Mo, 17. September 2012

Berliner Philharmoniker
Sir Simon Rattle

Sir Willard White, Latonia Moore

  • George Gershwin
    Porgy and Bess (konzertante Aufführung) (03:21:42)

    Sir Willard White Bassbariton (Porgy), Andrea Baker Sopran (Serena, seine Frau), Howard Haskin Tenor (Sportin' Life), Latonia Moore Sopran (Bess), John Fulton Tenor (Robbins, ein junger Fischer), Lester Lynch Bariton (Crown), Angel Blue Sopran (Clara, seine Frau), Rodney Clarke Bariton (Jake, Fischer), Michael Redding Bariton (Jim), Tichina Vaughn Mezzosopran (Maria), Cape Town Opera Voice of the Nation Chorus (Bewohner der Catfish Row), Albert Horne Chorus Master

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    Sir Simon Rattle und Sir Willard White im Gespräch mit Sarah Willis (00:17:49)

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    Hinter den Kulissen von »Porgy and Bess« (00:12:24)

Zu den Meilensteinen in Simon Rattles Diskographie gehört seine 1989 erschienene Aufnahme von Gershwins Porgy and Bess - eine Interpretation, die mit Preisen überhäuft wurde, darunter ein Grammy Award. Nun führt Sir Simon das Werk erstmals mit den Berliner Philharmonikern auf. In der Partie des Porgy ist Willard White zu hören, der schon bei Rattles Einspielung mitwirkte und bis heute als perfekte Verkörperung der Rolle gilt. An seiner Seite singt Latonia Moore anstelle von Measha Brueggergosman die Bess. Schon im vergangenen März sorgte Latonia Moore als Einspringerin für Aufsehen, als sie kurzfristig die Rolle der Aida an der Metropolitan Opera übernahm und mit »begeisterten Ovationen« (The New York Times) gefeiert wurde. 

In Gershwins 1934/1935 entstandenem Werk verkörpern die beiden Sänger die Helden einer todtraurigen Liebesgeschichte aus einem Schwarzenviertel in South Carolina. Porgy, ein verkrüppelter Bettler, liebt die schöne, aber labile Bess - so sehr, bis er für sie mordet. Sie wiederum schwankt zwischen ihm und zweifelhaften anderen Männern. Das Werk endet offen, allein mit der Gewissheit, dass die Protagonisten auf dieser Welt kein Glück mehr finden werden. Und wie in anderen großen Opern ist selbst den Liebesszenen eine Ahnung des tragischen Endes bereits eingewoben.

Überhaupt besteht eine Stärke von Porgy and Bess im facettenreichen Ausdruck. Denn über die Liebesgeschichte hinaus gibt es hier eine eindringliche Milieustudie, voller prägnanter Charaktere und Szenen. Entsprechend vielfältig gibt sich die Musik. Diese steht mal dem symphonischen Jazz, mal der italienischen Verismo-Oper nahe - und zerfasert dennoch nie, sondern wird von einem unwiderstehlichen dramatischen Zug zusammengehalten.

Erniedrigte und Beleidigte

Anmerkungen zu George Gershwins Porgy and Bess

In vielem ist die Geschichte Nordamerikas eine Geschichte religiöser, politischer oder ethnischer Minderheiten. Angefangen von den dissidenten Presbyterianern, Quäkern und Katholiken, die im frühen 17. Jahrhundert vor den Diskriminierungen und Verfolgungen, denen sie in der Alten Welt ausgesetzt waren, in die Neue Welt flohen, bis hin zu den Emigranten, die der europäische Faschismus und Antisemitismus über den Atlantik trieben. Aber kaum, dass die Schwachen keine feindliche Gewalt mehr zu fürchten hatten, ihre Fesseln abstreiften und sich vermehrten, da schienen sie ihre eigene Vergangenheit zu vergessen und erhoben ihrerseits Anspruch auf das Recht des Stärkeren: Schon 1619 brachten die Bewohner von Jamestown – der ersten, 1607 gegründeten englischen Siedlung auf amerikanischem Boden – schwarze Sklaven über das Meer, die sie nun ebenso unterjochten wie sie selbst als Presbyterianer vom katholischen König James I. (Jakob I.) unterjocht worden waren. So lehrt uns die Geschichte Amerikas, das doch 1776 als erstes Land der Welt die Menschenrechte erklärte, die traurige Parabel, dass die Macht der einen sich immer auf die Ohnmacht der anderen stützt: der Schwarzen und der Chinesen, der Polen und der Russen, der Italiener und der Puerto Ricaner, der Juden und der Indianer, der »Erniedrigten und Beleidigten«.

