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Es war eine kleine Sensation, als der damals erst 35-jährige Yannick Nézet-Séguin im Oktober 2010 zum künftigen Musikdirektor des Philadelphia Orchestra gekürt wurde – und damit zum Nachfolger von Leopold Stokowsky, Eugene Ormandy, Riccardo Muti, Wolfgang Sawallisch und Christoph Eschenbach. Bei seinem philharmonischen Debüt in Berlin interpretierte er wenige Wochen später Sergej Prokofjews Klavierkonzert Nr. 2 und Berlioz’ Symphonie fantastique, wobei ihm mit Yefim Bronfman ein Pianist zur Seite stand, der sich wie kaum ein anderer für Prokofjews Klavierwerke engagiert.

Wie die New York Times einmal schrieb: »Mr. Bronfman ist in diesem Repertoire schon deshalb so erfolgreich, weil er als Pianist dieselbe Künstlerpersönlichkeit ist wie Prokofjew als Komponist. Mit anderen Worten: Er ist ein kraftvoller Virtuose, der keine Vergleiche zu scheuen braucht, aber seine Musikalität bewahrt ihn davor, in leere Brillanz abzugleiten.« Mit diesem Ansatz widmet sich Bronfman in diesem Mitschnitt dem Zweiten Klavierkonzert: ein Werk, das Prokofjew noch als Student in Angriff nahm, das aber bereits das ganze Ausdrucksspektrum des Komponisten umfasst.

Ebenso wie Prokofjew ist auch Hector Berlioz ein Beleg dafür, dass nicht nur ausübende Musiker, sondern auch Komponisten Virtuosen sein können. Mithilfe eines gewaltigen Orchesterapparats entfaltet er in seiner Symphonie fantastique die unterschiedlichsten Szenarien – vom duftigen Walzer bis hin zur grellen Groteske. Dass Yannick Nézet-Séguin der rechte Mann für diese anspruchsvolle Partitur ist, zeigte die Rezension der Frankfurter Allgemeinen Zeitung: »Yannick Nézet-Séguin ist mit […] einer bezwingenden körperlichen Intelligenz gesegnet. [Unterhalb] der theatralischen Hysterie dieses Stücks mit seinen abrupten Wechseln der Figuren und Gesten stellte der Dirigent so etwas wie großräumige Einheiten der Bewegung her, szenische Pulse, emotionale Grundstimmungen.«

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