Bis 24. August 10% Frühbucher-Rabatt auf das 12-Monats-Ticket

Mendelssohns »Elias« mit Seiji Ozawa, Matthias Goerne und Annette Dasch

17. Mai 2009

Berliner Philharmoniker
Seiji Ozawa

  • Felix Mendelssohn Bartholdy
    Elias, Oratorium op. 70 (131 Min.)

    Annette Dasch Sopran, Gal James Sopran, Nathalie Stutzmann Alt, Nadine Weissmann Alt, Paul O'Neill Tenor, Anthony Dean Griffey Tenor, Matthias Goerne Bariton, Fernando Javier Radó Bass, Viktor Rud Bass, Rundfunkchor Berlin, Simon Halsey Einstudierung

  • kostenlos

    Interview
    Seiji Ozawa im Gespräch mit Fergus McWilliam (17 Min.)

Kaum ein zweiter Komponist der Romantik hat so viel für die Wiederentdeckung von Bachs aber auch Händels Musik geleistet wie Felix Mendelssohn Bartholdy. Auch in seinen eigenen Werken knüpfte er an die Meister des Barock an, besonders offensichtlich in seinen großen Oratorien Paulus und Elias. Der 1846 in englischer Sprache unter der Leitung des Komponisten in Birmingham uraufgeführte Elias wurde unerwartet zu einer Art Vermächtnis, da Mendelssohn wenig später starb und schon die ersten deutschen Aufführungen des Werks nicht mehr erlebte.

Auch in spiritueller Hinsicht handelt es sich gewissermaßen um ein letztes Wort des Komponisten, erlaubte ihm doch der alttestamentarische Stoff, sich zugleich zu seinen jüdischen Wurzeln und zum angenommenen Christentum zu bekennen. Denn das Textarrangement macht deutlich, dass die Prophezeiungen des kommenden Messias’ auf Jesus gemünzt sind. Das Oratorium gehört zu den faszinierendsten Werken Mendelssohns, melodischer Einfallsreichtum und dramatische Spannung verbinden sich auf glückliche Weise. Anders, als es das vorherrschende Mendelssohn-Bild einer vorwiegend eleganten und anmutigen Musik nahelegt, kommt der Charakter des Propheten gerade in seinen schroffen, unnachgiebigen und resignativen Zügen zur Geltung.

Anlässlich des 200. Geburtstags des Komponisten präsentierten die Berliner Philharmoniker das Werk unter der Leitung Seiji Ozawas, der seit Herbert von Karajans Zeiten einer der zentralen Gastdirigenten des Orchesters ist und im April 2016 zum Ehrenmitglied der Philharmoniker ernannt wurde. Ozawa hat eine besondere Vorliebe für den Elias und dirigierte bereits 1984 eine der seltenen Aufführungen durch die Berliner Philharmoniker. An der Spitze des prominent besetzten Solistenensembles stand in der Titelrolle Matthias Goerne, der als Liedsänger zu den herausragenden Interpreten der deutschen musikalischen Romantik zählt.

Rufer in der Wüste

Das Oratorium Elias von Felix Mendelssohn Bartholdy

Der 26. August 1846 war eine Sternstunde in der Geschichte der Stadt Birmingham und des Oratoriums: Um 11.30 Uhr hob Felix Mendelssohn Bartholdy auf der Bühne der Town Hall den Baton, um sein Oratorium Elias aus der Taufe zu heben. Von 271 englischen Chorsängern und einem gemischten Ensemble aus deutschen und einheimischen Solisten wurde das Werk als Elijah in englischer Sprache uraufgeführt. Mendelssohn hatte das Oratorium zwar ursprünglich auf deutschen Text komponiert, doch der Auftrag war vom Leiter des Chorfestes in Birmingham gekommen. Also hatte der Komponist bei dem musikalischen Maler und Chemiker William Bartholomew eine englische Übersetzung in Auftrag gegeben.