Den schwarzen Sklaven von Jamestown waren bald andere gefolgt, hunderte, tausende; Ende des 18. Jahrhunderts waren es 700.000, 1850 zweieinhalb Millionen. Deutlich war dabei das Nord-Süd-Gefälle: In den Nordstaaten, wo die Sklaverei bereits weitgehend abgeschafft war, kamen 1830 auf sechseinhalb Millionen Weiße 120.000 Schwarze, in den Südstaaten dagegen auf knapp vier Millionen Weiße 2,2 Millionen Schwarze. Schon 1754 hatte sich John Woolman in seinen Considerations on the Keeping of Negroes entschieden gegen die Sklaverei gewandt. Dieselbe Ablehnung findet sich 1835 in Alexis de Tocquevilles Schrift Über Demokratie in Amerika; im Kapitel über die »Stellung der schwarzen Rasse in den Vereinigten Staaten« kommt der Autor zu dem Schluss, dass »die Sklaverei inmitten der demokratischen Freiheit und der Bildung unseres Zeitalters als Einrichtung nicht fortbestehen kann. Sie wird entweder durch den Sklaven oder durch den Herrn ihr Ende finden. In beiden Fällen aber steht großes Unheil bevor.« Das Unheil, das de Tocqueville vorausgesehen hatte, war der Sezessionskrieg, der zwischen 1861 und 1865 Amerika in zwei feindliche Lager spaltete; er endete zwar mit dem Sieg der Nordstaaten und der Aufhebung der Sklaverei, doch der tief verwurzelte Glaube der Weißen an ihre Herrenrechte und ihre Verachtung für die Schwarzen ließen sich nicht einfach per Gesetz abschaffen.

Der einzige Bereich, in dem die Schwarzen (wenn überhaupt) toleriert und akzeptiert wurden, war die Musik; Gospel, Spiritual, Ragtime, Blues und andere Formen der schwarzamerikanischen Musik, vor allem aber der Jazz hatten im letzten Viertel des 19. Jahrhunderts vom Süden aus ihren Siegeszug angetreten und waren in den Roaring Twenties überall in den Vereinigten Staaten verbreitet. Ihr Einfluss auf die »weiße« Musik war unüberhörbar, blieb aber in vielem oberflächlich. Gerade wenn man im Genre des Musicals – der ureigensten Form des amerikanischen Musiktheaters – der Adaptation schwarzamerikanischer Musik nachspürt, zeigt sich, dass diese oft nur als Klangkulisse fungiert, ähnlich wie Exotismen und Orientalismen in der französischen Musik der Jahrhundertwende. Lediglich zwei Werke heben sich von dieser Oberflächlichkeit ab: thematisch Kurt Weills »Musical Tragedy« Lost in the Stars (1949), eine bittere Anklage gegen die südafrikanische Apartheid, und musikalisch George Gershwins »American Folk Opera« Porgy and Bess. Gershwins Stoffvorlage bildeten der Roman Porgy (1925) von Edwin DuBose Heyward und dessen gleichnamige, mit dem Pulitzer-Preis ausgezeichnete Bühnenfassung, die der Autor zwei Jahre später gemeinsam mit seiner Frau Dorothy eingerichtet hat.

