09. Mai 2020

Berliner Philharmoniker

  • Begrüßung (1 Min.)

    Andreas Ottensamer

  • Wolfgang Amadeus Mozart
    Klarinettenquintett in A-Dur KV 581 (34 Min.)

    Wenzel Fuchs Klarinette, Daishin Kashimoto Violine, Romano Tommasini Violine, Naoko Shimizu Viola, Ludwig Quandt Violoncello

  • Franz Schubert
    Gretchen am Spinnrade D 118 (4 Min.)

    Claudio Abbado Dirigent, Christianne Stotijn Mezzosopran

  • Wolfgang Amadeus Mozart
    Duo für Violine und Viola in G-Dur KV 423: Adagio (4 Min.)

    Cornelia Gartemann Violine, Julia Gartemann Viola

  • Franz Schubert
    Erlkönig D 328 (4 Min.)

    Daniel Harding Dirigent, Gerald Finley Bassbariton

  • Wolfgang Amadeus Mozart
    Wiener Sonatine Nr. 1 KV 439b: Allegro brillante (3 Min.)

    Hande Küden Violine, Kotowa Machida Violine

  • Hugo Wolf
    Der Feuerreiter (4 Min.)

    Iván Fischer Dirigent, Christian Gerhaher Bariton

  • Ludwig van Beethoven
    Klaviertrio in B-Dur op. 11 »Gassenhauer-Trio« (21 Min.)

    Andreas Ottensamer Klarinette, Knut Weber Violoncello, Julien Quentin Klavier

In der klassischen und romantischen Kammermusik bilden das Klavier und die Instrumente des Streichquartetts die Stammbesetzung. Auffallend häufig wurde in diese verschworene Gesellschaft die Klarinette als Gast eingeladen; ein Instrument, von dem sich Mozart und Beethoven, Weber, Schumann und Brahms zu einigen ihrer schönsten Werke inspirieren ließen. Für die Komponisten der Wiener Klassik hatte die Klarinette den Reiz der Neuheit. Erst in Mozarts späten Symphonien und Opern wird sie zu einem unverzichtbaren Bestandteil des Orchesters.

In der dritten Folge der Berlin Phil Series spielen Mitglieder der Berliner Philharmoniker neben zwei Streich-Duos von Mozart dessen Klarinettenquintett sowie Beethovens Gassenhauer-Trio. In diesen Werken sind mit Wenzel Fuchs und Andreas Ottensamer die beiden Soloklarinettisten der Berliner Philharmoniker zu hören. Fuchs stammt aus Innsbruck, Ottensamer ist in Wien geboren. So sind sie bereits durch ihre Herkunft ideale Protagonisten des Konzerts, das den Titel »Ein Abend in Wien« trägt. Die österreichische Hauptstadt hatte für Komponisten von Mozart bis Mahler zweifellos eine unwiderstehliche Anziehungskraft; zwei zentrale Epochenstile – die Wiener Klassik und die Zweite Wiener Schule – sind nach ihr benannt. Die Stadt darf auch, vor allem wegen Franz Schubert, als zentraler Ort des romantischen Kunstlieds gelten.

Wie nach ihm Carl Maria von Weber und Johannes Brahms war Mozart von einem großen Klarinetten-Virtuosen seiner Zeit fasziniert: Für Anton Stadler, der dem Komponisten auch als Logen-Bruder bei den Freimaurern vertraut war, schrieb Mozart neben dem berühmten Klarinettenkonzert auch sein Quintett. Es beginnt mit sanften Klängen der Streicher, die dem ersten, durch die Register des Instruments gleitenden Einsatz der Klarinette gewissermaßen einen Teppich ausrollen. Der langsame Satz ist eine seelenvolle Arie. Das Holzblasinstrument kann hier seine Fähigkeit, auch im Pianissimo zu singen, unter Beweis stellen. Das Finale ist als Thema mit Variationen gestaltet. Nach einem langsamen Satz, dessen expressives Thema vom Cello vorgestellt wird, beschließt ein Variationensatz Beethovens Gassenhauer-Trio. Dessen volkstümlich-heiteres Thema, dem das Werk seinen Beinamen verdankt, entnahm der Komponist einer zu seiner Zeit populären Oper.

Aufzeichnungen von Liedern aus dem Archiv der Digital Concert Hall ergänzen in diesem Programm die Kammermusikwerke. Die Solisten sind die holländische Mezzosopranistin Christianne Stotijn und die Baritone Gerald Finley und Christian Gerhaher, der in der Spielzeit 2013/2014 als Artist in Residence der Berliner Philharmoniker amtierte. Von Schubert – im Unterschied zu Haydn, Mozart, Beethoven, Brahms und Mahler ein »echter« Wiener – sind die Goethe-Lieder Gretchen am Spinnrade und Der Erlkönig in Bearbeitungen für Stimme und Orchester zu hören. Von Hugo Wolf, der sich in seinem Schaffen fast vollständig auf die Gattung des Lieds beschränkte, erklingt die packende Mörike-Vertonung Der Feuerreiter. Wie Gustav Mahler, der im selben Jahr geboren wurde, brach auch Wolf als junger Mann aus der Provinz auf, um in Wien sein Glück zu suchen.

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