An die Uraufführung schloss sich die obligatorische Umarbeitung durch den selbstkritischen Komponisten an, die in diesem Falle besonders drastisch ausfiel. Mendelssohn strich ganze Nummern und fügte neue hinzu, straffte Szenen und erweiterte andere. In seiner endgültigen Fassung erlebte das Werk am 16. April 1847 die Londoner Erstaufführung. Parallel dazu bereiteten der Bonner Verleger Simrock und seine Londoner Kollegen vom Verlag Ewer & Co. die Herausgabe des Materials vor. Niemand konnte damals ahnen, dass das Werk schon ein halbes Jahr später zum Requiem für den Komponisten werden würde: Am 14. November hätte Mendelssohn den Elias in Wien zum ersten Mal auf Deutsch dirigieren sollen. Zehn Tage vorher starb er. Die Wiener Aufführung wurde zur Gedenkfeier für den Komponisten – wie zahlreiche weitere in England und Deutschland.

Jüdische Wurzeln

Es besteht kein Zweifel daran, dass der Elias Mendelssohns künstlerisches Vermächtnis war. An der Gestalt des Propheten hing er mit ganzer Seele und ganzer Kraft, denn hier lebte eine Zentralgestalt aus den jüdischen Traditionen seiner Familie fort. Der jüdische Volksglaube verbindet mit dem Sedermahl in der Passah-Nacht die Vorstellung von einem fünften Kelch, der für den Propheten Elias bestimmt ist. Anders als die vier Kelche zuvor, die man gemeinsam leert, um an die Wegführung aus Ägypten, die Errettung durch den Herrn, die geschehene Erlösung und das Heil zu erinnern, bleibt der fünfte Becher unangetastet. Er wird für Elias auf den Festtisch gestellt. »Der Prophet Elias wird als der Herold des Messias erwartet, der die Herzen der Väter mit denen der Kinder versöhnt, ehe der Jüngste Tag anbricht« (Shalom Ben-Chorin). So hat es der Prophet Maleachi beschrieben, und eben diese Verse wählte Mendelssohn aus, um die eschatologische Bedeutung des Elias gegen Ende seines Oratoriums in visionären Tönen zu beschwören. Zwar ging der gläubige Christ Mendelssohn über diese traditionell jüdische Sicht hinaus, indem er in den letzten beiden Chören seinen Titelhelden als Propheten des christlichen Messias deutete, doch an der Wurzel der tiefen Faszination, die jene Prophetengestalt auf ihn ausübte, lagen die jüdischen Traditionen seiner Familie.

Ein »prophetisches« Oratorium

Mendelssohn schwebte eine besondere Behandlung des alttestamentarischen Elias-Stoffs vor: »nicht historisch, sondern prophetisch – wenn ich mich so ausdrücken darf – im größeren Zusammenhang«. »Für jedes Mitglied der Gemeinde« sollte die biblische Geschichte »ein gleich wichtiger und nahe liegender Gegenstand werden, wozu man den Text am besten »mit bloßen Bibelstellen ausführen« sollte. Eben diese Merkmale kennzeichnen den Elias, dessen Text der Komponist letztlich selbst aus Bibelstellen zusammenfügte. In der Darstellung der biblischen Ereignisse ging er keineswegs »historisch« vor, sondern »prophetisch«, »im größeren Zusammenhang«. Zwar wird die Geschichte – in den Dialogen des Elias mit König Ahab und der Königin, mit der Witwe und dem Volk – dramatisch erzählt, doch ergibt sich daraus keine geschlossene Szenenfolge. Der Elias hat keine Handlung, sondern besteht aus einer Folge von Bildern. Mendelssohn ging es darum, »eine recht anschauliche Welt« zu schaffen, »wie sie im alten Testament in jedem Kapitel steht«.