Als der 35-jährige Gershwin Anfang 1934 mit der Vertonung von Porgy and Bess begann, gehörte er bereits zu den erfolgreichsten Broadway-Komponisten seiner Generation. Natürlich war Heyward von der Idee einer Zusammenarbeit mit Gershwin begeistert; er kürzte sein Theaterstück um fast die Hälfte, fügte aber – beraten von Gershwins Bruder Ira, der selbst einige Texte schrieb – eine Reihe von Songtexten hinzu. Ebenso wie Heywards Roman und Schauspiel ist das Libretto durchweg im Dialekt der Gullahs gehalten, der Nachfahren eines ursprünglich wohl in Angola ansässigen Bantustamms, die im 18. Jahrhundert als Sklaven in die Neue Welt deportiert worden waren und im Bundesstaat South Carolina die Mehrheit der schwarzen Bevölkerung ausmachen. Schauplatz der Handlung ist die Küstenstadt Charleston, wo Heyward 1885 geboren wurde; Leben, Sprache und Gebräuche der Gullahs hatte der Romancier als Aufseher einer Baumwollplantage kennengelernt.

Damit auch Gershwin mit dem Milieu seiner Oper vertraut werden konnte, verbrachte er den Sommer 1934 auf Folly Island, einer kleinen Insel unweit von Charleston. Doch trotz der umfangreichen Skizzen, die hier entstanden, entschied sich der Komponist dafür, keine authentischen Materialien zu verwenden; »Porgy and Bess ist eine Volksoper«, schrieb er später in seinem Essay Rhapsody in Catfish Row; »ich habe ganz bewusst keine originalen Volksliedmelodien verarbeitet, um die Geschlossenheit der Musik zu gewährleisten. Aber die Spirituals und Songs sind Volksmusik, auch wenn ich sie selbst geschrieben habe.« Gershwins durchkomponierte, quasi veristische Vertonung orientiert sich an den verschiedensten musikalischen Stilrichtungen; expressionistische Symphonik steht neben Songs in der Tradition der Broadway-Revuen und Musicals (wie Crowns »Red-headed woman« oder Sporting Lifes »It ain’t necessarily so«), sentimentaler Lyrismus (wie in dem Liebesduett »Bess, you is my woman now« oder im berühmten »Summertime« Claras) neben Spirituals in teilweise höchst komplizierten Sätzen (»Where is brudder Robbins«, »Gone, gone, gone« oder »Oh, Doctor Jesus«). Die Jazzeinflüsse, die gleich zu Beginn im Klavierblues des ersten Aktes anklingen, sind dabei ebenso stilisiert wie die »Worksongs« der Fischer oder die afroamerikanischen Rhythmen des zweiten Akts.

Im Sommer 1935 war die Partitur von Porgy and Bess vollendet, und eine Vorpremiere am Bostoner Colonial Theatre erzielte am 30. September 1935 einen glänzenden Erfolg. Todd Duncan und Anne Brown sangen die Titelrollen, Serge Soudeikine (dessen Frau Vera 1940 Igor Strawinsky heiratete) hatte das Bühnenbild entworfen, Rouben Mamoulian zeichnete für die Regie verantwortlich. Doch die eigentliche Uraufführung, die am 10. Oktober am New Yorker Alvin Theatre stattfand, wurde ausgesprochen kühl aufgenommen; die Kritik, ohnehin voreingenommen aufgrund des »schwarzen Sujets«, verurteilte das Werk als »halbherzige Mischung aus Musical und Oper«, und nach nur 124 Vorstellungen – extrem wenig für eine Broadway-Inszenierung – wurde Porgy and Bess wieder abgesetzt. Gershwin versuchte zwar, durch eine Konzertsuite auch der Bühnenfassung zum Durchbruch zu verhelfen; aber es war ihm nicht mehr vergönnt, den Welterfolg seines letzten Bühnenwerks zu erleben, den erst Neuproduktionen in Maplewood/New Jersey (1941) und am New Yorker Majestic Theatre begründeten, wo Porgy and Bess vom 22. Januar 1942 an für acht Monate auf dem Spielplan stand. Am 27. März 1943 fand in Kopenhagen (trotz aller Versuche der Nazibesatzung, die »jüdische Negeroper« zu boykottieren) die europäische Erstaufführung statt, und spätestens seit der Welttournee der Everyman Opera Company (1952–1955, mit William Warfield und Leontyne Price in den Titelrollen) gehört Porgy and Bess zu den meistgespielten Opern des 20. Jahrhunderts.

