Konzert

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Mit diesem Konzert verabschiedeten sich die Berliner Philharmoniker in der Saison 2011/2012 aus der Philharmonie. Andris Nelsons interpretierte dabei Werke vom Ende des 19. Jahrhunderts. Zunächst Mahlers Lieder nach volkstümlichen Gedichten aus der Sammlung Des Knaben Wunderhorn, die geprägt sind von vielfältigen Schattierungen und doppelten Böden. Im eindrücklichen Kontrast dazu steht Tschaikowskys Fünfte Symphonie mit ihren ungebremsten Emotionen.

Volksmusik hat in Mahlers Schaffen einen prominenten Platz – nicht nur in seinen Liedern, sondern auch in seinen Symphonien. Nach Mahlers eigenen Worten sind solche Anklänge ein Echo seiner Kindheit. Darüber hinaus offenbaren gerade die Wunderhorn-Lieder die spezifische Qualität der volkstümlichen Poesie: ihre Schlichtheit und scheinbare Abgeklärtheit, die paradoxerweise Glück und Leid mindestens so intensiv vermitteln wie wortreiches Pathos. Als Solist ist mit Matthias Goerne »einer der besten Liedsänger seiner Generation« (Die Zeit) zu erleben.

Tschaikowskys Fünfte Symphonie ist Mahlers Liedern gegenüber ein Werk, das die klangmächtige Emotion nicht scheut. Allerdings beklagte der Komponist selbst nach der Fertigstellung, die Symphonie leide an »Geschraubtheit«. Und wirklich geht Tschaikowsky ein hohes Risiko ein, indem er hier ein persönliches Seelendrama schildert, den Kampf zwischen eigenem Ich, Schicksal und Hoffnung. Mit einigem zeitlichen Abstand lernte Tschaikowsky sein Werk doch noch schätzen – das in der Tat eine seltene Versöhnung von großer Geste und authentischem Ausdruck verkörpert.

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