor (Parsifal) engagiert. Von 2015 bis 2020 war er Ensemblemitglied an der Deutschen Oper Berlin, wo er sich ein breites Repertoire erarbeitete. Im Sommer 2020 wurde er für seine Darstellung des Orest (Elektra) bei den Salzburger Festspielen gefeiert. Als Konzertsänger reicht sein Repertoire von Bachs Passionen bis zu Tippetts A Child of Our Time.

Bibiana Beglau erhielt ihre Schauspielausbildung an der Hochschule für Musik und Theater in Hamburg. Sie spielte an den Schauspielhäusern in Düsseldorf und Zürich, an der Schaubühne in Berlin und am Hamburger Thalia Theater und arbeitete mit Regisseuren wie Christoph Schlingensief, Einar Schleef, Frank Castorf, Luk Perceval und Thomas Ostermeier. Von 2011 bis 2019 gehörte sie zum Ensemble des Residenztheaters in München, seitdem ist sie Ensemblemitglied am Wiener Burgtheater. Neben dieser Tätigkeit ist sie in zahlreichen Film- und Fernsehproduktionen zu sehen. Für ihre Rolle in Volker Schlöndorffs Film Die Stille nach dem Schuss wurde sie bei den Berliner Filmfestspielen 2000 mit dem Silbernen Bären als beste Darstellerin ausgezeichnet.

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