Michael Stegemann

Andrea Baker, geboren in Massachusetts (USA), studierte Gesang an der Boston Conservatory Extension School und war Stipendiatin u. a. beim Aspen Music Festival in Colorado. 1994 wurde sie bei den Metropolitan Opera National Auditions ausgezeichnet und begann ihre Bühnenlaufbahn an der San Francisco Opera als Schwertleite (Die Walküre). Es folgten die Titelrollen in Ariodante und Xerxes an der San Francisco Pocket Opera. Sie gab ihr Deutschlanddebüt als Klytämnestra (Elektra) in Augsburg und trat im dortigen Ring des Nibelungen als Fricka, Erda und Waltraute auf. 1998 wurde sie an die Städtischen Bühnen Nürnberg engagiert und war dort bis 2002 u. a. als Komponist (Ariadne auf Naxos), Herodias (Salome) und Carmen zu erleben. Beim Festival von Aix-en Provence (2007) und bei den Salzburger Osterfestspielen (2008) sang sie im Rahmen ihrer ersten Zusammenarbeit mit den Berliner Philharmonikern in der von Sir Simon Rattle dirigierten Walküren-Produktion die Partie der Schwertleite, mit der sie Mitte Mai dieses Jahres auch bei der konzertanten Aufführung der Oper in der Berliner Philharmonie zu erleben war – wiederum unter Sir Simons Leitung. Weitere Verpflichtungen führten Andrea Baker vor allem als Wagner-Interpretin, aber auch mit Partien wie dem Tamerlano in Händels gleichnamiger Oper, der Küsterin (Jenůfa), der Amneris (Aida) und der Serena (Porgy and Bess) an renommierte Opernhäuser in aller Welt. Im Konzertfach gastierte die Mezzosopranistin z. B. bei den Londoner BBC Proms, beim Philharmonia Orchestra und beim London Symphony Orchestra, beim Orchestra dell’Accademia Nazionale di Santa Cecilia in Rom und beim Konzerthausorchester in Berlin.

Die kalifornische Sopranistin Angel Blue erhielt ihre Ausbildung an der Universität in Redlands und beendete das Studium mit einem Master of Music an der University of California. Sie war Mitglied des Domingo-Thornton Young Artist Program der Los Angeles Opera und gehörte zu den Artistas de la Academia »Placido Domingo« am Palau de les Arts in Valencia. In der Saison 2008/2009 debütierte sie an der San Francisco Opera als Clara (Porgy and Bess) und übernahm die Sopran-Partie in Arthur Honeggers Symphonischem Psalm König David in Valdosta (Georgia). In der folgenden Spielzeit gab Angel Blue Konzerte mit dem Riverside Philharmonic Orchestra und dem Orquesta Clásica de España, nahm an der Giro Italia-Tournee des Rossini-Experten Alberto Zedda teil und sang gemeinsam mit dem Bariton Thomas Hampson im Rahmen einer Gala in Budapest. Zudem debütierte die Sopranistin, die mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet wurde, am Palau de les Arts als Micaëla (Carmen) an der Seite von Marcelo Alvarez und Elīna Garanča unter der Leitung von Zubin Mehta. Die Giulietta in Offenbachs Les contes d’Hoffmann gestaltete sie inzwischen am Theater an der Wien. Angel Blues breit gefächertes Repertoire umfasst überdies die Titelpartien in Suor Angelica, Alcina und Lucia di Lammermoor, die Rollen der Jenny (Die Dreigroschenoper), der Mimi und der Musetta (La Bohème), der Helena (A Midsummer Night’s Dream), der Liu (Turandot), der Gräfin Almaviva (Le nozze di Figaro) sowie der Donna Elvira und der Donna Anna in Don Giovanni. Bei den Berliner Philharmonikern ist die Künstlerin erstmals zu Gast.

