Bis 24. August 10% Frühbucher-Rabatt auf das 12-Monats-Ticket

Simon Rattle dirigiert »Herzog Blaubarts Burg«

18. Mär 2017

Berliner Philharmoniker
Sir Simon Rattle

Emanuel Ax, Rinat Shaham, Gábor Bretz

  • HK Gruber
    Konzert für Klavier und Orchester, Auftragswerk der Stiftung Berliner Philharmoniker gemeinsam mit mit New York Philharmonic, Royal Concertgebouworkest, Stockholm Philharmonic und Tonhalle Orchester Zürich Uraufführung (27 Min.)

    Emanuel Ax Klavier

  • Béla Bartók
    Herzog Blaubarts Burg Sz 48 (68 Min.)

    Rinat Shaham Mezzosopran, Gábor Bretz Bass, Ulrich Noethen Sprecher

  • kostenlos

    Interview
    HK Gruber im Gespräch mit Knut Weber (18 Min.)

Die Musik HK Grubers, die mit Etiketten wie »neoromantisch«, »neotonal«, »neoexpressionistisch« und »neuwienerisch« beschrieben wird, passt in keine Schublade – zu abwechslungsreich und individuell ist das Œuvre des 1943 in Wien geborenen Komponisten, in dem sich die unterschiedlichsten stilistischen Welten bruchlos zusammenfügen. Gruber studierte an der Wiener Musikhochschule Kontrabass, Horn, Klavier und Komposition, spielte als Kontrabassist im ORF-Symphonieorchester und arbeitete als Dirigent mit vielen international renommierten Klangkörpern. In seinem Schaffen orientierte er sich anfangs an den Techniken der Avantgarde, bis er einen Rat von seinem Kollegen Kurt Schwertsik bekam: »Schreibe die Musik, die du hören möchtest.« Diesen Satz bezeichnete Gruber noch 1992 als »einfachste und zugleich wichtigste Antwort auf die Frage meines Lebens«. Seinen Durchbruch hatte er mit dem 1978 uraufgeführten »Pan-Dämonium« Frankenstein!!, das von einem typisch wienerisch-schwarzen Humor geprägt ist. Gruber hat nun ein neues Klavierkonzert komponiert, das unter der Leitung von Sir Simon Rattle in der Berliner Philharmonie erstmals zu hören sein wird. Solist ist kein Geringerer als Emanuel Ax, dessen Interpretationen viele Rezensenten zu Vergleichen mit den berühmtesten Klaviervirtuosen des 20. Jahrhunderts animiert haben. Ax, der in der Spielzeit 2005/2006 Pianist in Residence der Berliner Philharmoniker war und den eine rund 25-jährige Zusammenarbeit mit dem Orchester verbindet, hat sich in den letzten Jahren besonders der Gegenwartsmusik zugewandt und neue Werke von John Adams, Christopher Rouse und Thomas Adès uraufgeführt.

Anschließend steht mit Rinat Shaham (Mezzosopran) und Gábor Bretz (Bass) Béla Bartóks Operneinakter Herzog Blaubarts Burg auf dem Programm: ein symbolistisches Seelendrama, in dem sich die äußere Handlung zugunsten des »drame interieur« auf ein Minimum reduziert, da der Komponist in eigenen Worten das an Maurice Maeterlincks Bühnenmärchen Ariane et Barbe-Bleue angelehnte Mysterienspiel des ungarischen Avantgardisten Béla Balázs mit »klangfarbensymbolischer Tiefendimension« versah. Dementsprechend spielt sich das eigentliche Drama, die psychologische Konfrontation zwischen den beiden Akteuren Blaubart und Judith, auch vornehmlich im Orchester ab: Neben deskriptiv-narrativen Abschnitten, musikalischen Bildern, die im Verlauf der Oper eine fantastisch gefärbte Traumwelt schaffen, findet sich auch eine Reihe von längeren symphonischen Passagen, welche die dramatische Opernhandlung begleiten, ergänzen und das Vokale äußerst plastisch weiterführen.