Adaption und Umformung der biblischen Vorlage

Dafür benutzte er in denkbar effizienter Weise die Kapitel 17 bis 19 aus dem ersten Buch der Könige. Dem 17. Kapitel entnahm er den Fluch des Propheten und die große Dürre, die Szenen mit Elias am Bach Krith und bei der Witwe in Zarpath. Mit dem erneuten Auftreten des Propheten vor dem Volk »im dritten Jahr« beginnt das 18. Kapitel, bei Mendelssohn die zweite Hälfte des ersten Teils. Es folgen die Herausforderung an die Baalspriester, die Feuerprobe auf dem Berg Karmel und das Regenwunder. Mendelssohn hat diese Gliederung noch dadurch unterstrichen, dass er in der Mitte des ersten Teils die Fluchmotive des Propheten vom Beginn des Oratoriums in Dur wieder aufgriff. Das 19. Kapitel lieferte den Stoff für den zweiten Teil: die Morddrohung des von der Königin aufgehetzten Volkes, die Flucht des Elias in die Wüste, seine Gotteszweifel und die Erscheinung des Herrn auf dem Berg Horeb. Den Rest der Handlung mit der Absetzung des Königs Ahab und der Himmelfahrt des Propheten musste Mendelssohn zwangsläufig zusammenfassen, da er sich über mehrere Kapitel der Heiligen Schrift erstreckt und jüngere, von Elias berufene Propheten einbezieht.

Die Gestalt des Propheten

Mendelssohns Vision des Werkes kreiste um die von Zweifeln und Zornesausbrüchen zerrissene Gestalt des Propheten: »Ich hatte mir eigentlich beim Elias einen rechten durch und durch Propheten gedacht, wie wir ihn heut’ zu Tage wieder brauchen könnten, stark, eifrig, auch wohl böse und zornig und finster, im Gegensatz zum Hofgesindel und Volksgesindel, und fast zur ganzen Welt im Gegensatz und doch getragen von Engelsflügeln.« Elias war für Mendelssohn eine zeitgemäße Gestalt: der antihöfische »Rufer in der Wüste«, ein Unbequemer, zugleich aber auch ein Zweifelnder und Verzweifelnder. Im zweiten Teil resigniert der Prophet, da es ihm nicht gelingen will, die Menschen zu Gott zu bekehren. Auch hier schwingt die Verzweiflung des Komponisten über eine zunehmend säkularisierte Welt mit, die ihre Beziehung zu Gott und zu einer maßvollen Kunst verloren hat. Mendelssohn und Elias sind im Moment der großen Arie »Es ist genug« eins.

Zur musikalischen Gestaltung

Die musikalische Gestaltung gerade dieser Arie hat häufig zu Vergleichen mit Johann Sebastian Bach Anlass gegeben. Angeblich habe sich der Komponist hier auf die Arie »Es ist vollbracht« der Johannespassion bezogen. Tatsächlich aber hat Mendelssohn hier das bachsche Idiom in etwas Ureigenes umgeschmolzen, in eine Klagemelodie, die unverkennbar an den Beginn der Schottischen Symphonie erinnert. Das Gleiche lässt sich von seiner Anlehnung an die Chorpartien in Georg Friedrich Händels Oratorien sagen. Obwohl er seine großen Chöre nach Händels Vorbild aus Chorblöcken, Fugen und erregten »Concitato«-Passagen zusammensetzt, ist doch jedes einzelne Thema in seiner Charakteristik und dem oft »empfindsamen« Duktus purer Mendelssohn. Mit den fließenden Übergängen und der Zusammenballung der Chor- und Orchestermassen geht er weit über Händel hinaus. In keinem Oratorium des Hallensers findet sich ein derart überwältigender Anfang wie im Elias. Die Idee des vorangestellten Fluchs mit dem dreifachen Tritonus als Leitmotiv wirkt an sich schon hoch romantisch. Die Art, wie die Ouvertüre diese düstere Atmosphäre aufgreift, ausspinnt und aufstaut, bis sich die Spannung im ersten Chor entlädt, ist von so grandioser Wirkung wie kein anderer Beginn in der Geschichte der Gattung. Mit Nachdruck wies Heinrich Eduard Jacob darauf hin, dass Mendelssohn im Elias eher ein Musiker der Zukunft war als einer, der »die Toten zu sehr liebt«, wie es ihm Hector Berlioz vorwarf: »Viel stärker als im Paulus prägt sich im Elias das Wissen um Kommendes aus, um den ›Sieg der Ausdrucksmusik‹. Die größten Teile des Elias sind durchaus Elementarmusik. So wenig wie bei der Walpurgisnacht, den Hebriden, der Schottischen Symphonie verfängt hier das mäßigende Schlagwort vom ›romantischen Klassizisten‹, der zwischen Klassik und Romantik schöpferisch vermittelt habe.«

