»Die Goldenen Zwanziger«: Thomas Søndergård dirigiert Prokofjew, Sibelius und Weill

20. Feb 2021
Online-Festival: Die Goldenen Zwanziger

Berliner Philharmoniker
Thomas Søndergård

  • Sergej Prokofjew
    Die Liebe zu den drei Orangen: Suite op. 33bis (18 Min.)

  • Jean Sibelius
    Symphonie Nr. 6 d-Moll op. 104 (31 Min.)

  • Kurt Weill
    Aufstieg und Fall der Stadt Mahagonny: Suite (Bearbeitung von Wilhelm Brückner-Rüggeberg) (20 Min.)

Unter der Leitung des dänischen Dirigenten Thomas Søndergård, Musikdirektor des Royal Scottish National Orchestra, präsentiert dieses Konzert die Musik der 1920er-Jahre aus internationaler Perspektive. Zum Auftakt erklingt eine Suite aus der Oper Die Liebe zu den drei Orangen von Sergej Prokofjew, der den kosmopolitischen Geist jener Jahre idealtypisch verkörperte. Uraufgeführt 1921 in Chicago, war dies die Oper eines russischen Komponisten, die auf einem italienischen Theaterstück basierte und in französischer Sprache an einem amerikanischen Opernhaus aus der Taufe gehoben wurde. Das Publikum reagierte verhalten, später aber entwickelte sich das bezaubernde Märchenstück zu Prokofjews wohl beliebtester Oper.

Wer noch die triumphalen Schlussakkorde aus Jean Sibelius’ Fünfter Symphonie im Ohr hatte, erlebte mit der vornehmlich lyrisch anmutenden Sechsten eine Überraschung. Auch mit der kirchentonal geprägten Harmonik hatte sich der Symphoniker noch einmal neu erfunden. Die 1923 uraufgeführte Sechste gehört bereits zu den Abschiedswerken des Komponisten, der in den letzten 30 Jahren seines Lebens nahezu vollständig verstummen sollte.

Das Konzert endet mit einem weiteren Beitrag zum Kurt Weill gewidmeten Schwerpunkt dieses Online-Festivals. Während die Gattungsbezeichnung im Titel der Dreigroschenoper parodistisch gemeint war, stellt das wiederum in Zusammenarbeit mit Bertolt Brecht entstandene Werk Aufstieg und Fall der Stadt Mahagonny eine wirkliche Oper mit großem Orchester dar. In fast allen Musiktheater-Stücken Weills finden sich einzelne Nummern, die auch unabhängig von ihrem ursprünglichen Kontext Karriere machten. Aus der Mahagonny-Oper ist besonders der Alabama-Song berühmt geworden.

Thomas Søndergård ist seit 2018 Musikdirektor des Royal Scottish National Orchestra, nachdem er dort sechs Spielzeiten als Erster Gastdirigent fungierte. Von 2012 bis 2018 war er Chefdirigent des BBC National Orchestra of Wales und zuvor Chefdirigent und künstlerischer Berater des Norwegischen Radiosymphonieorchesters. Søndergård dirigierte zudem namhafte Orchester wie das Chicago Symphony Orchestra, das Concertgebouw-Orchester Amsterdam, das London Philharmonic und London Symphony Orchestra, die Philharmoniker Oslo sowie zahlreiche Orchester in Deutschland, darunter die Bamberger Symphoniker, das Deutsche Symphonie-Orchester Berlin, das Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin und das Gewandhausorchester Leipzig. Der dänische Dirigent setzt sich besonders für die Musik seines Landsmannes Carl Nielsen ein; so präsentierte er im September 2015 beim Musikfest Berlin dessen Sechste Symphonie mit dem Mahler Chamber Orchestra. Als Operndirigent arbeitete er an Häusern wie der Königlichen Oper Stockholm, dem Königlichen Theater in Kopenhagen, der Norwegischen Oper in Oslo, der Bayerischen Staatsoper (Turandot) und der Deutschen Oper Berlin, wo er 2017 die Uraufführung von Andrea Scartazzinis Edward II. leitete.
Geboren 1969 in Holstebro, studierte Thomas Søndergård Schlagwerk am Dänischen Konservatorium in Kopenhagen und begann seine professionelle Laufbahn als Schlagzeuger beim Royal Danish Orchestra, bevor er sich dem Dirigieren zuwandte. Am Pult der Berliner Philharmoniker gibt er in diesem Konzert sein Debüt.

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