Lichter und Schatten der Nacht

HK Gruber und Béla Bartók bahnen sich Wege ins Freie

Wien und Budapest, Solokonzert und Musiktheater, 2016 respektive 1911. Und welcher Gegensatz der Tonfälle und Stimmungen: HK Grubers neue Schöpfung, das erste Klavierkonzert des 1943 geborenen Komponisten, präsentiert sich als quirlig-betriebsames, von Beginn an doppelbödiges Werk, in dem aber dennoch das Heitere überwiegt. Beständig ändert es seine Gangart. Béla Bartóks einaktiges Zweipersonendrama Herzog Blaubarts Burg dagegen führt hinab in die Innenwelt eines feuchten alten Gemäuers. In Räume mithin, in denen nur tastende und gravitätische Bewegungen möglich scheinen, während jeder Lichteinfall von außen zum Ereignis wird. Gegensätzlichere Temperamente als das des begnadeten Kommunikators und sinnenfroh-subversiven Erzmusikanten Gruber und jenes des verschlossenen, stets bohrend ernsten Asketen Bartók lassen sich kaum denken. Und doch: Was die beiden Meister eint, ist ihre Entschlossenheit, die Kluften zwischen ganz unterschiedlichen musikalischen Kulturen zu überbrücken.

Solo- und Orchesterpart symphonisch verklammernd: HK Grubers Klavierkonzert

Der künstlerische Durchbruch Heinz Karl Grubers ist genau datierbar. Es war Ende November 1978, als der 23-jährige Simon Rattle in Liverpool Frankenstein!! zur sensationellen Uraufführung brachte, Grubers »Pandämonium« nach den skurrilen Kinderreimen des Dichters H. C. Artmann. Zu dessen surrealen Verballhornungen naiver Verse, hinter denen sich mehr oder minder chiffrierte politische Statements verbargen, hatte »Nali«, wie er bis heute allgemein genannt wird, eine nicht minder satirische, unmittelbar zugängliche Musik geschrieben. Schwarzer Humor und dadaistischer Übermut mischten sich darin mit der Lust an der gekonnt aufgespießten Trivialität.

Als Kind war Gruber mit den Wiener Sängerknaben durch die Welt gereist. Bereits im Alter von 17 Jahren trat er eine Orchesterstelle als Kontrabassist an; den Posten des Solobassisten beim Radiosinfonieorchester Wien gab er erst 1997 auf. Als Komponist Schüler unter anderem von Gottfried von Einem, wuchs der hochbegabte junge Musiker in eine Zeit hinein, in der die autoritäre Attitüde der Avantgarde mit ihrer »Strukturtyrannei« nach Grubers Erleben beinahe zur »Ersatzreligion« geworden war. Auch Gruber wurde durch serielle Kompositionstechniken geprägt, er wendet sie partiell bis heute an. Doch das Bedürfnis nach einfacheren, tonalen, kommunikativeren Ausdrucksformen und die Sympathie für Jazz, Pop und Blues waren stärker. Als besten Rat, den er je bekommen habe, hat Gruber denn auch den Hinweis seines Kollegen Kurt Schwertsik bezeichnet, er solle doch einfach die Musik schreiben, die er selbst hören wolle. 1968 gründeten Gruber, Schwertsik und Otto M. Zykan das Ensemble MOB art & tone ART, in dem sie neue Formen szenisch-musikalischer Darstellungen erprobten; in dieser Formation begann Grubers Laufbahn als Chansonnier.

Grubers charakteristische Verbindung von Cabaret-Sound und seriösem Konzertsaalton prägt auch das Klavierkonzert für den Pianisten Emanuel Ax. Die Anforderungen für einen rein »klassisch« sozialisierten Solisten sind hoch: Dass er an rhythmische Schwierigkeiten, wie sie die ständigen Taktwechsel und unregelmäßigen Metren der von Jazzelementen durchzogenen Partitur aufwerfen, nicht gewöhnt sei, hat Ax vor der Uraufführung in New York freimütig eingestanden – um sie dann, nach allgemeiner Ansicht der Kritiker, umso souveräner zu bewältigen.