Karl Böhmer

Seiji Ozawa, 1935 in Shenyang (China) geboren, studierte in Tokio die Fächer Dirigieren und Komposition. Der Gewinner mehrerer internationaler Wettbewerbe und Stipendien war nach Meisterkursen in Berlin bei Herbert von Karajan Assistent von Leonard Bernstein beim New York Philharmonic Orchestra für die Saison 1961/62. Seine internationale Karriere begann er auf dem amerikanischen Kontinent als Chef der Symphonie-Orchester von Toronto (1965 – 1969) und San Francisco (1970 – 1976). Aufgrund seiner großen Erfolge beim Tanglewood Festival wurde er 1970 zu dessen Künstlerischem Leiter berufen. 1984 gründete Seiji Ozawa das Saito Kinen Orchestra, dessen künstlerische Entwicklung er seither ebenso intensiv fördert wie diejenige des Saito Kinen Festivals in Matsumoto (seit 1991). Nach fast drei Jahrzehnten an der Spitze des Boston Symphony Orchestra (seit 1973) übernahm er mit Beginn der Spielzeit 2002/03 die musikalische Leitung der Wiener Staatsoper. Im Jahr 2004 rief Ozawa in der Schweiz die »International Music Academy« ins Leben mit dem Ziel, jungen Musikern eine kammermusikalische Ausbildung sowie Konzertauftritte zu ermöglichen. Zu seinen zahlreichen Auszeichnungen zählen die Ernennung zum »Chevalier de la Légion d’honneur« (2001) sowie Ehrendoktorwürden der Harvard Universität (2000) und der Sorbonne (2004). Bei den weltweit führenden Orchestern ein gefragter Gast, steht Seiji Ozawa seit 1966 immer wieder auch am Pult der Berliner Philharmoniker. Zuletzt brachte er mit ihnen Ende Januar 2009 Werke von Felix Mendelssohn Bartholdy und Anton Bruckner zur Aufführung.



Annette Dasch, eine gebürtige Berlinerin, studierte u. a. an der Hochschule für Musik und Theater in München und wird auch heute noch von ihrem dortigen Lehrer Josef Loibl betreut. Die Gewinnerin der Gesangswettbewerbe von Barcelona und Genf startete im Jahr 2000 eine weltweite Karriere, die sie bislang an die Staatsopern in München, Berlin und Dresden wie auch an die führenden Bühnen in Paris, Brüssel, Tokio und anderenorts geführt hat. Hinzu kamen Auftritte bei den Osterfestspielen und den sommerlichen Festspielen in Salzburg, bei den Innsbrucker und den Wiener Festwochen sowie der Styriarte Graz. Zum Repertoire von Annette Dasch, die mit Dirigenten wie Seiji Ozawa, Nikolaus Harnoncourt, Sir Simon Rattle und René Jacobs zusammenarbeitet, zählen Partien in Werken von Haydn, Mozart, Offenbach, Johann Strauß, Wagner, Puccini und Humperdinck. Mit Liederabenden war sie z. B. bei der Schubertiade Schwarzenberg, in Paris, Berlin, Wien, Salzburg, London und Neapel zu erleben. Als Moderatorin und Gastgeberin lädt die Sopranistin seit Januar 2008 Künstlerkollegen und Publikum an ausgewählten Sonntagen um 16 Uhr zu »Annettes DaschSalon« ins Radialsystem V. Nach ihrem Debüt bei den Berliner Philharmonikern während der Salzburger Osterfestspiele 2007 in einer Produktion von Wagners Das Rheingold (Dirigent: Sir Simon Rattle) sang sie hier zuletzt Anfang Februar 2009 – ebenfalls unter Sir Simons Leitung –in Aufführungen von Schumanns Das Paradies und die Peri die Titelpartie.


