Weihnachtsangebot
12-Monats-Ticket + 2 DVDs mit Kirill Petrenko / € 149
Jetzt bestellen
Konzert-Archiv
Herbert von Karajan in der Digital Concert Hall
Herbert von Karajan
Chefdirigent 1956–1989

Herbert von Karajan ist bis heute ein Synonym für klassische Musik. In seinem Streben nach einem Legato-Klang von jenseitiger Schönheit, dem die Anstrengungen der Tonerzeugung nicht ansatzweise anzumerken sind, steht er für einzigartige Perfektion. Sein Instrument, mit dem er diese Vollendung erreichte, waren die Berliner Philharmoniker, die er von 1956 an als Chefdirigent leitete – ab 1963 in der spektakulär schönen Berliner Philharmonie.

mehr lesen

Indessen erschöpfen sich Karajans Interpretationen nicht im Oberflächenglanz. Vielmehr ließ er sich von einem faszinierenden künstlerischen Konzept leiten, das darauf abzielte, die Qualitäten seiner großen Vorbilder Wilhelm Furtwängler und Arturo Toscanini zu vereinen. Er bewunderte die Transparenz und Direktheit in Toscaninis Stil, stellte aber auch fest: »Rafinesse war seine Sache nicht.« Ebenso vermisste er an ihm eine Qualität Furtwänglers: »Bei ihm fehlte die Linie – das, was zwischen den Zeilen steht, jene Elastizität Furtwänglers, die ich unglaublich bewunderte«. Karajan hatte seinerseits die Idee, die Qualitäten Toscaninis und Furtwänglers zu vereinen: »Ich sagte mir, es müsse möglich sein, diese beiden Dinge zusammen zu führen: Präszision und Elastizität. Ich glaube nicht, dass eines das andere ausschließt.«

An diesem Ziel arbeitete Karajan unermüdlich und kompromisslos. Mit unangreifbarer Autorität gebot er über das Orchesterpodium – wobei ihm immer bewusst war, wann er seinen Musikern Raum zur freien Entfaltung geben musste. Der Dirigent hat dafür gern ein Bild aus dem Reitsport herangezogen: »Wenn du über einen Zaun springen willst, versuche nicht das Pferd zu tragen, es wird dich tragen«. Entsprechend hat Karajan kaum je eine Partitur en détail durchgeprobt, sondern sich – wie Furtwängler – auf die kritischen Punkte einer Partitur konzentriert, speziell auf die Übergänge. Er hat seine Musiker in Position gebracht – springen mussten sie selbst. Dieses Konzept von präziser Planung und Spontaneität lässt sich eindrucksvoll in Karajans besten Aufnahmen nachvollziehen, die zugleich durch straffe Konzeption und freies Aufblühen des Klangs bestechen.

Karajans Videoproduktionen unterstreichen noch einen weiteren Aspekt seines Musizierens: das bruchlose Miteinander des Dirigenten und seines Orchesters. Karajan verfolgte mit diesen Filmen ein besonderes ästhetisches Konzept, in dem keineswegs die Dokumentation eines Live-Ereignisses im Zentrum stand. Tatsächlich sind dies zumeist Studioproduktionen, in denen jede Einstellung genau geplant und oft mit separaten Takes aufgezeichnet wurde. Dabei wurden die Musiker so gruppiert, dass sie kaum als Individuen wahrzunehmen sind, vielmehr als homogene Blöcke eines »Orchesterapparats«: Die Berliner Philharmoniker werden zu einem einzigen, gewaltigen Instrument. Karajan selbst steht nicht eigentlich vor seinen Musikern, sondern meistens – auf ebenfalls nicht ganz realitätsnahe Weise – in ihrem Zentrum.

Das alles vermittelt eine fast entrückte, artifizielle Ästhetik – und zugleich ein »Einswerden« von Dirigent und Orchester. Damit ist einer der glücklichsten Aspekte ihrer Zusammenarbeit benannt. Gerade zur Entstehungszeit dieser Filme gab es zwischen Herbert von Karajan und den Berliner Philharmonikern ein beispielloses Geben und Nehmen. Das Orchester setzte vollendet die Vorstellungen seines Chefs um, der sich seinerseits vom klanglichen Potenzial seiner Musiker inspirieren ließ. Es ist das Verdienst dieser Aufnahmen, diese besonders fruchtbare Phase von Karajans Berliner Jahren für die Nachwelt zu dokumentieren.

weniger lesen



Sir Simon Rattle erinnert sich an Herbert von Karajan


Trailer: Herbert von Karajan dirigiert Brahms’ Erste Symphonie

Konzerte mit Herbert von Karajan in der Digital Concert Hall

Karajan dirigiert das Silvesterkonzert 1978 Zum Konzert
Aufführung und Gespräch: Karajan dirigiert Dvořáks Symphonie Nr. 9 Zum Konzert
Karajan dirigiert Brahms’ Symphonien Nr. 1–4 Zum Konzert
Karajan dirigiert Beethovens Symphonien Nr. 3 & 7 Zum Konzert
Karajan dirigiert Beethovens Sechste Symphonie Zum Konzert
Karajan dirigiert Beethovens Neunte Symphonie Zum Konzert
Karajan dirigiert Beethovens Symphonien Nr. 2 & 8 Zum Konzert
Karajan dirigiert Beethovens Symphonien Nr. 1 & 4 Zum Konzert
Karajan dirigiert Beethovens Fünfte Symphonie Zum Konzert
Karajan und Weissenberg interpretieren Tschaikowsky und Rachmaninow Zum Konzert
Karajan dirigiert Ravel und Debussy Zum Konzert
Karajan dirigiert Brahms’ »Deutsches Requiem« in Salzburg Zum Konzert
Gespräch, Meisterkurs und Konzert: Karajan dirigiert Beethovens Symphonie Nr. 5 Zum Konzert
Karajan dirigiert Bach Zum Konzert
Karajan dirigiert Tschaikowskys Symphonien Nr. 4–6 Zum Konzert
Herbert von Karajan und Mstislav Rostropovich mit Strauss’ »Don Quixote« Zum Konzert
Karajan dirigiert Beethoven, Weber, Rossini und Wagner Zum Konzert
Karajan dirigiert Beethovens Neunte Symphonie im Silvesterkonzert 1977 Zum Konzert
Karajan dirigiert Beethovens »Missa solemnis« in Salzburg Zum Konzert

Unitel In Kooperation mit Unitel