Kreativer Ausgangspunkt des neuen Werks, so Gruber, war eine Schlüsselsituation in seiner 2014 in Bregenz erstmals herausgebrachten Oper Geschichten aus dem Wiener Wald nach dem Volksstück von Ödön von Horváth. Die fragliche Szene spielt im Maxim, dem legendären Wiener Nachtlokal; dabei kommt es zum überraschenden Zusammentreffen zwischen dem hartherzigen sogenannten Zauberkönig und dessen Tochter Marianne, dem einstigen »süßen Wiener Mädel«, das dort inzwischen als Nackttänzerin arbeitet. »Als ich die Oper auf der Bühne sah, war ich fasziniert davon, wie die Shimmy-Musik, die von der Band gespielt wird, in sich simpel und emotionslos ist, während sie doch einen kraftvollen Kontrapunkt zum im Vordergrund sich abspielenden Drama bildet«, hat Gruber bemerkt. Das Mit- und Gegeneinander der beiden Ebenen habe als Knospe fungiert, aus der sein Instrumentalwerk herauswachsen konnte, so der Komponist. Der Tradition des Solo- und Orchesterpart symphonisch verklammernden Konzerts folgend, nutzt Gruber das Orchester »als eine Echokammer für das Material des Pianisten, dessen ›sachlicher‹ Vortrag in den gestimmten Perkussionsinstrumenten und der Harfe widerhallt«. Die formale Entwicklung in relativ kurzen Abschnitten und wechselnden Tempi bezeichnet er als eine »Kette von entwickelnden Variationen«, wodurch so etwas wie »eine Sinfonietta mit Soloklavier« entstehe.

Herzog Blaubarts Burg – ein Seelendrama

Béla Bartóks Umformung archaischer, den Volkskulturen des Balkans entstammender Elemente in eine dezidiert moderne Ausdrucksweise entspricht einem allgemeinen Trend der klassischen Moderne. Béla Balázs, der Librettist des Blaubart, verfolgte als Literat ähnliche Ziele. Den Stoff selbst entnahm er der bekannten Märchensammlung Les Contes de ma mère l’Oye von Charles Perrault aus dem Jahre 1697. Auf der Suche nach einem spezifisch ungarischen Deklamationsstil griff er in seiner Schauspielfassung auf das »Rohmaterial der Szekler Volksballaden« zurück, auf »dunkle, gewichtige, unbehauene Wortblöcke«, wie er es selbst ausdrückte, um daraus »moderne, intellektuelle innere Erlebnisse zu gestalten«. Bartók übersetzt dies in einen Rezitationston in engen Intervallen mit pentatonischem Einschlag und dem typisch ungarischen Akzent auf den ersten Silben.

Als entschiedener Gegner des Realismus sprach sich Balázs für einen Dramentypus aus, der vor allem die übersinnlichen Kräfte herausarbeitete, die auf den Menschen einwirken. »Meine Ballade ist die ›Ballade des Innenlebens‹«, erklärte der Autor. »Blaubarts Burg ist keine wirkliche Burg aus Stein. Diese Burg ist seine Seele. Sie ist einsam, dunkel und verschlossen: die Burg der verschlossenen Türen.« Judith will nichts anderes, als Licht und Wärme in die Innenwelt ihres geheimnisvollen Geliebten zu bringen. Im Gegenzug dazu verlangt sie Zugang zu den sieben Räumen hinter den schweren Türen seiner Halle.

Souverän disponiert Bartókdie Großform des 1911 entstandenen, rund einstündigen Dramas. Wie in einer Suite reiht er die Szenen aneinander, wobei er die hinter den sieben Türen sich bietenden Sinneseindrücke mit illusionistischem Können einfängt. Mögen die klingenden Darstellungsmittel im Falle der Waffenkammer (Blechbläserfanfaren) oder bei den Gärten (filigrane Naturlaute) auch relativ konventionell wirken, so überrascht doch stets die Finesse der Instrumentation. Exakt austariert ist dabei das Verhältnis von Hell und Dunkel: Die Düsternis des anfänglichen fis-Moll hellt sich durch das Öffnen der Türen Schritt für Schritt auf. Diese Zunahme des Lichts wird durch ein harmonisches Ansteigen abgebildet, bis mit der fünften Tür und dem Blick auf Blaubarts Ländereien C-Dur erreicht ist. Parallele Durdreiklänge des Orchesters mit Unterstützung der Orgel geben Blaubarts prahlerischen Stolz wider; die Klangpracht des Orchesters trifft auf eine schlichte pentatonische Melodie.