Measha Brueggergosman, 1977 im kanadischen Fredericton (New Brunswick) geboren, studierte nach frühem Klavier- und Gesangsunterricht an der Universität Toronto, bevor sie ihre Ausbildung bei der Liedexpertin Edith Wiens in Deutschland vervollkommnete. In Opernproduktionen stand die Sopranistin u. a. als Elektra (Idomeneo), Madame Lidoine (Dialogues des Carmélites), Liu (Turandot) und Sister Rose (Dead Man Walking) auf der Bühne. Zudem gab sie Liederabende in der New Yorker Carnegie Hall, im Kennedy Center (Washington), in der Londoner Wigmore Hall sowie in Edinburgh, in Verbier, beim Bergen International Festival und in der Sibelius-Akademie in Helsinki. Measha Brueggergosman tritt regelmäßig als Gastsolistin international renommierter Orchester auf; dabei hat sie mit Dirigenten wie Daniel Barenboim, Daniel Harding, Michael Tilson Thomas, Franz Welser-Möst und Sir Andrew Davis zusammengearbeitet. In Gerard Mortiers erster Produktion am Teatro Real in Madrid übernahm Measha Brueggergosman die Partie der Jenny in Kurt Weills Oper Aufstieg und Fall der Stadt Mahagonny. In Konzerten der Berliner Philharmoniker ist die Sängerin, die mit zahlreichen internationalen Preisen ausgezeichnet wurde, nun erstmals zu erleben.

Der Brite Rodney Clarke hat sich mit einem Repertoire, das von Bach, Händel und Mozart bis zu neuen Werken von Errollyn Wallen, Jonathan Dove und Dominique le Gendre reicht, den Ruf eines äußerst vielseitigen Sängers erworben. Er studierte an der Londoner Royal Academy of Music und debütierte kurz nach dem Abschluss seiner Ausbildung bei den BBC Proms als Ferryman in Brittens Curlew River. Der Bariton ist an der English National Opera, der Welsh National Opera, der Glyndebourne Festival Opera und mit der Birmingham Opera Company sowie an der Opéra national de Lyon, am Châtelet Théâtre musical de Paris und an Den Norske Opera aufgetreten – in Partien wie Guglielmo (Così fan tutte), Papageno (Die Zauberflöte), Mercurio (L’incoronazione di Poppea), Aeneas (Dido and Aeneas), Junius (The Rape of Lucretia), Jake (Porgy and Bess), Marquis d’Obigny (La Traviata), Escamillo (Carmen) und Hérode (Hérodiade). Im Rahmen der ROH2 Exposure series am Royal Opera House, Covent Garden, gestaltete der Sänger in Stephen McNeffs Oper The last King of Scotland die Rolle des Idi Amin. St. John’s Smith Square, die Royal Festival und die Royal Albert Hall sowie die Cadogan und die Wigmore Hall sind Londoner Konzertpodien, auf denen Rodney Clarke bislang zu hören war. Er übernahm zudem bei einer Aufführung von Chor und Orchester der Accademia Nazionale di Santa Cecilia in Rom die Titelpartie in Porgy and Bess und sang bei den Trondheimer Olavsfestdagene die Bass-Partie in Händels Messiah an der Seite von Dame Emma Kirkby. In Konzerten der Berliner Philharmoniker gastiert Rodney Clarke nun zum ersten Mal.

