Pangaea Trio Berlin mit Werken von Schostakowitsch, Ravel und Brahms
Das Pangaea Trio Berlin hat sich nach dem Urkontinent benannt, auf dem einst alle Erdteile vereint waren – und unterstreicht damit die multikulturelle Abstammung seiner Mitglieder. Ebenso vielfältig ist dieses Programm: Schostakowitsch war 16 Jahre alt und das erste Mal verliebt, als er sein verträumtes Klaviertrio Nr. 1 schrieb. In Ravels Klaviertrio paaren sich französische Eleganz und baskische Rhythmen. Brahms’ Klavierquintett steht im Zeichen deutscher Spätromantik – dunkel, nachdenklich, dramatisch.
Sein Erstes Klaviertrio widmete der 17-jährige Musikstudent Schostakowitsch Tatjana Glivenko, in die er sich während eines Kuraufenthalts auf der Krim verliebt hatte. Der für den Komponisten eher untypische romantische Tonfall zeigt sich besonders im schwelgerischen zweiten Thema. Die zuspitzend-humoristische Verarbeitung des ersten Themas wiederum weist bereits auf Schostakowitschs späteren Stil voraus.
Maurice Ravel vollendete sein lange geplantes Klaviertrio 1914 im Baskenland, der Heimatregion seiner Mutter. Während der Komposition brach der Erste Weltkrieg aus. Ravel – der sich freiwillig zum Kriegsdienst gemeldet hatte – erledigte daraufhin eine Arbeit in fünf Wochen, die ihn sonst fünf Monate gekostet hätte, wie er dem Kollegen Igor Strawinsky schrieb. Die delikate Klangtextur des Trios ist von Arpeggien, Flageoletts und Pizzicati geprägt. Der raffinierte zweite Satz mit dem Titel Pantoum orientiert sich an der Struktur der gleichnamigen malaysischen Gedichtform.
Sein einziges Klavierquintett hatte Johannes Brahms zunächst als Streichquintett mit zwei Celli konzipiert – eine ungewöhnliche Besetzung, die auf Franz Schubert verweist. Umso deutlicher wird dieser Bezug durch Zitate aus Schuberts Streichquintett, die Brahms diskret in seine Komposition einflocht. Bevor das Werk zum heute so beliebten Klavierquintett wurde, fertigte Brahms noch eine Version für zwei Klaviere an. Neben dem großen thematischen Einfallsreichtum ist es besonders die mal kammermusikalische, mal regelrecht orchestrale Verschmelzung von Klavier und Streichern, die die Wirkung des Werks ausmacht. Der symphonische Anspruch spiegelt sich auch in der Gestaltung der vier Sätze: Von tiefem Ernst ist der Kopfsatz geprägt – ein Tonfall, den die Einleitung zum Finale zyklisch wieder aufgreift. Die Mittelsätze sind ein anmutiges Andante und ein originell mit einer Synkope anhebender Ländler mit melancholischer Note. Den stärksten Kontrast zur vorwiegend abgedunkelten Stimmung stellt erst das volkstümliche Thema des Finales dar.
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