Europakonzert 1995 aus Florenz mit Zubin Mehta und Sarah Chang

01. Mai 1995
Europakonzert aus Florenz

Berliner Philharmoniker
Zubin Mehta

  • Ludwig van Beethoven
    Fidelio: Ouvertüre op. 72b (8 Min.)

  • Boris Blacher
    Orchestervariationen über ein Thema von Nicolò Paganini op. 26 (14 Min.)

  • Niccolò Paganini
    Konzert für Violine und Orchester Nr. 1 D-Dur op. 6: Allegro maestoso (20 Min.)

  • Igor Strawinsky
    Petruschka (35 Min.)

  • Antonín Dvořák
    Slawischer Tanz g-Moll op. 46 Nr. 8 (5 Min.)

Alljährlich findet in Florenz mit dem 1933 begründeten Maggio Musicale Fiorentino das älteste Musikfestival Italiens statt. Musikalischer Leiter des »musikalischen Mai« ist seit 1985 Zubin Mehta, der sich für die Eröffnung des 58. MMF (so die gängige Abkürzung) einen besonderen Coup ausgedacht hatte: Am 1. Mai 1995 spielten die Berliner Philharmoniker unter seiner Leitung ihr traditionelles Europakonzert im prachtvollen Ambiente der Sala dei Cinquecento im Palazzo Vecchio in Florenz.

Zum Auftakt erklang Beethovens majestätische Fidelio-Ouvertüre, bevor man sich mit den Orchestervariationen von Boris Blacher über Paganinis Solocaprice Nr. 24 auch musikalisch gen Süden orientierte. Nach Aussage des Komponisten sind es »nicht Variationen im klassischen Sinne, sondern 16 Arten, das Thema zu betrachten«. Wie Paganini im Original klingen kann, zeigte danach die amerikanische Geigerin Sarah Chang mit dem ersten Satz aus Paganinis Violinkonzert Nr. 1, dessen technische Herausforderungen die damals 14-Jährige scheinbar mühelos meisterte. Mit demselben Stück und ebenfalls unter Mehtas Leitung hatte sie im Januar 1994 auch in der Berliner Philharmonie debütiert und die Presse im Handstreich erobert: »Hier handelt es sich nicht um ein concertare, ein Wetteifern oder Miteinander-Kämpfen, sondern hier spielt ein einzelner Mensch den Zuhörern vor, was er ihnen mitzuteilen hat, und ein Ensemble hilft dabei, tragend, stützend, akzentuierend, die Affekte vorbereitend, die Empfindungen verstärkend, den Erfolg bestätigend« (Die Zeit).

Zum Schluss erklangen dann die scharfen Rhythmen und Klänge von Strawinskys Petruschka, entstanden 1911 für die berühmten Ballets Russes von Serge Diaghilew, ein Ballett über den »ewig unglücklichen Helden der Jahrmärkte in aller Welt«, der auch diesmal vergeblich um die Gunst der schönen Ballerina buhlt. »Bei dieser Arbeit hatte ich die Vorstellung einer Gliederpuppe, die plötzlich Leben gewinnt und durch das teuflische Arpeggio ihrer Sprünge die Geduld des Orchesters so erschöpft, dass es sie mit Fanfaren bedroht«, erzählte Strawinsky später. In Florenz ging die Sache am Ende gut aus, und für den herzlichen Applaus des Publikum bedankten sich Mehta und die Philharmoniker mit Dvořáks Slawischem Tanz Nr. 8.

EuroArtsAufzeichnung aus dem Palazzo Vecchio, Florenz
© 1995 EuroArts Music International

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