Der amerikanische Bariton John Fulton studierte an der University of North Carolina, an der Eastman School of Music sowie an der Manhattan School of Music. Nach seiner von Preisen gekrönten Teilnahme am Central City Opera’s Artists Training Program war er als Figaro (Il barbiere di Siviglia) und Marquis d’Obigny (La Traviata) an der Opera Colorado zu erleben, als Graf Almaviva (Le nozze di Figaro) am Opera Theatre of the Rockies sowie als Graf Ceprano (Rigoletto) und David (A Hand of Bridge) an der Berkshire Opera. In der Spielzeit 2007/2008 debütierte John Fulton am New York Harlem Theatre in einer Produktion von Porgy and Bess, mit der er in den Rollen des Jake, Crown und Jim in zahlreichen europäischern Opernhäusern gastierte. In der Spielzeit 2008/2009 war der Sänger Mitglied im Marian Roose Pulin Young Artist Studio der Arizona Opera, wo er u. a. Partien wie Masetto (Don Giovanni), Sciarrone(Tosca) und Schaunard (La Bohème) übernahm. Weiterhin trat John Fulton als Moralès (Carmen) an der Oper in Tulsa auf, als Fiorello (Il barbiere di Siviglia) am Michigan Opera Theatre sowie als Marullo (Rigoletto) in einem Konzert des Westfield Symphony Orchestra in New Jersey. 2011 folgten Konzertdebüts beim Castleton Festival und in Tanglewood; mit den Berliner Philharmonikern arbeitet John Fulton nun erstmals zusammen.

Howard Haskin, in Kansas City (Missouri) geboren, erhielt seine musikalische Ausbildung an der Wichita State University sowie an der Indiana University in Bloomington. 1978 kam der dramatische Tenor als Stipendiat an das Internationale Opernstudio am Opernhaus Zürich, wo er mit Beginn der Spielzeit 1979/1980 Mitglied des Ensembles wurde. Neben weiteren Auszeichnungen gewann er 1981 beim Internationalen Gesangswettbewerb von s’Hertogenbosch in den Niederlanden den Ersten Preis, der seit 15 Jahren nicht mehr an einen Tenor vergeben worden war. Seit seinem Debüt in Zürich gastiert Howard Haskin an den großen Opernhäusern der Welt, wo er mit international führenden Dirigenten zusammenarbeitet. Zu den Partien seines umfassenden Repertoires gehören die Titelrollen in Peter Grimes und Otello sowie Don José (Carmen), Cavaradossi (Tosca) und Samson (Samson et Dalila). 1992 sang er zudem an der Nederlands Opera Amsterdam die Rolle des Wowa in der Uraufführung von Alfred Schnittkes Life with an Idiot unter der musikalischen Leitung von Mstislaw Rostropowitsch. Auf dem Konzertpodium hat Howard Haskin u. a. bei Aufführungen von Mahlers Lied von der Erde, Elgars The Dream of Gerontius, Beethovens Neunter Symphonie und Verdis Requiem mitgewirkt; bei den Berliner Philharmonikern ist er nun erstmals zu Gast.