Judith, längst tief verängstigt, reagiert einsilbig mit einer dissonierenden Phrase. Mit dem Öffnen der sechsten Tür, dem Durchgang zum Tränensee, beginnt sich die Szene wieder zu verdunkeln. Das anfängliche fis-Moll wird zum unausweichlichen Zielpunkt der Entwicklung. Harmonik und Lichtdramaturgie gehen Hand in Hand und schließen sich zu einer symmetrischen Anlage zusammen. Blaubarts frühere Frauen sind nicht tot, wie das überall an seinem Besitz klebende Blut – scharfe Sekundreibungen als Leitmotiv – hatte vermuten lassen. »Sie leben, leben, alle leben!«, stellt Judith beim Öffnen der siebten Tür fest. Allerdings sind sie nicht mehr als kalte, mit Kronen und Schätzen beladene Statussymbole ihres Besitzers. Sie selbst darf nun eine von ihnen werden. Alle Türen haben sich wieder geschlossen – die ewige Nacht des Eheunglücks kann beginnen.

Anselm Cybinski

Emanuel Ax, 1949 in der heutigen Ukraine geboren und schon als Kind in Warschau musikalisch ausgebildet, studierte nach der Übersiedlung seiner Familie in die Vereinigten Staaten bei Mieczyław Munz an der New Yorker Juilliard School. Im Alter von 25 Jahren gewann er den Arthur-Rubinstein-Klavierwettbewerb (Tel Aviv), fünf Jahre später den Avery-Fisher-Preis (New York). Emanuel Ax ist in den internationalen Musikmetropolen und Festivalorten regelmäßig als Konzertsolist der Spitzenorchester sowie mit Klavierabenden und als ambitionierter Kammermusiker zu erleben: Er war langjähriger Duopartner von Isaac Stern und musiziert regelmäßig mit dem Cellisten Yo-Yo Ma sowie den Geigern Jaime Laredo und Itzhak Perlman; mit Yefim Bronfman bildet er ein Klavierduo. Das Repertoire von Emanuel Ax umfasst nicht nur die bedeutenden Werke der Klassik und Romantik, sondern auch viele zeitgenössische Werke; so hat der Pianist in den letzten Jahren Kompositionen von John Adams, Christopher Rouse, Krzysztof Penderecki, Bright Sheng und Melinda Wagner uraufgeführt. Er ist Mitglied der American Academy of Arts and Sciences und Ehrendoktor der Universitäten von Yale und Columbia; seine CD-Einspielungen wurden mehrfach mit dem Grammy Award ausgezeichnet. Bei den Berliner Philharmonikern ist Emanuel Ax seit 1988 wiederholt aufgetreten; in der Saison 2005/2006 war er dem Orchester als Pianist in Residence verbunden. Zuletzt gastierte der Künstler beim Orchester Mitte Juni 2016 in drei von Sir Simon Rattle dirigierten Konzerten als Solist in Werken von César Franck und Maurice Ravel.

Rinat Shaham, in Haifa (Israel) geboren, absolvierte ihr Gesangsstudium am Curtis Institute of Music in Philadelphia. Die Preisträgerin zahlreicher Gesangswettbewerbe wurde außerdem intensiv von der Mezzosopranistin Marilyn Horne an der Music Academy of the West in Santa Barbara betreut. Schon während ihrer Ausbildung gab sie ihr Operndebüt als Zerlina (Don Giovanni) mit der Opera Company of Philadelphia. Es folgten Engagements an verschiedenen US-amerikanischen Bühnen. Auf internationaler Ebene erregte sie 2004 beim Glyndebourne Festival in der Rolle der Carmen die Aufmerksamkeit von Publikum und Kritik. Seither hat sie mit dieser Partie weltweit Erfolge gefeiert. Ebenso überzeugte sie mit ihren Interpretationen der Rosina in Il barbiere di Siviglia, Dorabella in Così fan tutte und Blanche in Dialogues des Carmélites, etwa auf den Bühnen der Berliner Staatsoper unter den Linden, dem Teatro La Fenice in Venedig, dem Palau de Reina Sofia in Valencia und der Wiener Staatsoper. Im Konzertfach gleichermaßen geschätzt, konzertierte die Mezzosopranistin u. a. mit dem New York und dem Los Angeles Philharmonic, dem London Symphony, dem Israel Philharmonic sowie mit Les Arts Florissants. Rinat Shaham arbeitete dabei mit Dirigenten wie André Previn, Christoph Eschenbach, Leonard Slatkin und William Christie zusammen. Im Juni 2005 gab Rinat Shaham ihr Debüt bei den Berliner Philharmonikern, als sie unter Sir Simon Rattles Leitung in Strawinskys Les Noces and Hadyns Harmoniemesse mitwirkte. In Berliner Konzerten des Orchesters war sie zuletzt Ende März 2011 als Page der Herodias in zwei konzertanten Aufführungen der Oper Salome von Richard Strauss zu erleben, die ebenfalls Sir Simon dirigierte.

