Ensemble Wien-Berlin und Mitglieder der Berliner Philharmoniker
Ein nächtliches Ständchen, eine bunte Tierparade und eine lustige Weinverkostung – dieses Konzert steckt voller Überraschungen. Den Anfang macht Mozarts geheimnisvolle c-Moll-Serenade, ehe Luciano Berios Opus Number Zoo in das ländliche Italien entführt, wo Henne und Fuchs miteinander tanzen. Vinko Globokar nimmt danach in Avgustin, dober je vin angetrunkene Musiker aufs Korn, und Joachim Raff lässt in seiner Sinfonietta die unbeschwerte Wiener Serenadentradition aufleben.
Die Gattung der Serenade, deren Name vom italienischen Wort »sera« für Abend stammt, diente im 18. Jahrhundert vorwiegend der Unterhaltung. Wegen ihres tragenden Klangs eignete sich die Bläserbesetzung der damals in Wien populären Harmoniemusik besonders gut für Abendveranstaltungen im Freien. Mozart gab allerdings schon durch die Tonart c-Moll zu erkennen, dass seine Zwölfte Serenade nicht nur dem beiläufigen Amüsement dienen sollte. Mit vier Sätzen nähert sie sich der symphonischen Form, wobei Menuett und Trio in anspruchsvoller Kanon-Technik gestaltet sind. Von leuchtender Schönheit ist der langsame Satz, den Mozart als inniges Gespräch zwischen Instrumenten inszeniert.
Unterhaltung und Tiefgründigkeit verbinden sich ebenfalls in Luciano Berios Opus Number Zoo, in dem die Musiker*innen auch Sprechrollen einnehmen. Zur beschriebenen Tierwelt gehören neben Henne und Fuchs auch ein Pferd und eine Maus. Die Texte zur neoklassizistisch geprägten Musik des damals 25-jährigen Komponisten schlagen immer wieder einen ernsten Tonfall an – sie thematisieren die Vergänglichkeit des Lebens oder die Bedrohung der Schöpfung durch den Menschen.
Der Schwerpunkt Kontrovers der Saison 2025/26 beleuchtet auch den sogenannten Parteienstreit, der im 19. Jahrhundert zwischen den Anhängern von Liszt und Wagner auf der einen und denen von Brahms auf der anderen Seite tobte. Der 1822 geborene Joachim Raff stand nicht nur zeitlich genau zwischen Wagner und Brahms, sondern bewegte sich auch stilistisch und sozial zwischen beiden Lagern. In Weimar orchestrierte er Liszts Symphonische Dichtungen, zugleich war er mit Brahms-Vertrauten wie Joseph Joachim und Hans von Bülow befreundet. Einen idealen Einstieg in das sehr umfangreiche Schaffen von Joachim Raff bietet die 1873 entstandene Sinfonietta, die mit einer brillanten Tarantella im Stil Mendelssohns endet. Für die Aufführung wird das Ensemble Wien-Berlin, das aus Mitgliedern der Berliner und Wiener Philharmoniker besteht, durch weitere Orchesterkolleg*innen verstärkt.
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