Matthias Goerne, in Weimar geboren, erhielt seine Ausbildung u. a. bei Hans-Joachim Beyer in Leipzig, bei Dietrich Fischer-Dieskau und Elisabeth Schwarzkopf. Der Bariton begeistert als Opern-, Konzert- und Liedsänger gleichermaßen das Publikum in den internationalen Musikmetropolen und Festivalorten. Claudio Abbado, Riccardo Chailly und Nikolaus Harnoncourt sind nur einige der Dirigenten, mit denen er zusammenarbeitet. Unter der Leitung von Christoph von Dohnányi stand Matthias Goerne 1997 in Salzburg erstmals als Papageno auf der Bühne. Das Spektrum seiner sorgfältig ausgewählten Rollen spannt einen Bogen vom Papageno über den Wolfram im Tannhäuser bis hin zu den Titelpartien in Bergs Wozzeck und Reimanns Lear. Zu den Partnern der Liederabende von Matthias Goerne zählen die Pianisten Pierre-Laurent Aimard, Leif Ove Andsnes, Christoph Eschenbach und Eric Schneider. Matthias Goerne ist Ehrenmitglied der Royal Academy of Music in London. Bei den Berliner Philharmonikern gastierte Matthias Goerne seit 1998 mehrfach: zuletzt brachte er hier Mitte Februar dieses Jahres im Rahmen der Reihe Liedkunst – Kunstlied gemeinsam mit Andreas Haefliger (Klavier) und Ulrich Matthes (Erzähler) im Kammermusiksaal der Philharmonie Die schöne Magelone op. 33 von Johannes Brahms zur Aufführung.


Anthony Dean Griffey, in den USA geboren, wurde an der Wingate University, an der Eastman School of Music in Rochester und an der Juilliard School in New York ausgebildet. Außerdem war er Teilnehmer des Young Artist Development Program der Metropolitan Opera und gab an dieser Bühne 1995 sein Debüt in Wagners Parsifal. Seither ist er der Met durch regelmäßige Auftritte verbunden, nicht zuletzt in der Titelpartie von Brittens Oper Peter Grimes, mit der er weltweit auch an anderen führenden Bühnen immer wieder große Erfolge feiert. Das Repertoire des Tenors, dessen künstlerisches Wirken Oper und Konzert gleichermaßen umfasst, spannt einen stilistischen Bogen von Händels Messiah über die groß besetzte klassisch-romantische Literatur bis hin zu seltener zu hörenden Kompositionen von Zemlinsky (Eine florentinische Tragödie), Poulenc (Les Mamelles de Tirésias) oder Elgar (The Dream of Gerontius) bis hin zu zeitgenössischen Werken von Carlisle Floyd (Of Mice and Men) und André Previn (A Streetcar Named Desire). Previn widmete dem Sänger auch einen Liederzyklus, bei dessen Uraufführung 2004 in der New Yorker Carnegie Hall er ihn auch am Klavier begleitete. Anthony Dean Griffey arbeitet mit Dirigenten wie Sir Colin Davis, Sir Neville Marriner, Seiji Ozawa, Donald Runnicles, Esa-Pekka Salonen und Mariss Jansons zusammen; unter der Leitung von James Levine war er in Deutschland beispielsweise als Gast der Münchner Philharmoniker zu hören. Bei den Berliner Philharmonikern gibt er in diesen Konzerten sein Debüt.