Lester Lynch, Absolvent der Juillard Opera School, hat sich mit seiner eindrucksvollen und nuancenreichen Stimme einen internationalen Namen gemacht. Zu den bisherigen Karrierehöhepunkten des Baritons gehören Auftritte als Porgy (Porgy and Bess) an der Dallas Opera, Washington National Opera und Lyric Opera of Chicago, als Germont (La Traviata) an der Houston Grand Opera, als Sharpless (Madama Butterfly) am Opera Theatre of Saint Louis und als Marcello (La Bohème) an der New York City Opera. Außerdem war er an der Santa Fe Opera, der Deutschen Oper am Rhein, der Seattle Opera und in Produktionen der Canadian Opera Company in diversen Hauptrollen zu hören. Während der Spielzeit 2010/2011 gastierte der Sänger als Carbon (Cyrano de Bergerac) an der San Francisco Opera, als Heerrufer (Lohengrin) an der Lyric Opera of Chicago sowie als Alfio (Cavalleria Rusticana) und als Tonio (I Pagliacci) an der Kentucky Opera. 2011/2012 übernahm er die Titelrolle in Verdis Rigoletto in Toronto sowie die Partie des Carlo Gérard in Giordanos André Chénier bei den Bregenzer Festspielen. Unter der Schirmherrschaft der Marilyn Horne Foundation gibt Lester Lynch regelmäßig Liederabende, in deren Rahmen er auch die für ihn in Auftrag gegebenen Six Songs on Poems by Raymond Carver von Lowell Lieberman uraufgeführt hat. Als Konzertsolist arbeitete er mit Orchestern wie dem New York Philharmonic, dem National Symphony Orchestra in Washington, dem St. Paul Chamber Orchestra, dem Philadelphia und dem Cleveland Orchestra, dem Cincinnati Symphony Orchestra und dem Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks zusammen; bei den Berliner Philharmonikern ist er nun erstmals zu erleben.

Michael Redding studierte Gesang an der North Carolina School of the Arts und schloss seine Ausbildung an der Indiana University mit dem Master of Music ab. Er war Resident Artist beim Piedmont Opera’s Outreach Program und nahm an den Förderprogrammen der Utah Festival Opera wie auch der Janiec Opera Company teil. Der amerikanische Bariton, der nun erstmals in Konzerten der Berliner Philharmoniker auftritt, wurde mit dem Helen Jepson Dellera Award for outstanding Young Artist und mit dem Richard F. Gold Career Grant der Shoshana Foundation ausgezeichnet. 2004 war Michael Redding in den Rollen des Crown und Jake an der Tournee des New York Harlem Theatre beteiligt, dessen Produktion von Gershwins Porgy and Bess in vielen europäischen Städten zu erleben war. Seitdem gastierte der Sänger u. a. an den Opernhäusern von Sarasota, Virginia, Atlanta, Carolina und Seattle, wo er Rollen wie Belcore (L’elisir d’amore), Schaunard (La Bohème), kaiserlicher Kommissar (Madama Butterfly), Eisenstein (Die Fledermaus), Mesner (Tosca), Betto di Signa (Gianni Schicchi), Grégorio (Roméo et Juliette) sowie die (männlichen) Titelpartien in den Opern Don Giovanni und Porgy and Bess sang. Michael Redding debütierte zudem beim Princeton Music Festival in Benjamin Brittens A Midsummer Night’s Dream, sang bei der USA-Premiere von Stanisław Moniuszkos Oper Halka die Partie des Gutsherrn Janusz und war im Rahmen der irischen Wexford Festival Opera als Escamillo (La Tragédie de Carmen) sowie als Jäger in Antonín Dvořáks Oper Rusalka zu hören.

Die amerikanische Mezzosopranistin Tichina Vaughn, erstmals bei den Berliner Philharmonikern zu Gast, studierte an der North Carolina School of the Art und wurde anschließend in das Young Artist Development Program der Metropolitan Opera in New York aufgenommen. In Europa debütierte sie 1996 am Staatstheater Stuttgart als Dame Quickly in Falstaff und als Venus im Tannhäuser. Von 1998 bis 2006 war sie Ensemblemitglied der Oper Stuttgart, wo ihr vom Kultusministerium Baden-Württemberg der Titel »Kammersängerin« verliehen wurde. In Stuttgart sang sie u. a. die Partien Eboli (Don Carlos), Azucena (Il trovatore), Herodias (Salome), Fricka (Die Walküre), Waltraute (Götterdämmerung) sowie Erda (Das Rheingold, Siegfried). Gastverträge führten die Sängerin zudem an die Opernhäuser von San Francisco, Los Angeles und Seattle, an die Finnische Nationaloper Helsinki, die Hamburgische Staatsoper, an die Opernhäuser in Frankfurt und Graz, zu den Bregenzer Festspielen, an die Arena di Verona sowie nach Las Palmas und Hongkong. Seit der Spielzeit 2010/2011 gehört Tichina Vaughn zum Ensemble der Semperoper Dresden, wo sie bislang als Prinz Orlofsky (Die Fledermaus), Isabella (L’italiana in Algeri), Herodias (Salome) und Ulrica (Un ballo in maschera) zu erleben war.

