04. Apr 2020

Berliner Philharmoniker

  • kostenlos

    Easter@Philharmonie Festival: Folge 1 (87 Min.)

    Sir Simon Rattle Dirigent, Herbert von Karajan Dirigent, Claudio Abbado Dirigent, Kirill Petrenko Dirigent, Gundula Janowitz Sopran, Marie-Pierre Langlamet Harfe, Martin Löhr Violoncello, Albrecht Mayer Oboe, Sarah Willis Moderation

Die Berliner Philharmoniker bereiteten gerade ihre traditionellen Osterfestspiele in Baden-Baden vor, als auch in Deutschland alle öffentlichen Veranstaltungen wegen der Corona-Krise abgesagt werden mussten. Zum ersten Mal hätte Kirill Petrenko die Festspiele als Chefdirigent leiten sollen, unter anderem mit Aufführungen von Beethovens Fidelio.

Dazu kam es leider nicht: Wie überall auf der Welt mussten auch in Baden-Baden die Konzertsäle geschlossen bleiben. Die Berliner Philharmoniker haben sich in dieser Situation entschlossen, ihrem Publikum in der Digital Concert Hall ein Online-Festival anzubieten, das aus Archivaufnahmen und Filmausschnitten besteht – aber auch aus neuen Interviews und kleinen Kammermusik-Aufführungen, die in der Philharmonie produziert werden.

In der ersten Folge der Reihe stehen Geschichte und Zukunft der von Herbert von Karajan 1967 in Salzburg gegründeten – und 2013 in die Stadt Baden-Baden umgesiedelten – Osterfestspiele im Zentrum. In einem Interview erzählt Kirill Petrenko von seinen Plänen für die kommenden Jahre. So soll 2021 mit Mazeppa zum ersten Mal in der Geschichte der Osterfestspiele eine Oper von Peter Tschaikowsky szenisch realisiert werden. Die philharmonische Hornistin Sarah Willis führt durch die Folge, in der Orchestermitglieder unter anderem französische Kammermusik interpretieren. Zudem berichtet Daniel Stabrawa, Erster Konzertmeister der Philharmoniker, von seinen Erinnerungen an die Ausflüge an die Salzach mit Herbert von Karajan; und Albrecht Mayer, Solooboist des Orchesters, erzählt von unvergesslichen Momenten mit Claudio Abbado, der auch in Probenausschnitten aus der Elektra-Produktion in Salzburg zu erleben ist.

Krisen schärfen das Bewusstsein für jene Aspekte des Lebens, die sich vom Individuum nicht beherrschen und kontrollieren lassen; für jene Instanz also, die man als Schicksal bezeichnet. Darüber hat nicht nur der Jubilar des Jahres 2020, Ludwig van Beethoven, darüber hat auch Peter Tschaikowsky immer wieder in Tönen nachgedacht. Bereits bei den Osterfestspielen 2019 dirigierte Kirill Petrenko in Baden-Baden eine gefeierte Aufführung von Tschaikowskys Fünfter Symphonie. Die erste Folge des Eastern@Philharmonie Festivals beschließt eine Aufzeichnung desselben Werks aus der Philharmonie. Vorangestellt ist ein Gespräch, in dem Kirill Petrenko seine Sicht auf das Werk darlegt. Demnach steht im Zentrum der Symphonie das Thema, das Tschaikowsky »das liebste und das schlimmste« war: nämlich »wie man dem begegnet, was man Schicksal nennt«.