Gal James studierte in ihrer Heimat Israel zunächst Cello an der High School der Rubin Academy in Jerusalem und beendete nach dem Wechsel ins Gesangsfach (Mezzosopran) die Ausbildung an der Rubin Academy of Music an der Tel Aviv University bei Mira Zakai. Sie arbeitete als Solistin mit dem Israel Chamber Orchestra, dem Augusta Symphony Orchestra und dem Jerusalem Symphony Orchestra zusammen, gastierte bei israelischen Festivals und war auf der Opernbühne u. a. als Zweite Dame (Die Zauberflöte) zu erleben. Nach ihrer stimmlichen Entwicklung zum Sopran gehört die Teilnehmerin an zahlreichen Meisterkursen (Katia Ricciarelli, Marjana Lipovšek u. a.) und Preisträgerin renommierter Wettbewerbe inzwischen zum Ensemble der Staatsoper Unter den Linden. Dort sang sie beispielsweise in von Daniel Barenboim dirigierten Aufführungen der Massenet-Oper Manon die Partie der Javotte. Im Konzertbereich gastierte Gal James in jüngster Vergangenheit mit der Leipziger Kammerphilharmonie im Konzerthaus Berlin (Haydn: Die Schöpfung) und für Aufführungen von Bernsteins Jeremiah Symphony bei den Bochumer Symphonikern. Zu ihren Auszeichnungen zählt der Silverman Prize des International Vocal Arts Institute, New York. Bei den Berliner Philhramonikern gibt Gal James in diesen Konzerten ihr Debüt.


Paul O’Neill wurde in Melbourne geboren. Nach einem Gesangsstudium an der Western Australian Academy of Performing Arts in Perth nahm er in den Jahren 2004 und 2005 am »Young Artist Programme« der West Australian Opera in Perth teil. An diesem Opernhaus war und ist er in Rollen wie Gastone (La traviata), Don Ottavio (Don Giovanni), Monostatos (Die Zauberflöte) oder Flavio (Norma) zu erleben. Außerdem zählen zu seinem Repertoire die Partien des Herzogs von Mantua (Rigoletto), des Bruno in I Puritani sowie des Hirten und der Stimme des jungen Seemanns in Tristan und Isolde. Darüber hinaus sang Paul O’Neill bei verschiedenen Konzerten und Opernproduktionen im Chor der West Australian Opera die Solotenor-Partien. Bei renommierten internationalen Gesangswettbewerben errang Paul O’Neill verschiedene Auszeichnungen und Förderungen. Ein Stipendium der Opernstiftung Australia’s Covent Garden ermöglichte ihm 2006 eine weiterführende Ausbildung am National Opera Studio in London; anschließend war er Mitglied der Cardiff International Academy of Voice. Im November 2007 wurde Paul O’Neill ins Internationale Opernstudio an der Staatsoper Unter den Linden aufgenommen. Bei den Berliner Philharmonikern gastierte er erstmals Mitte März dieses Jahres in konzertanten Aufführungen von Joseph Haydns Oper Orlando Paladino, die Nikolaus Harnoncourt dirigierte.


Fernando Javier Radó, ein gebürtiger Argentinier, erhielt seine Musikausbildung am Teatro Colón in Buenos Aires: zunächst im Kinderchor, später als Student des dem Haus angegliederten Instituto Superior de Arte; außerdem sang er im Opernchor als dessen jüngstes Mitglied. 2007 gab der Bass seine Rollendebüts als Sparafucile in Rigoletto, als Le Fauteuil und L’Arbre in L’Enfant et les sortilèges, als Onkel Bonze in Madama Butterfly sowie als Raimondo in Lucia di Lammermoor. Vom Argentinischen Verband der Musikkritiker mit der »revelación 2007« ausgezeichnet, gewann Fernando Javier Radó im Oktober desselben Jahres den Zweiten Preis beim Internationalen Gesangswettbewerb »Neue Stimmen«; seit Januar 2008 gehört er als Stipendiat der Liz Mohn Kultur- und Musikstiftung dem Internationalen Opernstudio der Staatsoper Unter den Linden an. Dort stand der junge Sänger bislang – nicht zuletzt auch unter der Leitung von Daniel Barenboim – in Werken von Wolfgang Amadeus Mozart, Giacomo Puccini, Peter Ruzicka, Richard Strauss, Peter Tschaikowksy, Giuseppe Verdi und Richard Wagner auf der Bühne. Fernando Javier Radó, der Argentinien beim diesjährigen Wettbewerb »BBC Cardiff Singer of the World« vertritt, ist als Gast der Berliner Philharmoniker erstmals zu hören.


