Bis 24. August 10% Frühbucher-Rabatt auf das 12-Monats-Ticket

Karajan – Schönheit, wie ich sie sehe

Ein Film von Robert Dornhelm (2008)

Herbert von Karajan, Brigitte Fassbaender, Klaus Geitel, Clemens Hellsberg, Ioan Holender, Gundula Janowitz, Mariss Jansons, Fritz Kaiser, Joachim Kaiser, Arabel von Karajan, Isabel Karajan, Jewgenij Kissin, René Kollo, Christa Ludwig, Ewald Markl, Yehudi Menuhin, Anne-Sophie Mutter, Seiji Ozawa, Sir Simon Rattle, Werner Resel, Helmut Schmidt, Georg Solti, Christian Thielemann

90 Min.

Herbert von Karajan war ein außergewöhnlicher Musiker, der in einer außergewöhnlichen Zeit lebte. 1908 in Salzburg geboren, beobachtete er als Sechsjähriger während eines Familienurlaubs an der Adria jenen Schiffskonvoi, der im Juli 1914 die Leichen des ermordeten österreichischen Thronfolgers und seiner Frau von Sarajewo nach Triest überführte. Er erlebte zwei Weltkriege, den Kalten Krieg und das Wirtschaftswunder in Nachkriegsdeutschland, und er starb nur wenige Wochen vor dem Fall der Berliner Mauer.

Um ein solches Leben in die richtige Perspektive zu rücken, braucht es Zeit. Schon zu seinen Lebzeiten wurde viel über Karajan geschrieben, wobei das öffentliche Bild allerdings oft in die Irre führte. Nur wenige Menschen jenseits des engsten Kreises seiner Familie, seiner Freunde und bevorzugten Musikerkollegen kannten den Mann hinter dem Image.

Durch Robert Dornhelms Dokumentation, 2008 aus Anlass des 100. Geburtstages von Karajan erschienen, erhielt ein breites internationales Publikum erstmals einen schlüssigen und umfassenden Blick auf das Phänomen »Karajan«. Weder das Interesse an seiner Person noch die Verkaufszahlen seiner Aufnahmen hatten in der Zeit seit seinem Tod im Jahr 1989 spürbar nachgelassen. Gleichzeitig waren große Mengen Archivmaterial aufgetaucht, darunter viele bislang unbekannte Probenmitschnitte aus verschiedenen Theatern, Aufnahmestudios und Konzertsälen. Zudem gab es neue Forschungserkenntnisse, und 1993 sendete der ORF eine wichtige dreiteilige Dokumentation von und mit Marcel Prawy, in der viele Musiker zu Wort kamen, die Karajan seit den Anfängen seiner Karriere kannten und das Ende des 20. Jahrhunderts nicht mehr erleben sollten.

Dornhelms Film verzichtet auf einen Off-Sprecher und präsentiert stattdessen in einem kontinuierlichen Erzählfluss diese Archivschätze in Kombination mit Aussagen von Sängern, Dirigenten, Orchestermusikern und Familienmitgliedern, die Karajan und seine Arbeit noch selbst erleben durften.