Gábor Bretz erhielt seine Gesangsausbildung in Los Angeles bei Stephan Czovek sowie in seiner Heimatstadt Budapest am Béla-Bartók-Konservatorium und an der Franz-Liszt-Akademie. 2004 wurde er beim Viotti-Gesangswettbewerb ausgezeichnet, 2005 gewann er den Maria-Callas-Wettbewerb in Athen. Der Bass gastiert regelmäßig an der Ungarischen Staatsoper, weitere Engagements führten ihn u. a. nach New York, Moskau, Zagreb, Mailand, Berlin, Leipzig und Wien sowie zu den Festspielen in Salzburg und Aix-en-Provence. Sein Repertoire umfasst Partien wie Leporello (Don Giovanni), Banquo (Macbeth), Kothner (Die Meistersinger von Nürnberg), Antonio (Le nozze di Figaro), Don Basilio (Il barbiere di Siviglia), Sparafucile (Rigoletto) und Don Fernando (Fidelio) wie auch die Titelrollen in Herzog Blaubarts Burg, Mefistofele und Don Giovanni. An der Bayerischen Staatsoper sang Gábor Bretz 2014 die Rolle des Escamillo (Carmen). Auf dem Konzertpodium war er in so verschiedenen Werken wie den bachschen Passionen, Mozarts Krönungsmesse (unter Helmuth Rilling), Berliozʼ L’Enfance du Christ (unter der Leitung von Sylvain Cambreling) oder Tippetts A Child of our Time zu hören. Bei den Berliner Philharmonikern gastiert Gábor Bretz in diesen Konzerten zum ersten Mal.

Ulrich Noethen, 1959 in Münchengeboren und in Augsburg aufgewachsen, studierte Schauspiel an der Hochschule für darstellende Kunst in Stuttgart. Nach ersten Bühnenerfahrungen als Ensemblemitglied der Städtischen Bühnen Freiburg ging er 1988 nach Köln, wo er u. a. unter der Regie von Frank Castorf und Max Färberböck arbeitete. Von dort wechselte er an die Staatlichen Schauspielbühnen Berlin. Hier machte Noethen in Inszenierungen von Faust, Tod und Teufel und Ein Sommernachtstraum auf sich aufmerksam. Von Mitte der 1990er-Jahre an wurde er durch Fernsehrollen auch einem größeren Publikum bekannt. Sein Kinodebüt gab Ulrich Noethen 1997 in der Rolle des Musikers Harry Frommermann in Joseph Vilsmaiers Comedian Harmonists, für die er mit dem Deutschen und dem Bayerischen Filmpreis ausgezeichnet wurde. In den darauffolgenden Jahren avancierte er mit Rollen in so unterschiedlichen Produktionen wie dem Kinderfilm Das Sams (Bayerischer Filmpreis 2001 als Bester Darsteller), Dani Levys Beziehungsdrama Väter oder Oliver Hirschbiegels Der Untergang (als Heinrich Himmler) zu einem der vielseitigsten Darsteller des deutschen Kinos. In jüngster Zeit war der Schauspieler – außer in diversen TV-Produktionen – in Das Tagebuch der Anne Frank (2016) als Vater Otto Frank auf der Leinwand zu sehen. In Konzerten der Berliner Philharmoniker gibt Ulrich Noethen nun sein Debüt.

Jetzt ansehen

Testen Sie die Digital Concert Hall

Testen Sie die Digital Concert Hall

Sehen Sie ein Konzert mit Symphonien von Ludwig van Beethoven, dirigiert von Sir Simon Rattle.

Kostenloses Konzert ansehen