Viktor Rud stammt aus der Ukraine, studierte zunächst an der Tschaikowsky-Musikakademie in Kiew und setzte seine Ausbildung in London an der Royal Academy of Music und am National Opera Studio fort. Außerdem besuchte er Meisterkurse u. a. bei Marilyn Horne, Kiri Te Kanawa, Thomas Allen und Sergej Leiferkus sowie die Académie Européene in Aix-en-Provence. Seit 2007 ist der Preisträger zahlreicher renommierter Wettbewerbe (z. B. des Internationalen Mozart-Wettbewerbs in London) Mitglied des Opernstudios an der Staatsoper Unter den Linden. Zu seinem Repertoire zählen die Titelpartien in Don Giovanni und Eugen Onegin sowie weitere Rollen in Bühnenwerken von Wolfgang Amadeus Mozart, Ruggero Leoncavallo, Nikolaj Rimsky-Korsakow, Nino Rota, Judith Weir und Ermanno Wolf-Ferrari. Unter der Leitung von Daniel Barenboim war der Bariton in der Lindenoper wie auch an der Mailänder Scala als Mr. Astley in Prokofjews Der Spieler zu sehen; an der Oper Leipzig sang er den Schaunard in La Bohème. Außerdem tritt Viktor Rud häufig als Konzert- und Oratoriensänger auf: So gastierte er bei BBC Radio 3 und bereits wiederholt beim Berkshire Choral Festival in den USA. Bei den Berliner Philharmonikern gibt er in diesen Konzerten sein Debüt.


Nathalie Stutzmann, geboren in Paris, begann die Ausbildung zur Sängerin bei ihrer Mutter; später studierte sie Liedgesang bei Hans Hotter an der École d’Art Lyrique de l´Opéra de Paris. Die Altistin, die außerdem das Klavier-und das Fagottspiel erlernte, pflegt ein breites Repertoire vom Barock bis zu Werken des 20. Jahrhunderts. Vor allem als Liedinterpretin bekannt geworden, hat sie jedoch auch mit Dirigenten wie Riccardo Chailly, Seiji Ozawa, Sir John Eliot Gardiner, Sir Simon Rattle und Christoph von Dohnányi zusammengearbeitet. Als Konzertsolistin ist Nathalie Stutzman u. a. mit dem Koninklijk Concertgebouworkest Amsterdam, dem London Symphony Orchestra, dem Orchestre de Paris, dem Boston und dem Cleveland Symphony Orchestra, der Staatskapelle Dresden und dem Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks aufgetreten. Die mit dem Titel »Chevalier des Arts et des Lettres« ausgezeichnete Künstlerin unterrichtet regelmäßig im Rahmen von Meisterkursen. Nach ihrem Debüt bei den Berliner Philharmonikern im September 2007 unter der Leitung von Sir Simon Rattle in Konzerten mit Claude Debussys Le Martyre de Saint Sébastien gastierte sie hier zuletzt Ende September 2008 in ebenfalls von Sir Simon dirigierten konzertanten Aufführungen der Oper L’Enfant et les sortilèges von Maurice Ravel.



