Konzert

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Claudio Abbado und Maurizio Pollini haben einen Großteil ihres künstlerischen Weges zusammen zurückgelegt und unzählige gemeinsame Konzerte gegeben – auch bei den Berliner Philharmonikern. In diesem Mitschnitt von 2011 widmeten Sie sich zum ersten Mal in Berlin Mozarts G-Dur-Klavierkonzert Nr. 17. Am selben Abend interpretierte Abbado – wiederum zum ersten Mal mit seinem ehemaligen Orchester – das Adagio aus Mahlers unvollendeter Zehnter Symphonie.

Das G-Dur-Konzert besticht nicht zuletzt durch die prominente Rolle der Bläser. Fast gleichberechtigt dialogisieren sie mit dem Klavier, wecken Erinnerungen an die Ensemble-Szenen in Mozarts Opern. Und wie in einer Oper werden auch hier die unterschiedlichsten Seelenzustände durchlaufen: »In freundlicher Tonart« stecke das Werk »voll geheimen Lächelns und geheimer Trauer«, schrieb der Mozart-Forscher Alfred Einstein treffend. Genuine Bühnendramatik verbreitete an diesem Abend Mozarts Konzertarie KV 418, die Gelegenheit gab, die junge Anna Prohaska kennen zu lernen – Sopranistin der Staatsoper Unter den Linden und Shootingstar der Berliner Musikszene.

Am Beginn des Konzerts stehen Alban Bergs Symphonische Stücke aus Lulu, die Berg zur Promotion seiner Oper zusammenstellte, nachdem er die geplante Uraufführung durch das nationalsozialistische Regime gefährdet sah. Das Ergebnis ist eine ausgewachsene fünfsätzige Symphonie, die nicht wenig den Symphonien Mahlers ähnelt – ein Komponist, den Berg tief verehrte und dem er sogar einmal den Dirigentenstab als Souvenir entwendete. Offensichtlich ist vor allem die Parallele zwischen dem letzten der Stücke, einem Adagio, und dem Adagio aus Mahlers Zehnter Symphonie: beides Manifestationen der Auswegslosigkeit und des Abschieds vom Leben.

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