Sir Willard White, eingebürtiger Jamaikaner, gab nach dem Studium an der Juilliard School in New York an der dortigen City Opera sein Bühnendebüt. Seither ist er in den USA wie auch in Europa an den renommierten Opern- und Konzerthäusern sowie bei zahlreichen Festivals aufgetreten (Glyndebourne, Aix-en-Provence, Salzburg, Last Night of the Proms in London). Sein Repertoire umfasst u. a. Werke von Monteverdi, Mozart, Mussorgsky, Wagner, Debussy und Gershwin, setzt mit Kompositionen von Strawinsky, Bartók, Messiaen, Ligeti , Henze und Adams aber auch deutliche Akzente in der Klassischen Moderne und der Neuen Musik. Großen Erfolg hatte der Sänger mit seinem Konzertprogramm An Evening with Willard White – a tribute to Paul Robeson, dem er Robeson Re-Explored folgen ließ. 1995 wurde der Bassbariton zum »Commander of the British Empire« ernannt und 2004 von Queen Elizabeth II. geadelt. Bei den Berliner Philharmonikern hat Sir Willard seit 1991 bereits mehrfach gastiert. In der Philharmonie war er zuletzt im Juni 2008 als Wanderer in der von Sir Simon Rattle dirigierten konzertanten Aufführung des ersten Aufzugs von Wagners Oper Siegfried zu hören. Anschließend begleitete er das Orchester nach Aix-en-Provence sowie 2009 zu den Salzburger Osterfestspielen, wo er im Rahmen der szenischen Produktion des zweiten Ring-Abends unter Sir Simons Leitung erneut den Wanderer bzw. Wotan sang.

Die Cape Town Opera ist eine gemeinnützige Organisation, die ihrem Publikum erstklassige Aufführungen und ihren Mitgliedern eine Vielzahl von Trainings- und Ausbildungsprogrammen bietet. Der Cape Town Opera Chorus bestreitet die großen Bühnenproduktionen dieser Institution, wobei die kontinuierliche Weiterbildung der rund 60 Akteure in Meisterklassen sowie in individuellem Gesangs- und Schauspielunterricht erfolgt. Den Kern des Chors bildet das Cape Town Opera Voice of the Nation Ensemble: 23 Sängerinnen und Sänger, die auch solistisch in Erscheinung treten. Der Cape Town Opera Chorus ist unter der Führung seines Chorleiters Albert Horne regelmäßig in ganz Südafrika zu hören und gastierte bereits in europäischen Städten wie Paris, München, Oslo und Malmö. Bei einer jüngst vergangenen Tournee durch Großbritannien war die Opernkompagnie zudem mit der Mandela Trilogy von Allan Stephenson, Mike Campbell und Péter Louis van Dijk im Wales Millennium Centre in Cardiff zu erleben sowie in mehreren britischen Städten mit Aufführungen von Gershwins Porgy and Bess. Weiterhin trat das Ensemble bei einem Chorkonzert im Sheldonian Theatre in Oxford auf. Anschließend folgte ein Konzert mit dem Orchestra Victoria und der Australian National Academy of Music anlässlich der Wiedereröffnung der Hamer Hall im Arts Centre Melbourne. Bei den Berliner Philharmonikern gibt der Cape Town Opera Chorus nun sein Debüt.

musikfest berlinIn Zusammenarbeit mit dem musikfest berlin 12

EMISir Simon Rattle tritt in der Digital Concert Hall mit freundlicher Genehmigung von EMI Classics auf.

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