Nadine Weissmann stammt aus Berlin; sie wurde an der Londoner Royal Academy of Music und an der Indiana University in Bloomington (bei Virginia Zeani) ausgebildet. Hinzu kamen Meisterkurse u. a. bei Brigitte Fassbaender und Marjana Lipovšek sowie bereits als Studentin zahlreiche Auftritte im Opern- und Konzertfach. Vom Jahr 2000 an machte sich Nadine Weissmann mit Uraufführungen Neuer Musik, mit Liederabenden und als Solistin im Rahmen der Kammerkonzerte des Deutschen Symphonie-Orchesters innerhalb und außerhalb Berlins einen Namen. Mehrfach mit Preisen ausgezeichnet (z. B. beim Wettbewerb der Kammeroper Schloss Rheinsberg), war sie von März 2002 bis Juli 2004 bei den Städtischen Bühnen Osnabrück engagiert. Ein Repertoire, für dessen Vielfalt Werke von Mozart, Beethoven, Bizet, Verdi, Wagner, Strauss, Strawinsky, Prokofjew, Hindemith und Bernstein stehen, führt Nadine Weissmann seither auf renommierte Opernbühnen und Konzertpodien Deutschlands (hier vor allem am Deutschen Nationaltheater Weimar) sowie internationaler Musikzentren und Festspielorte wie Lissabon, Monte Carlo, Glyndebourne, New York und Seattle. In zunehmendem Maße als Wagner-Sängerin erfolgreich, komplettierte sie ihren ersten Ring in der aktuellen Saison am Weimarer Theater, wo sie die Partien Erda (Rheingold und Siegfried), Schwertleite (Walküre), Zweite Norn und Waltraute (Götterdämmerung) sang. Bei den Berliner Philharmonikern gibt Nadine Weissmann in diesen Konzerten ihr Debüt.


Der Rundfunkchor Berlin, 1925 gegründet, prägte unter Dirigenten wie George Szell, Hermann Scherchen, Otto Klemperer und Erich Kleiber musikalische Sternstunden der 1920er- und 1930er-Jahre. Nach dem Zweiten Weltkrieg machte er mit seinem Chefdirigenten Helmut Koch die Oratorien Händels erstmals in der Originalgestalt international bekannt. Dietrich Knothe (1982 – 1993) formte den Chor zu einem Präzisionsinstrument für schwierigste Literatur; Robin Gritton (1994 – 2001) bereicherte und verfeinerte die Farbpalette des Ensembles. Seit 2001 leitet Simon Halsey den Rundfunkchor. Er legt besonderes Gewicht auf die stilistisch und sprachlich perfekte, dabei lebendige und mitreißende Wiedergabe von Werken aller Epochen und Stile. Eine rege Aufnahmetätigkeit dokumentiert diese Arbeit: So erhielt die mit den Berliner Philharmonikern entstandene CD-Veröffentlichung von Strawinskys Psalmensymphonie unter der Leitung von Sir Simon Rattle den »Grammy Award« 2009 als beste Choraufnahme. Simon Halsey initiierte außerdem zahlreiche Projekte des Chores im Bildungs- und Erziehungsbereich sowie einmal im Jahr ein großes Mitsingkonzert. In der Reihe Broadening the Scope of Choral Music suchen der Rundfunkchor Berlin und Künstler unterschiedlichster Sparten gemeinsam nach alternativen szenischen Formen und Präsentationsarten von Chormusik. Das Vokalensemble ist Partner führender Orchester und Dirigenten in aller Welt; langjährige Kooperationen verbinden ihn mit dem Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin, dem Deutschen Symphonie-Orchester und den Berliner Philharmonikern. Bei den Philharmonikern gastierte der Chor zuletzt im April 2009 unter der Leitung von Peter Eötvös im Requiem für einen jungen Dichter von B. A. Zimmermann.



Jetzt ansehen

Testen Sie die Digital Concert Hall

Testen Sie die Digital Concert Hall

Sehen Sie ein Konzert mit Symphonien von Ludwig van Beethoven, dirigiert von Sir Simon Rattle.

Kostenloses Konzert ansehen